Cholesterin

Freund und Feind zugleich

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KONSUMENT 10/2015 veröffentlicht: 25.09.2015

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Cholesterin ist besser als sein Ruf. Trotzdem sollten die Blutfettwerte im Auge behalten werden.

Jahrzehntelang waren Eier, rotes Fleisch, ­Butter und Milchprodukte als regelrechte Cholesterinbomben verrufen, die Lebens­mittel­industrie entwickelte eigens cholesterinarme Produkte, und wer genug Disziplin aufbrachte, achtete auf eine möglichst cho­lesterinfreie Ernährung. Mittlerweile konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden, dass stark cholesterinhaltige Lebensmittel keine nennenswerten Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel im Blut haben.

Überdosierung durch Nahrung praktisch unmöglich

Der Grund dafür ist ein faszinierender Selbstregulierungsmechanismus im Körper: Führt man mit der Nahrung viel Cholesterin zu, wird die ­körpereigene Produktion gehemmt und der mit einem zu üppigen Eierfrühstück zugeführte Cholesterin-Überschuss über den Darm wieder ausgeschieden. Für gesunde Menschen ist eine Cholesterin-"Überdosierung" aus der Nahrung daher praktisch unmöglich.

Besser auf gesättigte Fettsäuren achten

Das hat im heurigen Frühjahr sogar die Ernährungsexperten in den USA zu einer radikalen Kehrtwende bewogen: In den vergangenen Jahrzehnten herrschte dort bisweilen eine ­regelrechte Anti-Cholesterin-Hysterie; cho­lesterinhaltige Lebensmittel wurden in den offiziellen Ernährungsempfehlungen als ­Gefahr für die menschliche Gesundheit eingestuft.

Seit heuer wird in den US-Leitlinien nicht mehr davor gewarnt, Cholesterin gilt nicht mehr als Problem-Nährstoff. Ein Freibrief für ungehemmtes Schlemmen ist das trotzdem nicht. Gerade stark cholesterin­haltige Produkte enthalten oft auch viele gesättigte Fettsäuren meist tierischer Fette, die nach heutigem Stand der Forschung Arterienverkalkungen begünstigen. Es scheint also weitaus sinnvoller zu sein, auf die Art und Menge der Fettzufuhr zu achten, als cholesterinhaltiges Essen ganz vom Speise­plan zu streichen.

Die gute Seite des Cholesterin

Schließlich hat das Cholesterin auch seine gute Seite: Dieses Blutfett, in der Fachsprache Lipid genannt, wird zu etwa drei Vierteln in Leber und Darmschleimhaut gebildet, zu einem Viertel über Lebensmittel wie tierische Fette und Eigelb aufgenommen.

Trotz seines lange Zeit schlechten Rufs zählt es zu den lebenswichtigen Bau­steinen im Körper: Gemeinsam mit Triglyzerid, einem anderen Fettstoff, wird es in die Außenhaut von Zellen eingebaut und stellt das Grundgerüst für Hormone und Gallensäuren bereit. Da Cholesterin als Fettstoff in Wasser und somit auch im Blut nicht löslich ist, verbindet es sich mit Eiweißen. Diese Fett-Eiweiß-Verbindungen nennt man Lipoproteine.

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