Maturareise: D.E. Travel International

Reingefallen!

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KONSUMENT 2/2018 veröffentlicht: 25.01.2018

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Maturanten aus Baden bei Wien buchen ihre Maturareise beim Anbieter D.E. Travel International. Das Angebot entpuppt sich als Reinfall. Wir vom VKI fordern Entschädigung.

Verlockendes Angebot

Auf der Maturareise von Bernhard T. (Name der Redaktion bekannt) und seinen Freunden soll es an nichts fehlen. Bei der Suche nach einem passenden Reiseziel stoßen die Maturantinnen und Maturanten auf die Website detravelint.com der Firma D.E. Travel International.

Das Angebot klingt verlockend: Villa mit hauseigenem Koch, Swimmingpool, Whirlpool und ein umfangreiches Package mit hochwertigen antialkoholischen und alkoholischen Getränken. Der Preis von 805 Euro pro Person und Woche bei selbst zu organisierender An- und Abreise ist nicht ganz ohne für schmale Schülerbudgets. Aber dafür wird einem, so denken zumindest Bernhard T. und seine Freunde, schließlich einiges an Luxus geboten.

Ernüchterung

Vorfreude und Erwartung sind entsprechend groß, als die Gruppe am 15. Juli etwas erschöpft von der Anreise mit den eigenen Pkws und hungrig ihre Traumdestination erreicht. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. Die „Villa“ erweist sich als teilweise baufälliges Objekt. Der Koch, der ihnen das Essen zubereiten soll, planscht im Swimmingpool, der Whirlpool ist unbenutzbar, weil verdreckt, und befindet sich im Keller des Hauses statt wie versprochen im Garten.

Auf der Terrasse besteht Verletzungsgefahr. Die Stufen sind noch nicht fertiggestellt, Begrenzungsmauern bröckeln, teilweise fehlen Dielen, Bodenplatten sind gebrochen. Auch die bestellten und bezahlten Getränke sind nicht vorhanden bzw. sind die Flaschen angebrochen und halbleer. Zudem gibt es Probleme mit dem Warmwasser im Haus.

Tomaten und Mozzarella

Der inzwischen dem Pool entstiegene Koch eröffnet der verdutzten Gruppe, dass er ebenfalls im Haus zu nächtigen gedenke. Mangels freiem Schlafzimmer schlägt er vor, auf dem Küchenboden zu schlafen – dabei hatte es auf der Homepage geheißen, dass die Gruppe darüber bestimmen könne, ob der Koch im Haus schlafen kann oder nicht. Gleichzeitig moniert er, dass er noch keine Bezahlung erhalten habe.

Das Essen bleibt deutlich unter den Erwartungen. Statt wie auf der Homepage versprochen „frisch gekaufte und zubereitete kroatische Spezialitäten und hochwertige Speisen” bekommen die Maturanten auf einem Backblech arrangierte Tomaten mit Mozzarella und zehn Scheiben Baguette vorgesetzt. Dazu reicht der Koch sechs Pfirsiche. Auf die Reklamationen der Gruppe hin verlässt er das Haus auf Nimmerwiedersehen.

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen der „Action 670702 – ECC-NET AT FPA“, für welche das Europäische Verbraucherzentrum Österreich Förderungen aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014–2020) erhält.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo