Körperspende

Alternative zum Begräbnis

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Konsument 2/2009 veröffentlicht: 15.01.2009, aktualisiert: 05.02.2009

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Bei einer Körperspende kommt der Leichnam nicht gleich unter die Erde oder ins Krematorium, sondern zunächst auf den Seziertisch der Medizinischen Universität. Wer sich für diese Option entscheidet, muss zu Lebzeiten eine entsprechende Willenserklärung abgeben.

Unterschiedliche Beweggründe

Der eine macht es, weil er seine Hinterbliebenen nicht finanziell belasten will. Der andere, weil er der Medizin einen Dienst erweisen möchte. Der dritte, weil er der Ansicht ist, dass er mit seinen vielen Krankheiten sicherlich für die Wissenschaft ein interessantes Studienobjekt ist.

Zu Studien- und Lehrzwecken

Die Rede ist von der sogenannten Körperspende. Menschen erklären, dass nach ihrem Tod das Anatomische Institut der Medizinuniversität zu Studien- und Lehrzwe­cken über ihren Körper verfügen kann. Das ist möglich, weil das Selbstbestimmungsrecht auch über den Tod hinausreicht. Der Leichnam kommt auf den Seziertisch, damit Medizinstudenten den Aufbau des mensch­lichen Körpers nicht nur in Lehrbüchern, sondern auch am Objekt studieren können.

Rechtzeitig verfügen

Wer sich dafür entscheidet, sei es aus pragmatischen oder aus altruistischen Gründen, muss eine entsprechende Willenserklärung abgeben. Möglich ist das beim Anatomischen Institut in Wien, Graz oder Innsbruck. Viele machen den Fehler, dass sie ihre Verfügung nur im Testament festhalten. Doch das wird unter Umständen erst geöffnet, wenn der Leichnam schon begraben ist – und dann ist es zu spät.

Kostenbeitrag ist zu entrichten

Die entsprechenden Formulare für eine Körperspende sind bei den Anatomischen Instituten der Medizinuniversitäten erhältlich. In Wien ist auch ein Kostenbeitrag, derzeit 450 Euro, zu leisten. In der Steiermark muss die Überführung des Leichnams nach Graz bezahlt werden. (Details finden Sie bei den Adressen der Anatomischen Institute.) Sind die Formalitäten erledigt, erhält der Spender eine Bestätigung und ein Spenderkärtchen, das er stets bei sich tragen sollte. „Bitte unterrichten Sie Ihre Angehörigen von Ihrer Absicht der Körperspende“, heißt es im Informationsblatt des Wiener Instituts.

Stirbt der Spender, übernehmen die Anatomischen Institute alle erforderlichen Schritte, von der Überführung bis zur Beisetzung. Früher war die Körperspende auch in Wien kostenlos, das ist sie nicht mehr, doch nach wie vor kommt diese Verabschiedung so günstig wie keine andere.

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