Bettwanzen

Der Feind in meinem Bett

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 5/2018 veröffentlicht: 26.04.2018

Inhalt

Lange galten Bettwanzen bei uns als mehr oder weniger ausgestorben. Kaum vorstellbar, dass sie wieder auf dem Vormarsch sind. Sind sie einmal da, ist es ist nicht leicht, sie wieder loszuwerden. Vorbeugen ist besser.

Lange galten Bettwanzen bei uns als mehr oder weniger ausgestorben. Geschichten über das Auftreten der nächtlichen Blutsauger in Österreich stammen überwiegend aus Zeiten mit schwierigen hygienischen Bedingungen. Dass die ­„Cimex lectularius“, wie sie auf Lateinisch heißt, jetzt zunehmend unsere ­modernen, gut gepflegten Wohnungen unsicher macht, ist kaum vorstellbar. Doch Hausverwaltungen, Hoteliers und Schädlingsbekämpfer berichten: Für immer mehr Menschen wird genau das zur wenig erfreulichen Realität.

Blinde Passagiere

Bettwanzen lassen ihre Verbreitung bis auf wenige Ausnahmen von den Menschen erledigen. Und diese bieten den Tieren aufgrund eines geänderten Lebensstils immer mehr Möglichkeiten, zu neuen Zielen aufzubrechen. Egal ob Business­trip, Fortbildungsseminar, zweiwöchige Sommerfrische oder eine Städtereise übers Wochenende: Die stark gestiegene Reisetätigkeit ist einer der Hauptverbreitungswege der Bettwanzen. Hotels aller Klassen stöhnen unter der Plage, entwickeln aber im Gegensatz zum wachsenden Segment der privaten Urlaubswohnungsvermieter einen zunehmend professionellen Umgang mit der Bedrohung. In Internetforen werden auch Nachtreisezüge als häufige Quelle von Wanzenkontakten genannt. Doch nicht nur man selbst, auch Couchsurfer oder Freunde, die ein paar Tage zu Besuch kommen, können die Insekten als unliebsame Gastgeschenke mitbringen.

Verbreitung mittels alter Kleider, Möbel, Bücher, CDs, ...

Mit der Verbreitung des Internets geht auch die boomende Nutzung von Tausch- bzw. Privatverkaufsplattformen einher. Hier ersteht man nicht nur günstig CDs, Bücher, Möbel, Teppiche, Bilderrahmen, Stoffspielzeug oder Kleidung, sondern bekommt bisweilen Bettwanzen als Draufgabe mitgeliefert.

Die Tiere können es sich aber auch in am Dachboden wiederentdeckten Möbeln bequem gemacht haben, in Flohmarktware oder in Kleidungsstücken aus dem Secondhandshop. Wird der Hunger sehr groß, gehen die an sich standorttreuen Tiere auf der Suche nach einem neuen Wirt selbstständig auf Wanderschaft. Sie übersiedeln dann etwa aus befallenen, aber länger nicht mehr genutzten Wohnungen zum Nachbarn.

Genügsame Überlebenskünstler

Die erwachsenen Tiere sind papierblattdünn, etwa 5 bis 7 mm lang, braun bis schwarzbraun, haben einen segmentierten, rundovalen Körper und keine Flügel. Ein Weibchen legt in seinem einjährigen Leben bei guten Bedingungen etwa 300 bis 500 Eier. Vom Eistadium bis zur Geschlechtsreife häuten sich die Wanzen fünf Mal, der Körper sieht dabei bereits nach dem ersten Schlüpfen wie jener erwachsener Tiere aus, nur kleiner. Vor jeder Häutung benötigen sie eine Blutmahlzeit. Allerdings kommen sie auch bis zu ein Jahr lang ohne jegliche Nahrung aus. Bei Temperaturen von 25 bis 33 °C und regelmäßig verfügbarer Nahrung dauert es bis zur Geschlechtsreife rund fünf bis sechs Wochen. Unter 13 °C stoppt die Entwicklung, über 36 °C beginnen Missbildungen bei der Entwicklung der Tiere.

 

 

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
4 Stimmen
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo