Streamingplattformen

Mehr Schein als Sein

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KONSUMENT 6/2017 veröffentlicht: 24.05.2017

Inhalt

"Vorsicht Falle": Betrügerische Seiten fangen Abonnenten mit Inhalten, die sie gar nicht anbieten.

Sie heißen Playster, Geeker, Tzarmedia oder Flixboxhd und bieten unlimitierten Zugang zu Filmen, E-Books, Musik, Hörbüchern und Spielen. Sie sind auf den ersten Blick nicht illegal, denn es gibt auf diesen Plattformen meist ein nutzbares Angebot. Aber sie sind höchst unseriös, denn sie bringen Nutzer mit falschen Versprechungen dazu, sich mit ihrer E-Mail-Adresse und ihren Kreditkartendaten zu registrieren. Meist müssen die Kunden enttäuscht feststellen, dass der in der Suchmaschine aufscheinende Treffer zu einem aktuellen Film oder Buch irreführend war und das Gesuchte auf der entsprechenden Seite gar nicht verfügbar ist.

Keine Garantie für die Inhalte

Schaut man in die sehr umfangreich gestalteten und somit unübersichtlichen Nutzungsbedingungen, dann findet man geschickte Formulierungen. Sie besagen sinngemäß, dass die Plattform leider nicht garantieren kann, dass sich irgendeine gewünschte Datei auf den eigenen Servern befindet, dass sich die Inhalte laufend ändern können und ihr Umfang sowohl vom genutzten Endgerät als auch vom Aufenthaltsort abhängt.

Verdacht auf gestohlene Inhalte

Eine Leserin hat uns berichtet, dass sie auf Geeker ihre eigenen E-Books gefunden hat, die sie auf einer völlig anderen Site zum kostenpflichtigen Download eingestellt hatte. Geeker selbst hat sie niemals die Genehmigung dazu erteilt. Ihre Aufforderung, das Anbieten ihrer Bücher zu unterlassen, führte dazu, dass Geeker diese auf eine andere Website verschob. Man muss also davon ausgehen, dass auf diesen Plattformen auch illegale, weil gestohlene Inhalte angeboten werden. Das ist allerdings nicht das Geschäftsmodell der Plattformen.

Abbuchung von Kleinstbeträgen

Sie verdienen an überhöhten Abogebühren, an nicht autorisierten Kreditkartenbuchungen, aber auch an der Abbuchung von Kleinstbeträgen, die den einzelnen Betroffenen vielleicht gar nicht gleich auffallen, aber nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ zu einer schönen Summe anwachsen. Vertragskündigungen werden zwar in der Regel akzeptiert, es gibt aber keine Garantie, dass die Kreditkartendaten nicht weiterhin verwendet werden. Am sichersten ist es, die Karte sperren zu lassen und eine neue zu beantragen.

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