Supermärkte: Lieferketten

Verantwortung in den Kinderschuhen

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veröffentlicht: 16.03.2017

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Eine europaweite Kampagne setzt sich für soziale und ökologische Verbesserungen entlang der Lieferketten von Lebensmittelkonzernen ein. Denn eine Bestandsaufnahme zeigt: Bislang haben sich die Supermärkte eher auf Alibiaktionen beschränkt.

Im Jahr 2015, dem europäischen Jahr für Entwicklung, starteten 29 Nichtregierungsorganisationen die EU-weite Kampagne „Supply Cha!nge“, darunter die österreichischen Organisationen Südwind und Global 2000. Das Ziel: Europäische Supermarktketten sollen Verantwortung übernehmen für die Missstände in ihren Lieferketten bei Arbeitsbedingungen und ökologischen Auswirkungen. 

Österreichische Marktkonzentration

In Österreich kontrollieren drei Handelsketten etwa 85 Prozent des Marktes: Rewe Group, Spar und Hofer/Aldi. Während die großen Anbieter ein immer größeres Stück vom Umsatzkuchen bekommen, führt ein auf enorme Effizienz-Steigerung und Gewinnmaximierung ausgerichtetes System dazu, dass sich die Bedingungen für die meist kleinen landwirtschaftlichen Produzenten in der Lieferkette verschlechtern. Auch die Ausbeutung von Arbeitern auf Feldern und Fabriken sowie die Umweltverschmutzung nehmen zu.

Fairness bei Preisgestaltung und Handelsbeziehungen

Öffentlich bekennen sich die Supermarktketten zwar zu ihrer unternehmerischen Verantwortung und sind oft Mitglied freiwilliger Standards wie BSCI (ein Verhaltenskodex über den Aufbau einer ethischen Zulieferkette) oder SA-8000 (ein Sozial-Audit System mit dem Ziel, Arbeitsbedingungen zu verbessern). Jedoch haben sich dadurch die Lebensbedingungen der Menschen, die auf den Feldern und in den Fabriken arbeiten, kaum verbessert. Eine wirklich nachhaltige Verbesserung der Situation – im Sozial- wie im Umweltbereich – kann letztlich nur durch fair gestaltete Preise und Handelsbeziehungen geschaffen werden.

Nachhaltigkeit bei Eigenmarken

Zwei Drittel aller Kunden kaufen regelmäßig Eigenmarken der Supermärkte. „Die Supermarktketten setzen gerade bei den Eigenmarken, vor allem bei solchen mit Rohstoffen aus dem globalen Süden (Schokolade, Bananen, Orangensaft, Produkte mit Palmöl), verstärkt auf Nachhaltigkeit“, erklärt Stefan Grasgruber-Kerl, Leiter der Kampagne Supply Cha!nge bei Südwind. „Das zeigt sich an immer mehr besiegelten Eigenmarken-Produkten, aber auch an den Strategien und Leitlinien für Kakao oder Palmöl.“ Die Kampagne läuft noch bis Ende 2017. Nach Abschluss soll eine Datenbank und App veröffentlicht werden, die Supermärkte und Eigenmarken aufgrund ihrer sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit vergleicht. „Es wird noch viel Druck der Konsumenten brauchen, um möglichst viele Eigenmarken fair und bio zu machen.“


Weitere Infos zum Thema:

  • Details zur sozialen Verantwortung in den Lieferketten
  • Welcher Supermarkt hat das nachhaltigste Angebot, wer hat die glaubwürdigsten Gütesiegel? Diesen Fragen gingen unsere Tests im Jahr 2011 sowie 2013 nach.
  • Wie die Arbeitsbedingungen in den Supermärkten sind, untersuchten wir in einem Test im Jahr 2016 .

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