Pelze

Als der Mensch noch Fellkleid trug

Seite 1 von 1

KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015

Inhalt

Was, wenn uns die Evolution das Fellkleid nicht genommen hätte? - "Kunde König“, ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck
Alois Grasböck

Adam und Eva wurden zwar nackt erschaffen, doch die Wissenschaft ist davon überzeugt, dass der Mensch in seinen Anfängen behaart war, also quasi einen Naturpelz trug. Davon sind nur Reste geblieben, vorwiegend auf dem Kopf und dort, wo der Damenrasierer zum Einsatz kommt.

Bärenfell vs. Leoparden-Tanga

Irgendwann vor Jahrtausenden, als die eigene Behaarung keinen ausreichenden Schutz mehr bot, dürfte dem Menschen fröstelnd klar geworden sein: Wenn ich einen Wintermantel will, muss ich einen Bären erlegen. Das ist gefährlich, aber noch schlimmer wär’s, wenn sich meine Frau einen Leoparden-Tanga wünschen würde.

Behaart wie Berggorillas

Unterbrechen wir diese ernste Betrachtung für eine kleine Phantasterei. Angenommen, die Evolution hätte uns das Fellkleid nicht genommen und wir wären bis heute so ähnlich behaart wie Berggorillas. Was hätte das für die Mode bedeutet, wie würden sich die Models präsentieren? Mit raffinierten Ganzkörper-Haarschnitten und Farbtönen, etwa Pink im Frühling und Kastanie im Herbst? Gut, dass uns das erspart geblieben ist. Wahrscheinlich hätten wir ständig Haare auf den Polstermöbeln, und die Tiere würden uns nicht für die Chefs auf diesem Planeten halten, sondern mit ihresgleichen verwechseln.

Pelze bräuchten wir nicht

Weil wir die Chefs sind, nehmen wir den Tieren die Pelze weg. Früher, im guten alten Neandertal, wohl nur zwecks Schutz vor der Kälte. Später begann die Eitelkeit eine Rolle zu spielen. Die Herrscher protzten mit Hermelin, so manche Dame bestand auf einem sauteuren Pelzmantel als Liebesbeweis. Heute kann der Mann von Welt den Mantel verweigern, indem er auf den Tierschutz verweist. Im Grunde brauchen die Menschen keine Pelze mehr, aber Elfenbein brauchen sie auch nicht, wollen es jedoch trotzdem haben. Es gibt Kunstpelze, und würden Betrüger versuchen, diese als echt zu verkaufen, hielte man das für normal. Dass aber, wie hier (Pelzhandel 11/2015) zu lesen ist, umgekehrt echter Pelz als Webpelz getarnt wird, ist erstaunlich. Wie heißt es bei der Menschheit? Alles ist möglich!

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
2 Stimmen
Bild: VKI