Android-Apps: Verstöße gegen Datenschutzverordnung

Heimlich und oft grundlos

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veröffentlicht: 16.02.2018

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Über die Hälfte aller Android-Apps verstoßen derzeit gegen die im Mai 2018 in Kraft tretende Datenschutz-Grundverordnung der EU.

Heimlich und grundlos

Das Softwareunternehmen SafeDK fand heraus, dass 55 Prozent der im Android-System angebotenen Apps auf Daten zugreifen, die nach dem neuen Gesetz als privat erachtet werden. Sie erheben heimlich und oft grundlos Daten und greifen auf Gerätefunktionen zu, die für ihren Anwendungszweck nicht notwendig sind.

Drittanbieter-Elemente

Das Verzwickte daran: Viele App-Anbieter programmieren ihre Software nicht komplett selbst, sondern verwenden vorgefertigte Programmteile von Drittanbietern. Ebendiese greifen oft auf Daten zu. Sie verlangen GPS-Infos, also Ortsdaten (was manchmal für den Betrieb der App auch erforderlich ist), sie lesen aus, welche anderen Apps auf dem Handy installiert sind, wollen Zugriff auf das Mikrofon oder Kalendereinträge. In einem Drittel der Fälle spionieren solche Software Development Kits das Adressbuch aus. Das Ausmaß der Spähereien ist jedenfalls alarmierend hoch.

Google will ausmisten

Die betroffenen App-Anbieter werden aber schon vor Inkrafttreten der Datenschutzverordnung ein Problem bekommen. Denn der Android-Inhaber Google hat angekündigt schon vorher ausmisten zu wollen. Ab Mitte März sollen im Play Store keine Apps mehr zu finden sein, die maßlos Daten sammeln. Dann müssen sie aktiv die Zustimmung zur Erhebung einholen, sprich, der Nutzer muss sie mit einem „Einverstanden-Klick“ bestätigen. Zudem müssen die Apps mit einer eigenen Datenschutzerklärung versehen sein, in der auch angeführt werden muss, wofür die Daten gebraucht werden.

Lausch-Software in 1000 Handyspielen

Hauptgrund für die Spähereien ist die Weiterverwendung der Informationen für Werbezwecke. So wurde erst kürzlich ein Fall bekannt, bei dem ein Startup namens Alphonso Lausch-Software in über 1000 Spiele-Apps untergebracht hatte. Über das Mikrofon am Smartphone spioniert das Unternehmen das Fernsehverhalten der Betroffenen aus und verkauft die Daten an Firmen weiter, die ihre Werbung optimieren wollen. Zahlreiche mit der Software ausgestattete Apps sind für Kinder gedacht.

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