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Zahlen fürs Leitungswasser

Verstimmung zwischen Gästen und Wirten

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veröffentlicht: 11.07.2012, aktualisiert: 31.10.2016

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Leserreaktionen

Großer Sommerspritzer um 7 Euro

Ich kann von einer noch unverschämteren Begebenheit berichten: Geschehen am Villacher Kirchtag 2016 (1. Augustwoche) beim sogenannten „Aufsteirern“ (eigener Gastronomiebereich, der von steirischen Produzenten bestückt wird). Ich habe einen großen Sommerspritzer bestellt (zur Erklärung: 1/8 Weißwein auf 3/8 l Soda) und musste dafür über 7 Euro bezahlen.

Auf Nachfrage, wie sich diese Preisgestaltung erkläre, wurde mir gesagt, dass das über den Schankautomaten laufe, dort kein Sommerspritzer programmiert sei, der Kellner aber zwei Gespritzte boniere, wo eben einer in Wirklichkeit nur Soda wäre. Er könne das nicht anders lösen. Ich war so baff, dass ich das Getränk nahm und zahlte. In Wirklichkeit hätte ich es verweigern müssen. Abzocke in Reinkultur.

Jetzt redet sich die Gastronomie halt vermehrt auf die automatischen Boniersysteme und Schankanlagen aus. „Das haben wir leider so vorgegeben, da können wir nichts daran ändern.“ Ich lerne dazu: bloß keine Extrawünsche – schöne, neue, kunden(un)freundliche Welt!

Sabine Schagerl
E-Mail
(aus KONSUMENT 11/2016)

Buschenschank Schilhan: 7,20 € für 1 Liter Wasser

Ich war mit meiner Familie (4 Personen) beim Weingut/Buschenschank Schilhan in Kranach 8, 8462 Gamlitz. Meine Frau bestellte sich u.a. als Getränk 1/4 lt. Traubensaft, gestreckt mit Leitungswasser auf 0,5 lt. Auf der Speisekarte stand diesbezüglich der Preis für 1/4 lt. Traubensaft mit 2,00 € bzw. der Preis für 1/4 lt. Leitungswasser (wenn nur Leitungswasser und sonst kein Getränk konsumiert wird – dieser Hinweis stand auch auf der Speisekarte) mit 1,50 €. Es stand kein Hinweis, wieviel ein mit Leitungswasser verlängertes Getränk kostet, wir gingen aber davon aus, dass es nicht die Summe der o.a. beiden Einzelgetränke ausmachen dürfe, sondern natürlich weniger, weil ja zum Leitungswasser noch ein anderes Getränk konsumiert wird.

Nicht schlecht staunten wir, als wir auf der Rechnung für dieses Getränk 0,5 lt. 3,80 € bezahlt haben (das 1/4 lt. Leitungswasser kostete 1,80 €, somit mehr als wenn wir ohne zusätzliches Getränk nur Leitungswasser bestellt hätten). Wir ließen den Chef kommen, der aber auf seinem Standpunkt beharrte, er als Betreiber des Buschenschankes könne verlangen, was er wolle und wir müssten ja dieses Getränk nicht bestellen, wenn es uns zu teuer wäre. Dem entgegneten wir dann, dass diese Preisgestaltung nicht auf der Speisekarte ersichtlich sei, worauf er erklärt hat, er hätte seit 2 Jahren diese Speisekarte und wir wären die ersten Gäste, die sich beschwert hätten.

Ich finde aber, so geht das wirklich nicht. Ich bin nicht bereit, für 1 Liter Leitungswasser 7,20 € zu bezahlen, wenn ich zusätzlich noch ein anderes Getränk konsumiere.

