Streaming-Plattformen

Falle Probeabo

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 3/2018 veröffentlicht: 22.02.2018

Inhalt

Aus einem vermeintlich kostenlosen Probeabo auf einer Streaming-Plattform kann ein teurer Spaß werden. Zahlen muss man allerdings nicht in jedem Fall. Das EVZ Österreich hilft.

Reinhold G. (Name geändert) will im Internet Filme gratis anschauen. Auf der Web­site ­view4u.co wird er fündig. Zur Registrierung wird er auf die Website nurhdfilme.com ­umgeleitet. Nachdem er seinen Account ­angelegt hat, öffnet sich die Seite kino welt24.com. Hier soll er sich erneut regis­trieren.

Er bekommt eine Codenummer zu­geteilt, mit der er schließlich Zugang zum Filmangebot hat. Als Reinhold G. am nächs­ten Tag erneut auf view4u.co einsteigt, wird er anstatt auf Kinowelt24 auf die identisch gestaltete Seite Cinemaxx24 umgeleitet. ­Erneut folgt er der Aufforderung, sich zu registrieren. Die Codenummer, die er daraufhin erhält, ist identisch mit jener des Vortages.

Zwei Jahresbeiträge gefordert

Die Freude über das "kostenlose" Filmangebot währt nicht lange. Einige Tage später ­erhält Reinhold G. eine Mail. Darin wird er aufgefordert, einen Jahresbeitrag in Höhe von rund 138 Euro für eine Mitgliedschaft bei Kinowelt24 zu bezahlen. Erst jetzt liest er sich die Nutzungsbedingungen genauer durch. Dort steht, dass der Mitgliedsbeitrag fällig wird, wenn er die Registrierung nicht innerhalb von 5 Tagen löscht.

Der Konsument fühlt sich zwar nicht korrekt behandelt, dennoch überweist er die angegebene ­Summe. Zwei Tage später erhält er ­erneut eine Rechnung per Mail. Dieses Mal fordert auch noch Cinemaxx24 einen Jahresbeitrag in Höhe von 238 Euro. Am selben Tag erhält er zudem einen Anruf einer Cinemaxx24-­Mitarbeiterin. Sie klärt ihn darüber auf, dass die Frist für die Löschung des Accounts verstrichen sei und er deshalb zahlen müsse.

Vorsicht bei Testabos und Newslettern!

Reinhold G. wendet sich an das Europäische Verbraucherzentrum Österreich (EVZ) beim VKI. Dort kennt man die Probleme rund um Streaming-Plattformen. EVZ-Experte ­Andreas Herrmann dazu: "Seit Sommer letzten Jahres häufen sich die Beschwerden über diverse Anbieter. Uns liegen Fälle vor, bei denen sich Kunden auf der ­Website für ein als kostenlos ausgewiesenes Testabo regis­triert oder für einen Newsletter angemeldet haben. Einige Tage später wurden sie zur Zahlung von Beträgen bis über 200 Euro ­aufgefordert."


Dieser Artikel entstand im Rahmen der „Action 670702 – ECC-NET AT FPA“, für welche das Europäische Verbraucherzentrum Österreich Förderungen aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014–2020) erhält.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
10 Stimmen
Weiterlesen
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo