Drogerieartikel: Preise nicht für "Friends"

Kommentar von Bernhard Matuschak

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KONSUMENT 10/2013 veröffentlicht: 26.09.2013

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Preise im Supermarkt: Manche Produkte zur Körperpflege oder zur Reinigung kosten fast das Doppelte wie im Drogeriemarkt. Behandelt man so seine "Friends"? - Ein "Aufgespießt" von KONSUMENT-Redakteur Bernhard Matuschak.

Bernhard Matuschak (Bild: Wilke) 
Bernhard Matuschak
Redakteur

Praktisch, dass man im Supermarkt nicht nur Lebensmittel kaufen kann, sondern fast alles für den täglichen Bedarf bekommt, Drogerieprodukte beispielsweise. Das reichhaltige Sortiment lässt darauf schließen, dass sich das Geschäft für Billa, Interspar, Merkur & Co auch lohnt.

Zahnpasten, Deos, Shampoos

Offenbar decken sich hier viele Kunden gern mit Zahnpasten, Deos, Shampoos, Duschgels oder Reinigungsmitteln ein, ist ja alles da, da, da ... Die wenigsten dürften wissen, dass die Euros, die sie durch die Lebensmittel-Aktionen im Supermarkt sparen, beim Griff in die Drogerieregale dahinschmelzen wie Eiswürfel in der Julisonne.

Behandelt man so seine "Friends"?

Manche Körperpflege- oder Reinigungsartikel kosten im Vergleich zum Drogeriemarkt um die Ecke fast das Doppelte, das zeigt unser Preisvergleich Drogerieprodukte 10/2013. Warum Kundinnen und Kunden den Supermarktbetreibern massenhaft ins Netz gehen – zumal in einer Zeit, in der viele jeden Euro zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben –, können wir nicht beantworten. Aber: Behandelt man so etwa seine "Friends“?

Supermärkte gefragt

Deshalb wollten wir von Billa, Interspar und Merkur wissen, warum ihre Drogerieartikel um so viel teurer sind als bei BIPA, dm oder Müller. Stecken schlichte betriebswirtschaftliche Gründe hinter der Preispolitik oder ist es schnöde Raffgier? Rewe wies darauf hin, dass Drogerieprodukte dank Aktionen im Supermarkt gar nicht teurer seien als in der Drogerie (offenbar haben wir uns da irgendwie verschaut!).

Spar: "Preisvergleiche sind ein schwieriges Metier"

Bei Spar erklärte man uns, dass Preisvergleiche ein schwieriges Metier seien. Zudem hätten wir die Sache methodisch falsch angepackt, da wir das Tiefpreisprogramm eines Drogeriemarktes unberücksichtigt ließen. Darauf, dass ein anderer Drogeriemarkt die Produkte ohne Tiefpreisprogramm ebenfalls deutlich günstiger anbot als Interspar, wurde nicht eingegangen. Wir rätseln noch, warum.

Gleiche Preise bei Billa, Merkur und Interspar

Und auch, wieso viele Artikel bei Billa, Merkur und Interspar ziemlich exakt gleich viel kosten. Ein Schelm, wer dabei im Lichte jüngster Hausdurchsuchungen bei bestimmten Supermarkt-Betreibern auch nur im Entferntesten an so etwas wie Preisabsprache denkt.

Preisabsprachen oder Wettbewerb?

Vermutlich, ja ziemlich sicher ist es wieder einmal nur der Wettbewerb unserer Marktwirtschaft, der die Anbieter zu derlei zwingt. Aber das ist uns in diesem Zusammenhang eh wurscht: Geh lieber in den Drogeriemarkt, sagt unser Hausverstand!

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