Franz Dexler
Dobl-Zwaring
(aus KONSUMENT 9/2016)

Almdudler mit Leitungswasser

Ich machte einen Ausflug auf das Lehnberghaus, das bis vor kurzem noch eine einfache Almhütte war. Nun hat es einen neuen Pächter, der es in ein modernes Alpenrestaurant umgewandelt hat. Dementsprechend ist auch die Preisgestaltung (1 Kaspressknödel mit Salat € 10.90). Der Tag war heiß, und ich bestellte einen Almdudler mit Leitungswasser auf einen halben Liter verdünnt (weniger süß, weniger Kohlensäure, schmeckt mir einfach besser als pur, besonders bei der Hitze).

Sehr erstaunt war ich allerdings, als ich dann auf der Rechnung zusätzlich zum Almdudler 1 x Glas Wasser 0,5 zu 1 € fand. Ich hatte weder ein Extraglas noch 0,5 l Wasser erhalten (zu 0,35 l Almdudler passen nur mehr 0,15 l ins Glas). Auf meine Reklamation, ich hätte gar kein Glas Wasser gehabt, erwiderte er: „Das auf der Rechnung ist das Wasser im Almdudler, das ist halt bei uns so“.

Um Ärger zu vermeiden, bezahlte ich brav, werde aber sicher nicht mehr wieder kommen, solange dieser Pächter dort ist. Umgerechnet kostet also der Liter Wasser 6,66 €. Auf der Wiese unterhalb des Hauses steht übrigens ein fröhlich plätschernder Brunnen.

Judith Jambor
Innsbruck
(aus KONSUMENT 7/2016)

Viertel Wasser um 1,50 €

Ich finde es völlig in Ordnung, etwas für Leitungswasser zu bezahlen, sofern es das Einzige ist, was konsumiert wird. Wenn man jedoch zum Beispiel Kaffee konsumiert und um 1/4 l Wasser bittet und dann werden 1,50 € verrechnet, dann ist das nicht OK. So im Buffet der Salzwelten Hallein, wo man dann noch schnippisch als Antwort erhält, dass dies bereits überall bezahlt werden müsse und man anders die Preise nicht halten könne. So etwas ist mir noch nie untergekommen und eine echte Frechheit!

