KONSUMENT.AT - Feuchtigkeitsschäden bei Handys - Fa. Mobiletouch will nochmals prüfen

Feuchtigkeitsschäden bei Handys

Gewährleistung unter Wasser

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KONSUMENT 6/2013 veröffentlicht: 29.05.2013, aktualisiert: 25.06.2015

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Identifizierung an IMEI-Nummer

In vielen Fällen aber ist von Feuchtigkeit keine Spur oder der Feuchtigkeitseintritt hängt nicht ursächlich mit dem Schaden zusammen. Ein besonders dreister Fall: Ein Servicebetrieb, der mittlerweile den Namen gewechselt hat, verweigerte die Reparatur eines Sony-Handys auf Gewährleistung wegen Wasserschadens und legte auch ein Foto als Beleg bei. Das Foto zeigte deutliche Oxidationsspuren an einer sensiblen Stelle – die Ablehnung schien also gerechtfertigt. Allerdings war auf dem Foto auch die IMEI-Nummer zu sehen, mit der jedes Handy eindeutig identifiziert werden kann. Und diese stimmte nicht mit der Nummer des zur Reparatur eingeschickten Handys überein. Wie oft die Firma dieses Foto eingesetzt hat, um Gewährleistungsansprüche erfolgreich abzuwehren, ist nicht bekannt.

Schweigegelübde

Für Gutachter Parhammer war dieser Fall hingegen ein leichtes Spiel: Er stellte fest, dass das infrage stehende Handy keinerlei Spuren von Feuchtigkeit aufwies, und sprach die Firma darauf an. Worauf diese sofort einlenkte: Sie ersetzte dem Kunden das Mobiltelefon und bezahlte überdies die Anwalts- und Gutachterkosten. Allerdings musste sich der Kunde verpflichten, Stillschweigen zu bewahren. Solche Schweigegelübde sind laut Parhammer in der Branche keine Seltenheit, wenn Unternehmen mit Gegengutachten konfrontiert werden – das ist wohl auch mit ein Grund dafür, warum die Öffentlichkeit so wenig über die vorgetäuschten Wasserschäden erfährt.

Mobiletouch will nochmals prüfen

Doch oft weisen die Firmen mit der lapidaren Feststellung "Wasserschaden" jeden Anspruch des Kunden zurück. Die Firma mobiletouch in Wien 23 ist häufig in solche Fälle verwickelt, sie ist offenbar für LG, Nokia, Samsung und Sony tätig. Ein angeblich "wassergeschädigtes" Samsung Nexus übergaben wir Gutachter Parhammer zur Untersuchung. Ergebnis: Die Indikatoren, die sich bei Feuchtigkeit verfärben, waren unverändert, es waren nur unerhebliche Feuchtigkeitsspuren an der USB-Schnittstelle erkennbar, die für ein länger im Gebrauch befindliches Handy als völlig normal bezeichnet werden können. Damit konfrontiert, hat uns mobiletouch angeboten, "das Gerät nochmals genauestens anzusehen". Über den weiteren Fortgang dieses Falles werden wir berichten.

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Kommentare

  • angeblicher Wasserschaden beim Samsung Galaxy S3
    von Panowetz am 10.07.2014 um 13:34
    Weihnachten 2012 bekam ich mein Samsung Galaxy S3. Nach genau 1 Jahr funktionierte es plötzlich nicht mehr - das Display war schwarz, das Handy extrem heiß und ließ sich nicht mehr abschalten. Also Samsung Hotline angerufen - wurde auf Servicestelle verwiesen - und habe Handy gleich dort zur Ansicht gebracht - Ergebnis- Wasserschaden!! Ich war weder im oder in der Nähe von Wasser mit dem Handy, noch habe ich es in der Küche (Dunst) verwendet, und auch nicht im Regen telefoniert. Kosten € 40,-, aber Reparatur wurde verweigert. Ich kann mir ja ein neues kaufen, war das Argument. Gott sei Dank habe ich dann im Internet die "Handyrettung" im 22.Bezirk in Wien gefunden, wo mein Handy dann erfolgreich repariert wurde, und auch heute noch funktioniert. Ein Wasserschaden wurde schon festgestellt, woher dieser auch immer gekommen sein mag.... Kosten nochmals um die € 50,- - Gesamt daher € 90,-, aber immerhin noch billiger als ein neues Handy. Samsung Kundenfreundlichkeit -10 Handyrettung Kundenfreundlichkeit +10 Fazit: ein enttäuschter Samsung-Kunde
  • Wasserschaden ist nicht gleich Totalschaden
    von RKorecky am 03.08.2013 um 09:37
    Die Hersteller wollen anscheinend, dass sie ständig neue SmartPhones verkaufen. Aber selbst ein massiver Wasserschaden lässt sich oft gut reparieren. Ich war vor kurzem mit einem iPhone 4S in einem Swimming Pool baden. Das Handy war etliche Minuten unter Wasser, wahrscheinlich gut 15 Minuten. Ich habe es dann entsprechend vielen Tipps für einige Tage in Reis luftdicht verpackt trocknen lassen. Der Reis zieht die Feuchtigkeit aus dem Gerät. Doch auch nach dem Trocknungvorgang funktionierte es nicht mehr. Doch bei einem rund 600 Euro teuren Gerät zahlt es sich doch aus, auch eine Reparatur in Betracht zu ziehen. Ein wenig im Internet gesucht und relativ schnell eine Firma in Wien gefunden, die sich auf die Reparatur diverser SmartPhones vor allem auch von Apple spezialisiert hat. Die Firma hat für Standardreparaturen sogar Fixpreise. Nach einem Tag bekam ich einen mündlichen Kostenvoranschlag. Um 100 Euro ließ ich den Wasserschaden reparieren und das iPhone funktioniert nur wieder einwandfrei. Anzumerken ist auch, dass die Firma nichts verlangt hätte, wenn ich mich gegen die Reparatur entschieden hätte. Ich finde Reparaturkosten von 100 Euro bei so teuren Geräten absolut angemessen, wenn man das Gerät danach noch länger nutzen kann.
  • Wasserschaden
    von Lucy1994 am 31.05.2013 um 19:17
    Mein Handy hatte auch einen Wasserschaden. Angeblich war es selbstverschuldet (durch zu viel schwitzen...) und daher kein Garantiefall. Außerdem habe ich mein Handy nie wieder gesehen, denn ich hätte einen bestimmten Betrag Geld bezahlen müssen, damit ich mein kaputtes Handy wiederbekomme!!