Anlageberatung für Senioren

Was tun mit 40.000 Euro?

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Konsument 1/2011 veröffentlicht: 15.12.2010

Inhalt

  • Finanzanalyse lässt zu wünschen übrig
  • Gute Vorbereitung macht sich bezahlt
  • Worauf Sie beim Beratungsgespräch achten sollen

Reiferen Semestern wird oft zunehmende Begriffsstutzigkeit nachgesagt. Viele Menschen rund um die 60 sind heute davon weit entfernt und erfreuen sich bester geistiger Gesundheit. Aber Klischees wie dieses ­machen es leichter, sich ein wenig dümmer zu stellen als man ist und neugierig zu sein wie ein kleines Kind.

Genau das ist bei Beratungsgesprächen zur Geldanlage in Banken auch angesagt. Denn die Informationen, die dabei an ältere Kunden weitergegeben werden, reichen nicht immer aus, um sich ein klares Bild von dem Produkt zu machen, in das man sein Geld steckt.

Zielgruppe: 60plus

40.000 Euro standen unseren Testpersonen im Alter von 59 und 66 Jahren zur Verfügung, um sie als Einmalanlage zu investieren. Zielvorgabe: eine konservative, sicherheitsorientierte Anlageform mit möglichst guten Konditionen.

Größere Anschaffungen waren für die nächste Zeit nicht geplant, somit standen auch längerfristige Investitionen offen – wenn auch nicht zu langfristig: 20- bis 30-jährige Bindungen sind in diesem Alter eigentlich nicht zielgruppenadäquat, wie es in der Werbung so schön heißt, kommen aber nach den Erfahrungen aus der Verbraucherberatung selbst bei viel älteren Semestern immer wieder vor.

In unserer Erhebung wurden keine derartigen Langläufer vorgeschlagen; zehn bis zwölf Jahre waren es aber doch in mehreren Fällen, und selbst das ist aus unserer Sicht schon grenzwertig.

In geheimer Mission

Unsere Untersuchungsobjekte in Form von Bankfilialen lagen über Oberösterreich, Niederösterreich und Wien verstreut und wurden nach vorheriger Terminvereinbarung verdeckt, also "in geheimer Mission", aufgesucht. Um ein möglichst objektives Bild zu gewinnen, wurden bei jedem Anbieter mehrere Berater in unterschiedlichen Filialen unter die Lupe genommen.

Es bestätigte sich, was in vielen Lebensbereichen gilt: Gut oder weniger gut ist nicht konzern- oder systembedingt, sondern hängt großteils von den agierenden Personen ab. Manche der Berater verstanden einfach ihr Handwerk, bei anderen blieben viele Fragen offen. Somit ist eine gelungene Beratung oft auch Glücksache.

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Kommentare

  • Anlageberatung Senioren
    von REDAKTION am 07.02.2011 um 13:39
    Eine Nennung von einzelnen Produkten ist aufgrund der individuellen Situation jedes Anlegers aus Platz- und Übersichtlichkeitsgründen nicht machbar und sinnvoll. Unseres Erachtens ist es wichtiger, die Anleger (hier die Senioren) auf wichtige Eckpunkte für die eigene Finanzplanung (Absichten, zu besprechende Eckpunkte) aufmerksam zu machen und auch der Branche aufzuzeigen, wo Schwachstellen zur Behebung vorhanden sind und so die Anleger zu schützen. Die steuerlichen Aspekte, die zum Zeitpunkt der Erhebung noch teilweise sehr kontrovers diskutiert wurden, wurden bewusst nicht berücksichtigt. Steuerliche Anreize sollten nie ein Grund sein, ein bestimmtes Produkt zu wählen, da sich die Steuersituation jederzeit ändern kann. Ihr KONSUMENT-Team
  • Anlageberatung für Senioren
    von opritz am 25.01.2011 um 11:17
    Mit diesem Test sind die Senioren genau so schlau wie vorher. Warum kann mann die angebotenen Produkte nicht nennen. Eine Anlageberatung für Senioren nicht einfach, da die Anlageziele (Vererben, Absicherung usw.)sehr unterschiedlich sind. Steuerlich hat sich im Jahr 2011 einiges geändert, wurde das berücksichtigt?
  • Angebotene Produkte
    von REDAKTION am 10.01.2011 um 15:32
    Sehr häufig wurden zwei Produkte angeboten. Zum einen das „Modeprodukt“ Kombisparen – ein attraktiv verzinstes Sparbuch, das man nur bei gleichzeitiger Anlage des gleichen Betrages in andere Investments, z.B. Fonds erhält. Dabei wurde oft stark mit dem Sparteil und der attraktiven Rendite argumentiert. Die Risiken des Fondsanteils – der nicht wirklich zur Risikoneigung unseres Testszenarios passte, wurden eher beiläufig oder gar nicht erwähnt. Zum anderen Versicherungsprodukte, oft in Form einer Erlebensversicherung. Die Laufzeiten betrugen 10 bis 12 Jahre die Rendite ist angesichts dieser Bindungsdauer nicht berauschend, ein Ausstieg ist nur mit Verlust möglich. Daher beurteilen wir die Eignung für die Zielgruppe skeptisch. Ihr KONSUMENT-Team
  • Anlageberatung für Senioren
    von clock28 am 08.01.2011 um 20:44
    Welche Produkte wurden angeboten? Mit welcher Rentite?
  • Was tun mit 40.000 Euro?
    von Wasis am 08.01.2011 um 10:05
    Kommt die Antwort darauf erst im nächsten Konsument?
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