S. Windhofer
E-Mail
(aus KONSUMENT 8/2015)

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Kommentare

  • Wasser im Gasthaus
    von hitzigeh am 22.07.2012 um 16:15
    meiner Meinung ist es gerechtfertigt, bei Gästen die nichts konsumieren etwas fürs Wasser zu verrechnen. Wenn Gäste jedoch essen und trinken, für s Glas Wasser (des Fahrers) etwas zu verrechnen, ist unfähr und unverschämt. Solche Gaststätten sollte man zukünftig meiden!
  • super
    von Albrecht23 am 18.07.2012 um 09:42
    Ich bau gleich meinen Wasserzähler im Keller ab, weil "Wasser ist ja gratis", richtig ? während in anderen Gegenden Kriege ums Wasser geführt werden, glaubt man hier, dass alles umsonst sein müsse - sei es Musik, Literatur die man selbstverständlich völlig kostenlos aus dem Internet laden kann, Wasser etc...
  • Zahlen fürs Leitungswasser
    von opritz am 16.07.2012 um 09:13
    Ich und so geht es vielen meiner Bekannten finde es nicht in Ordnung wenn der Wirt etwas für das Leitungswasser verlangt. Es für den Wirt auch kein wiklicher Gewinn, da so wie ich, Gäste, weil sie verärgert sind, das Lokal nicht mehr besuchen. Wenn nur ein Gast in der Woche deswegen wegbleibt, der um € 30 konsumiert, kann er viel Leitungswasser verkaufen und versuchen neue Kunden zu gewinnen.
  • Liebe WEB-Redaktion!
    von NETclub50plus am 16.07.2012 um 00:16
    Wie Ihr sicherlich erkennt, sind meine Beiträge von fundamentaler Bedeutung für das Weltgeschehen :-). Aber als "Wurscht", wie sie derzeit daherkommen, sind sie auch eine Lese-Zumutung für die potentiell fünf bis sechs anderen, am Thema Interssierten. Zumindest eine Absatzfunktion einzubauen, das wäre schön. Habe dies mit [B] versucht, natürlich ohne Erfolg. Ihr seid bestimmt fleißige Bienchen, die andere Sorgen auch haben, aber vielleicht...? (Und wenn es sein soll, hackt die Absätze selber rein:-). LG
  • Wer sind die handelnden Personen?
    von NETclub50plus am 15.07.2012 um 23:58
    Diese Frage ist beim gegenständlichen Thema nicht ganz uninterssant: [B] Tourismusdirektor Kettner hat mit großer Wahrscheinlich noch nicht eine Schank (arbeitend) von hinten gesehen. Der Tourismusdirektor ist vielmehr Vollblut-Politfunktionär in vielfältigen Bereichen (außer Gastronomie). Zitat: "Kettner ist Mitglied des Stiftungsrates von Österreichs öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt ORF, Aufsichtsrat der Stadt Wien Marketing GmbH, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kunsthalle Wien GmbH sowie Mitglied des Tourism and Hospitality Industry Advisory Boards der Modul University Vienna. Von 1997 bis 2007 war er Vorstandsmitglied des Life Balls, Europas größtem AIDS Charity Event." Na, bei diesem Idioten-Event (sorry, meine Einschätzung) kann man wohl wirklich auf die "kleinlichen Gesten" verzichten. (Quelle: http://b2b.wien.info/de/presse/bilder/fotos-norbert-kettner/). Das MONATLICHE Einkommen von Herrn Kettner dürfte in etwa dem durchschnittlichen JAHRESeinkommen eines der 5.000 (kleinen) Wiener Wirte entsprechen (ca. 10.000 vor Steuer, eigene Schätzung). [B] Auch Herr Seeber ist fleißiger Funktionär, mit nicht weniger als 9 Positionen/Funktionen bei der Wirtschaftskammer (Quelle: http://portal.wko.at/Utils/Funktionaere/Fkt_Detail.aspx?fnr=303212&fk=3&dstid=252&dstidfkt=252). Aber er hat zumindest einen Gastro-Betrieb in Linz, wo er das Seiterl Gösser um 3,20 Euro verkaufen kann. (Quelle: http://www.promenadenhof.at/promenadenhof.at/index.jsp?company=promenadenhof.at&state=default&menuId=1). Das ist der Preis, den der "normale" Wiener Wirt höchstens für das Krügerl verlangen kann. Bei diesem Preis fällt ein Glaserl Gratis-Wasser somit nicht wirklich ins Gewicht ... [b] Was nun das Zitat aus der "Süddeutschen" betrifft, so ist dies dort nur ein Nebensatz eines erstauten Kellners, den man mit der Frage konfrontiert hatte, ob es denn okay sei, das Wasser zum KAFFEE zu berechnen (ein journalistisches "Legerl" à la "Journalismus von internationalem Rang", haha). Das stand aber nie und steht auch nicht zur Diskussion. Somit nicht der Erwähnung im KONSUMENT wert. [B] Was die "Spenden"-Idee betrifft: Eine ziemlich dumme, reine Geschäftsidee. Ich weiß dies deshalb, weil unlängst ein im Öffi neben mir sitzender, involvierter Mensch via Handy versucht hat, diese Idee seinem Gesprächspartner einzureden scheint nach dem Schneeballsystem zu funktionieren, mit Gewinnbeteiligung. [b] Nicht zuletz: HIER die "offizielle" Empfehlung der Wirtschatskammer für die Textierung von Wasser-Gebühren in der Speisenkarte: "Gerne servieren wir Ihnen Leitungswasser. Wir bitten um Verständnis, dass wir für dieses Service einen geringen Kostenersatz in Rechnung stellen. Dieser dient als Beitrag zu Personalaufwand, Energie- und sonstigen Betriebskosten Ihres Wirtes, die unabhängig vom reinen Warenwert Ihrer Bestellung anfallen." DEM ist wahrlich nichts hinzuzufügen.