Datenschutz: Runtastic

Der große Daten-Run

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KONSUMENT 9/2015 veröffentlicht: 27.08.2015

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Mit Smartphone-Apps wie Runtastic überprüfen Millionen von Menschen ihre sportlichen Aktivitäten, den Schlaf und ihren physischen und psychischen Zustand. Was mit den hochsensiblen Daten geschehen kann, ist vielen Usern nicht bewusst.

Bisher in unserer Datenschutz-Reihe erschienen:


Habe ich mich heute genug bewegt? Wie viele Kalorien habe ich verbrannt? Wie ist es um meinen Puls bestellt? Und habe ich lange und gut genug geschlafen? Wer sich regelmäßig solche Fragen stellt und technische Gerätschaften in Anspruch nimmt, um ihnen auf den Grund zu gehen, der ist Teil der Quantified-Self-Bewegung. Selbstvermessung, Lebensstil-Optimierung – was einst eine Spielerei für eine kleine Gruppe von Menschen war, ist zum Megatrend geworden.

Datenerhebungen mit bedenklichem Verlauf

Ein Unternehmen, das im weltweiten Selbstvermesser-Geschäft ganz vorne mitmischt, ist die österreichische Firma Runtastic. Wir haben die Angebote von Runtastic beispielhaft unter die Lupe genommen und festgestellt, dass solcherlei Datenerhebungen einige Risiken bergen und einen bedenklichen Verlauf nehmen können.

Für alle sportlichen Lebenslagen

Das Gros der User entscheidet sich zunächst für die kostenlose "Runtastic Laufen und Fitness"-App. Die Tracking-Anwendung zeichnet über GPS die gelaufene Strecke, die Geschwindigkeit und die verbrannten ­Kalorien auf. Auch andere Sportarten (etwa Skifahren oder Reiten) können erhoben ­werden. Wer möchte, kann seine Ergebnisse direkt auf Facebook oder Twitter mit seinen Freunden teilen. Auf der Seite runtastic.com kann ein Nutzer veröffentlichen, wo er ­gerade läuft, und umgekehrt nachschauen, welcher andere User wann und wo unterwegs ist.

Apps für die Herzfrequenz, besseren Schlaf, ...

Daneben werden noch weitere Apps offeriert: etwa fürs Radfahren oder Mountain­biken, fürs Aufzeichnen von Push-ups, Sit-ups und Pull-ups, ein Sixpack-Trainer, ein Trainer speziell für ein knackiges Hinterteil oder wohlgeformte Beine, ein Schrittzähler, ein Höhenmeterzähler, ein Messgerät für die Herzfrequenz und die App "Sleep Better", mit deren Hilfe der Schlaf optimiert werden soll.

Kombination mit Uhr, Waage, Brustgurt

Unterstützt werden kann die von Runtastic aufgezeichnete Fitness mit allerhand Gerätschaften, die für noch präzisere Messergebnisse sorgen: mit einer Uhr namens Runtastic Orbit (sie zeichnet 24 Stunden lang Fitness, Aktivität und Schlaf auf), einer Waage, die in Verbindung mit einer App Gewicht, Körperfett- und Wasseranteil, Muskel- und Knochen­masse sowie den Kalorienverbrauch erhebt, einem den Puls messenden Brustgurt etc.


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Kommentare

  • Alternativen
    von locust am 01.09.2015 um 10:40
    Fitness-Tracker sind so eine Sache. Sie schaffen zwar einerseits Motivation, jedoch lässt diese auch sehr schnell wieder nach. So hatte ich nach zwei Monaten keine Lust mehr ständig die dafür nötige Ausrüstung mitzuschleppen und es war mir ehrlich gesagt auch zu lästig die Aufzeichnungen nach jeder Aktivität zu verwalten. Schließlich spüre und weiß ich abends nach dem Sport was ich getan habe, und das genügt mir völlig. Insofern bin ich froh, so wieder mehr Abstand von der Technik gewonnen zu haben. Hie und da verwende ich noch einen Tracker um Strecken aufzuzeichnen und diese z.B. in OpenStreetMap einzuzeichnen. Hier habe ich mich längst gegen Runtastic entschieden, da die dauernde Werbung für Gold-Mitgliedschaften etc. nervig wurde und ich eine Weile lang nicht in der Lage war, die benötigten GPX-Dateien herunterzuladen. Wer sich im App-Store umsieht, wird sehr bald äußerst gute und auch ohne Online-Konto verwendbare Alternativen finden. Für Windows Phone kann ich spontan "Run The Map" empfehlen.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo