Vermögensverteilung

Aus den Fugen

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 3/2018 veröffentlicht: 22.02.2018

Inhalt

Werden die Reichen immer reicher? In dieser emotional geführten Debatte wünscht man sich bisweilen mehr Sachlichkeit. Eine fundierte Datenbasis würde helfen.

Image description

„Geld allein macht nicht glücklich“, sagte der US-Schauspieler und Komiker Danny Kaye einmal, „es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.“ Eine satirische Aussage, der viel Wahrheit innewohnt, scheint sie doch Maxime für viele Menschen zu sein, die nach Reichtum streben. Und sie wird wieder mit mehr Konsequenz befolgt.

Schere zwischen Arm und Reich

In den vergangenen Jahren häuften sich die Medienberichte, wonach die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. So ergab eine Berechnung der Hilfs­organisation Oxfam im Jahr 2016, dass die 62 reichsten Menschen so viel besitzen wie die Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. Heuer wurde die Zahl gar auf nur noch 42 Superreiche revidiert. Erwartungsgemäß hagelte es Kritik, die Berechnung sei nicht wissenschaftlich – was Oxfam übrigens gar nicht in Abrede stellt.

Ursache für Terrorismus

Die Organisation für wirtschaftliche ­Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beklagt offiziell das Auseinanderdriften von Arm und Reich – das sei u.a. eine Ursache für die Zunahme von Terrorismus. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank attestieren jenen Volkswirtschaften eine stabilere Entwicklung, die ihre wirtschaftlichen Erfolge besser verteilen. Es sollte also ein durchaus erstrebenswertes gesellschaftliches Ziel sein, ökonomische Ungleichheit zu reduzieren. Die Realität sieht aber anders aus. Dazu später mehr.

Fundierte Daten sind Mangelware

Die Emotionen kochen hoch, wenn über die Vermögensverteilung debattiert wird, sei es weltweit oder in Österreich. Faktum ist, dass die Diskussionsgrundlage eine brüchige ist. Wirklich fundierte Daten sind Mangelware.

Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, werfen wir einen Blick auf zwei wesentliche Begriffe: Unter Einkommen sind alle ­laufenden Einnahmen zu verstehen – aus Arbeit sowie aus Kapital (Aktienrenditen, Sparzinsen etc.). Unter Vermögen, das im vorliegenden Text im Fokus steht, fällt jegliches Eigentum, welches sich im Besitz der betrachteten Person, des Haushalts oder der Personengruppe befindet – etwa Immobilien, Unternehmens-Beteiligungen, Fahrzeuge (abzüglich etwaiger Schulden).

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
4 Stimmen

Kommentare

  • Das Ergebnis ist in der Grafik links anschaulich dargestellt.
    von Frater Richard am 19.03.2018 um 10:48
    1)Mangelhafter Artikel Online, da gar keine Grafik auf linker Seite dargestellt wird...
    2)Piketty: a)Einkommen aus Kapital wachsen im Kapitalismus in der Regel prozentual stärker als die Gesamtwirtschaft.
    b)Bezieher hoher Einkommen nützen ihre Macht sich selbst hohe Einkommen zu verschaffen, daher entspricht die relative Höhe der Einkommen gegenüber niedrigeren Einkommen nicht der jeweiligen Produktivität.
KONSUMENT-Probe-Abo