KONSUMENT.AT - Pensionssplitting: FAQ - Was ist Pensionssplitting?

Pensionssplitting: FAQ

Halbe-halbe

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KONSUMENT 4/2020 veröffentlicht: 05.03.2020, aktualisiert: 27.03.2020

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Für die Zeit der Kinderbetreuung können sich Eltern die Pensionsgutschriften teilen: Pensionssplitting heißt diese weitgehend unbekannte Möglichkeit. Die Regierung will sie nun forcieren.

„Ganze Männer machen halbe-halbe.“ Dieser Slogan samt dazugehöriger Gleichberechtigungsinitiative aus 1996 brannte sich ins kollektive Gedächtnis der Österreicherinnen und Österreicher. Ganz anders bei einem weiteren „Halbe-halbe-Thema“, dem Pensionssplitting. 2005 eingeführt, fristet die freiwillige Möglichkeit, die Pensionslücke zwischen Mann und Frau zumindest teilweise zu schließen, immer noch ein Schattendasein. Laut letztverfügbaren Zahlen haben 2018 nur 412 Personen davon Gebrauch gemacht.

Die neue Bundesregierung will das System des Pensionssplittings nun evaluieren, gegebenenfalls adaptieren und forcieren. Es ist recht prominent im Koalitionsübereinkommen verankert. Aber ist Pensionssplitting überhaupt ein probates Mittel gegen Altersarmut bei Frauen? Und wie funktioniert die Antragstellung? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen.

Was ist Pensionssplitting?

Beim Pensionssplitting können Eltern für die Jahre der Kindererziehung ihre Gutschriften am Pensionskonto teilen. Konkret kann der erwerbstätige Elternteil dem Elternteil, der sich zu Hause der Kinderbetreuung widmet, bis zu 50 Prozent seiner pro Jahr erworbenen sogenannten Teilgutschriften übertragen (die Höhe ist für jedes Jahr frei wählbar). Innerhalb der Familie ist das also ein Nullsummenspiel. Es geht um Anerkennung der unentgeltlich geleisteten Familienarbeit – auf dass diese zumindest am Pensionskonto ihren Niederschlag findet. In der Grafik „Pensionssplitting Musterbeispiel“ wird eine Variante exemplarisch beschrieben.

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3 Stimmen

Kommentare

  • @Mindestpension
    von REDAKTION am 30.03.2020 um 16:02

    Ja, das ist grundsätzlich richtig. Dadurch könnte der Anspruch auf Ausgleichszulage reduziert werden, den Bezieher der Mindestpension sonst bekommen.
    Das bedeutet: Für den betreuenden Elternteil entsteht in diesem Fall kein Vorteil durch das Pensionssplitting. Für den übertragenden Elternteil reduziert sich der Pensionsanspruch um das Splitting.
    Wir raten Ihnen, konkrete Informationen zu Ihrer individuellen Situation bei der Pensionsversicherung einzuholen.
    Ihr KONSUMENT-Team

  • Mindestpension?
    von Eidechse am 28.03.2020 um 12:19
    Hallo, habe ich das richtig verstanden, dass wenn einer der beiden Elternteile (real wohl meistens die Frau) aller Voraussicht nach Mindestpension beziehen wird, dann ein Pensionssplitting nicht sinnvoll ist?
    Danke
  • @Limaks: PVA
    von REDAKTION am 27.03.2020 um 14:21

    Laut PVA hat die Höhe des Einkommens keinen Einfluss darauf, ob das Pensionssplitting beantragt werden kann. Konkret teilt uns die Pensionsversicherungsanstalt dazu mit: „Das Pensionssplitting kann unabhängig von der Höhe des Einkommens beantragt werden. Wie richtig [im Artikel] beschrieben, arbeiten viele Frauen nach der Geburt eines Kindes wieder Teilzeit. Selbstverständlich ist auch dann ein Pensionssplitting möglich.“
    Ihr KONSUMENT-Team

  • @Witwenpension
    von REDAKTION am 10.03.2020 um 13:39

    Pensionssplitting und Witwen/Witwerpension schließen einander nicht aus. Auch wer vorher Pensionssplitting beantragt hat, erhält eine Witwen/Witwerpension. Diese bemisst sich nach dem Einkommen des Partners. Erst wer 230 Prozent mehr als der Partner (oder die Partnerin) verdient hat, hat keinen Anspruch auf die Witwen/Witwerpension.
    Ihr KONSUMENT-Team

  • Das geht leider an der Lebensrealität sehr oft vorbei
    von Limaks am 09.03.2020 um 15:55
    Nämlich immer dann wenn die Frau mehr als Geringfügig arbeitet ist ein Pensionssplitting laut Auskunft der PVA nicht möglich.

    D.h. wärend der Staat bei den 4 Jahren Kinderersatzzeiten ca. 2000,- on Top legt - unabhängig davon ob die Frau pensionsversichert ist oder nicht. Kann der Mann nur etwas übertragen wenn die Frau nicht pensionsversichert ist.

    Nun ist es aber oft so dass Frauen, aus welchen Gründen auch immer, noch lange nach der Geburt nur Teilzeit arbeiten.
    Genau hier wäre ein Ausgleich ebenfalls sinnvoll. Insbesondere wenn man bedenkt dass Paare doch immer wieder die Pension nicht gemeinsam (er)leben.

    Die Änderung der Regierung bringt tendenziell niedrigere Pensionen für die Versicherten da es in keinem Fall summarisch zu einer Erhöhung kommt.

    Bleibt eine Frau aber unterhalb der Mindestpension, so sind alle Beiträge die vom Mann übertragen wurden quasi für das Paar verloren.

    Defakto ist das ein Sparen an den sozial Schwächeren unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung.