Internet der Dinge

Spione in der Wohnung

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KONSUMENT 2/2017 veröffentlicht: 26.01.2017

Inhalt

Vernetzte Haushaltsgeräte waren ein großes Thema bei der Internationalen Funkausstellung 2016 in Berlin. Der Kühlschrank als Schaltzentrale zur Verwaltung des Familienlebens ist keine Zukunftsvision. Beleuchtungskörper, Überwachungs- und Heizungsanlagen lassen sich bereits über Smartphone-Apps steuern.

Hackerangriffe

My friend Cayla (Bild: VKI)

Während Computer mehrfach gegen Angriffe aus dem Internet geschützt sind, liegt das Sicherheitsbewusstsein in den genannten Bereichen oft im Argen – sowohl bei den Herstellern als auch bei den Nutzern. Kein Wunder, dass Hacker in den USA vergangenen Oktober den einfacheren Weg wählten. Statt Computern kaperten sie Tausende von Haushaltsgeräten, um mit ihrer Hilfe Streamingdienste wie Netflix und Spotify lahmzulegen. Wer meint, dem entgehen zu können, möge einen Blick ins Kinderzimmer werfen.

Sicherheitslücken im Kinderzimmer

Kurz vor Weihnachten haben wir gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen vor der interaktiven Puppe  „My friend Cayla“ gewarnt. Sie kann unter anderem Kinderfragen beantworten, benötigt dazu aber eine Internetverbindung via App. Bedenklich ist nicht nur, dass sich jeder im Umkreis von 10 bis 15 Metern per Bluetooth mit dem Smartphone einklinken und mitlauschen bzw. die Puppe seine Worte sprechen lassen kann. Der App-Entwickler sammelt massenhaft Nutzerdaten, die er an ein US-Unternehmen weitergibt. Das sogenannte Internet der Dinge bietet faszinierende Möglichkeiten, doch es kann nicht sein, dass wir als Versuchskaninchen dienen. Die Hersteller sind gefordert, sichere Lösungen anzubieten.

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Kommentare

  • sidestep
    von sidestep am 28.01.2017 um 15:30
    Bin und bleibe (ausgenommen normales Tastenhandy + PC) in der analogen Welt - wer braucht ferngesteuete Türöffnungs-, und Haushaltssysteme - je komplizierter, je teurer und unsicherer! Die Haftung liegt lt. Versicherungen dann ja auch beim Besitzer :-(.
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