E-Book-Reader

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KONSUMENT 6/2013 veröffentlicht: 29.05.2013

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Der Anbieter liest mit und ...

Das geschlossene System ist der Hauptkritikpunkt an Amazon. Es funktioniert zwar zugegebenermaßen gut und bietet eine reiche Buchauswahl. Aber: Der Anbieter kann aufgrund der verpflichtenden persönlichen ­Anmeldung jederzeit nachvollziehen, welcher Kunde zu welchem Zeitpunkt welche Literatur konsumiert, ja sogar welche elekt­ronischen Lesezeichen und Notizen er im Buch anbringt.

... kann Lesegewohnheiten nachverfolgen

Allerdings wäre es unfair, Amazon alleine den Schwarzen Peter zuzuschieben. Auch andere Hersteller betreiben eigene Book­stores und können die Lesegewohnheiten ihrer Kunden problemlos nachverfolgen. In welchem Ausmaß die Anbieter dies tun und wofür sie die erhobenen Daten verwenden, ist unklar. Das geht hin bis zum möglichen Weiterverkauf an Dritte. Von Amazon ist ­jedenfalls bekannt, dass die Kunden auf ­Basis dieser Daten regelmäßig personali­sierte Empfehlungen für den nächsten Einkauf erhalten.

Einschränken des Nachverfolgens mit Komfortverlust

Möchten Sie das Mitlauschen zumindest einschränken, dann müssen Sie die WLAN-Verbindung abschalten und Bücher nicht mehr über den ins Gerät integrierten Browser, sondern über den Computer kaufen und herunterladen. Das bedeutet aber aufgrund des Umwegs wieder eine gewisse Komforteinbuße.

Käufer mit beschränkten Rechten

Ein anderes Phänomen der Digitalisierung ist das Digital Rights Management (DRM), also die Rechteverwaltung seitens des Anbieters, die nichts anderes ist als eine Beschränkung für den Benutzer. E-Books mit DRM sind zwar nicht die Regel, aber man begegnet ihnen – auch, weil manche Verlage damit die Ver­breitung unerlaubter Kopien unterbinden möchten. DRM-geschützte E-Books sind an das persönliche Benutzerkonto und einen bestimmten E-Book-Reader gebunden, können dadurch nicht weitergegeben werden und verbleiben sogar im Eigentum des Anbieters. So gesehen ein eher fragwürdiger Ansatz.

Viele kostenlose Bücher

Auf der anderen Seite findet man im Internet eine Vielzahl kostenloser Bücher im ePub- oder im PDF-Format (das alle E-Book-Reader mehr oder weniger gut beherrschen), während andere Formate wenig Marktbedeutung haben. Vereinfacht gesagt endet das Urheberrecht an einem Buch 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Das heißt, dass auch viele Klassiker der Literaturgeschichte mittlerweile als E-Books zugänglich sind, sofern sich jemand die Mühe gemacht hat, sie zu digitalisieren. Ein Projekt, das sich im Dienste der Allgemeinheit dieser Sache angenommen hat, ist das "Projekt Gutenberg".

Was gegen Notebooks, Tablets und Smartphones spricht

Immer wieder ist übrigens die Frage zu ­hören, wozu man überhaupt einen E-Book-Reader braucht, nachdem E-Books – mit der entsprechenden Software bzw. mit Apps – genauso am Computer wie auch am Tablet oder am Smartphone gelesen werden können. Natürlich ist das eine persönliche Entscheidung, aber hier sind die Argumente für den E-Book-Reader: Desktop-Computer sind nicht mobil. Gegen Notebooks, Tablets und Smartphones sprechen die vergleichsweise kurzen Akkulaufzeiten und die für die Farbdarstellung optimierten LED-Displays mit Hintergrundbeleuchtung, welche die Augen beim Lesen von reinem Text schneller er­müden lassen. Bei den Smartphones kommt dann noch die Kleinheit dazu.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Bookeen
    von hartmann1 am 09.11.2013 um 12:00
    Thalia bietet außer dem Tolino auch einen Reader namens Bookeen an. Der kostet € 30,- mehr, ohne dass (für mich) ein Vorteil erkennbar ist. Weiß wer was dazu?
  • DRM nicht die Regel??
    von aschatt am 20.06.2013 um 19:21
    "E-Books mit DRM sind zwar nicht die Regel, aber man begegnet ihnen" Diese Aussage ist falsch. Leider ist genau das Gegenteil der Fall: DRM ist die Regel, Bücher ohne DRM die absolute Ausnahmen. Alle Kindle Bücher sind mit DRM geschützt, ebenso die Bücher die über alternative Plattformen wie Thalia vertrieben werden. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Anbieter, die konsequent auf DRM verzichten. Mir ist eigentlich nur ein großer Verlag (O Reilly) bekannt.
  • Lesen am Strand
    von REDAKTION am 12.06.2013 um 11:33
    Die E-Reader sind in hellem Sonnenlicht sehr gut lesbar. Das liegt an der speziellen E-Ink Technologie, die auf das Auge wie ein natürliches Papier wirkt. Vorteile: Augen ermüden nicht beim Lesen, der Bildschirm blendet nicht in der Sonne, verbrauchen kein/sehr wenig Strom. (Strom wird nur beim Umblättern verbraucht). Für mehr Infos lesen Sie auch bitte in Konsument 07/2012 nach. Wie alle elektronischen Geräte sind auch E-Books anfällig gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung. Sie können das Gerät mit einer entsprechenden Hülle davor schützen. Ihr Konsument-Team
  • lesen am strand
    von jumpingjack am 11.06.2013 um 18:13
    wie gut lesbar sind die e-reader in hellem sonnenlicht? wie gut gegen feuchtigkeit und sand gesichert?
  • E Book Reader
    von ott am 31.05.2013 um 15:06
    Ich besitze seit 11/13 einen Bookeen Cybook Odysee mit Hintergrundbeleuchtung und bin sehr zufrieden damit. Verbesserungswürdig wäre noch ein MP3 Player. Abgesehen davon Top Gerät. Kempe R.
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