Druckerpatronen von Epson: schnell leer

Üppige Reserven

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KONSUMENT 7/2016 veröffentlicht: 23.11.2011

Inhalt

"Die Zitrone": Diese Epson-Patronen trocknen mit Sicherheit nie aus.

Die Erkenntnis, dass man teure Original-Druckerpatronen nie bis zum letzten Tropfen nutzen kann, ist nicht neu. Die folgende Geschichte eröffnet aber neue Einblicke:

Herr Leiner besitzt einen Epson-Tintenstrahldrucker. Die passenden Patronen enthalten laut Herstellerangaben 6,6 Milliliter Tinte. Schon öfter war Herrn Leiner aufgefallen, dass die Patronen immer wieder überraschend schnell leer waren. Ein rein subjektiver Eindruck, den er eines Tage mit etwas objektiveren Mitteln überprüfen wollte. Eines davon war das Abwiegen.

Ein Drittel am Papier

Druckertinte hat ein vergleichbares spezifisches Gewicht wie Wasser (aus dem sie ja großteils besteht); man kann also davon ausgehen, dass ein Milliliter rund einem Gramm entspricht. Herrn Leiners Messungen führten zu überraschenden Ergebnissen: Der Gewichtsunterschied zwischen voller und (angeblich) leerer Patrone betrug lediglich 2,0 bis 2,2 Gramm! Das bedeutete, dass die Patrone immer noch rund 4,5 Milliliter Tinte enthielt!

Epsons Antwort: wie ein Werbetext

Der nächste Schritt war ein Schreiben, in dem er die Firma Epson mit dem oben Geschilderten konfrontierte. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, ging allerdings nicht auf die konkreten Messungen ein, sondern las sich wie ein Werbetext. Nach einem Absatz voller Eigenlob zur Qualität und Präzision der Geräte und Druckköpfe von Epson, stand dort Folgendes: „Die in der Patrone verbleibende Restmenge […] bildet eine Sicherheitsreserve. [Sie] sorgt dafür, dass keine Luftblasen in das Drucksystem gelangen. […] Dies gilt […] sowohl in heißen als auch kalten Gebieten und in solchen mit hoher oder niedriger Luftfeuchtigkeit. [Die] Sicherheitsreserve [ist] so bemessen, dass […] stets genügend Tinte in der Patrone verbleibt, um ein Austrocknen des Druckkopfes zu verhindern.“

Zwei Drittel Rest

Alles schön und gut und nachvollziehbar, doch zwei Drittel der Gesamtfüllmenge als Restmenge zu bezeichnen, ist gewagt. Mit einer solchen nicht nutzbaren Sicherheitsreserve übersteht der Druckkopf vermutlich Jahre, ohne auszutrocknen. Aber ob das im Sinne der Kunden und der Umwelt ist?

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Kommentare

  • Nie wieder Tintenstrahdrucker!!!
    von tacco am 12.07.2016 um 20:18
    Aus eigener Erfahrung kann ich jedem nur abraten, einen Tintenstrahdrucker, egal welche Marke, zu verwenden. Es befindet sich bei diesen Druckern am Boden eine sog. "Saugmatte" die die überschüssige Tinte aufsaugen soll. Macht sie auch. Aber zusätzlich wird bei JEDEM Einschalten Tinte in diese Matte gepumpt. Das erklärt auch den raschen Tintenverbrauch!!!! Ist diese "Saugmatte" voll, erscheinen Fehlermeldungen ( bei mir unverständlicherweise: "Druckkopfwechsel durchführen". Eine Falschmeldung, wie sich bald heraustellen sollte. Ich rate daher zu einem S/W Laserdrucker. Vor dem Kauf sollt man auf den diversen Internetseiten die Kosten für die entsprechenden Toner eruieren. Die Kosten sind hier mittelfristig jedenfalls niedriger als bei den -billigen Tintenstrahlern mit den sehr teuren Tintenpatronen-.
Bild: VKI