Pelzhandel

Ein blutiges Geschäft

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KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015

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100 Millionen Tiere werden jährlich für Pelze getötet, 85 Prozent davon auf Pelzfarmen. Trotz Verboten und guter Vorsätze bleibt der Pelzhandel ein blutiges Geschäft.

Ob für Nerzstola oder Pelzmantel: Tiere, deren Fell man zu Kleidungsstücken verarbeitet, werden weltweit unter tierquälerischen Bedingungen gehalten und getötet. Die meisten Pelztiere sind gar nicht oder völlig unzureichend geschützt. Der Europarat hat 1999 zwar eine Empfehlung für Pelztiere in Farmen verabschiedet, aus der Sicht des Tierschutzes ist sie allerdings völlig ungenügend.

Kleinst-Käfige weiterhin zugelassen

Die Käfighaltung auf engstem Raum bleibt weiterhin zulässig, etwa bei Nerzen. Weltweit werden jährlich rund 27 Millionen Nerze für Pelze getötet. Sie werden in Pelzfarmen in 30 x 90 cm großen Käfigen gehalten, oft drei bis fünf Tiere pro Käfig, und müssen dort von ihrer Geburt im Mai bis zu ihrem Tod im November ausharren.

Drahtgitterböden, die den Tieren die Pfoten zerschneiden, werden in solchen Farmen toleriert, ebenso das Fehlen von Kletter- oder Bademöglichkeiten für Pelztiere. Auch Füchse, Chinchillas und Hasen werden in Käfigen gehalten. Auf diese Weise wird die Bewegungsfreiheit und ihr natürliches (Jagd-)Verhalten unterbunden.

Wenig Vorschriften, grausame Tötung

Ein weiteres grausames Detail der Pelztierhaltung: Damit das Fell der Tiere unversehrt bleibt, tötet man sie durch Vergasen, Brechen des Genicks oder Stromschlag. In vielen EUStaaten existieren für Pelzfarmen abgesehen von der Verordnung von 1999 keine weiteren Vorschriften. Laut dem Verein Vier Pfoten stammen 85 Prozent der weltweit gehandelten Pelze von Pelzfarmen.

Fangeisen für Wildtiere

Aber auch der Wildtierfang ist alles andere als tierfreundlich. In Alaska, Kanada und Russland werden Millionen von Füchsen, Wölfen oder Waschbären mit Fangeisen aus Metall, sogenannten Tellereisen bzw. Abzugeisen, gefangen. Die verletzten Tiere werden oft erst nach Tagen von den Fallenstellern "eingesammelt" und erschlagen, da das Fell unbeschädigt bleiben muss.

Auch andere Tiere wie Rehe, Hirsche oder Katzen tappen in Fallen, die nicht für sie bestimmt sind – sie gelten für die Pelzindustrie als "Abfall". Pelze aus Fallenfang gelangen über den internationalen Handel auch nach Österreich.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo