Datenschutz: Virenscanner

Wölfe im Schafspelz

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KONSUMENT 12/2015 veröffentlicht: 26.11.2015

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Die Anbieter von Gratis-Virenscannern sammeln Nutzerdaten nicht nur, sondern verkaufen sie auch. Der Unterschied zu jenen, vor denen sie Schutz bieten sollen, schwindet dahin.

Bisher in unserer Datenschutz-Reihe erschienen:


Computer, Tablets und Smartphones dienen vielen von uns schon längst als eine Art erweitertes Gehirn. Umso wichtiger ist es, unsere darauf gespeicherten Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Ein stets aktuell gehaltener Virenscanner ist dabei das Mindeste, womit man sich Basissicherheit verschafft. Doch was, wenn gerade diese Software, die eigentlich Malware aufspüren sollte, Informationen über uns weitergibt? - Lesen Sie auch Aufgespießt: Virenschutz - AVG verkauft Nutzerdaten 12/2015

Das Ziel: Geld verdienen

Genau das geschieht – und nicht nur bei AVG, jenem Unternehmen, das zuletzt für Schlagzeilen sorgte, weil es immerhin so ehrlich war, die Absicht des Datenverkaufs offen zuzugeben. Das Unternehmen, das neben Avast und Avira zu den größten Anbietern von kostenloser Antivirensoftware zählt, hat mit Mitte Oktober 2015 seine Datenschutzbestimmungen geändert.

Im neuen Vertragstext räumt sich AVG das Recht ein, Daten von Kunden der kostenlosen Version „Antivirus Free“ zu verkaufen. „Wir verwenden Daten, um […] Mitteilungen, Angebote und Werbung zu versenden und aus unseren kostenlosen Angeboten durch Nutzung nicht personenbezogener Daten Geld zu verdienen“, steht im erneuerten Text.

Umfangreiche Datenweitergabe an Dritte

Entsprechende Infos würden an Dritte weitergegeben und gegebenenfalls zusammengefasst oder anonymisiert öffentlich gezeigt. Dazu gehören die mit dem Gerät verbundene Werbe-ID, der Browser-und Suchverlauf einschließlich der Messdaten, der Internetdienstanbieter bzw. das Mobilfunknetz sowie Infos über „Daten, die Sie auf Ihrem Gerät haben und wie sie genutzt werden“.


Dieser Artikel entstand im Rahmen der "Action 670702 – ECC-NET AT FPA", für welche das Europäische Verbraucherzentrum Österreich Förderungen aus den Mitteln des Verbraucherprogramms der Europäischen Union (2014–2020) erhält.

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