KONSUMENT.AT - Corona-Impfstoff Astra Zeneca - Schutzeffekt

Corona-Impfstoff Astra Zeneca

Einschätzung zur Wirkung

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KONSUMENT 4/2021 veröffentlicht: 09.03.2021, aktualisiert: 19.04.2021

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Das Impfserum von AstraZeneca wurde Ende Jänner 2021 in der EU zugelassen. Wie gut schützt der Impfstoff, und welche unerwünschten Wirkungen hat er? Unsere Experten von medizin-transparent.at geben ihre Einschätzung dazu ab.

Astra-Zeneca-Impfstoff gegen COVID-19 (Foto: Giovanni-Cancemi/Shutterstock)

Zulassungsstudie

In die Zulassungsstudie gingen die Daten von rund 10.500 Testpersonen ein. Die eine Hälfte der Probanden bekam zwei Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs, die andere Hälfte zum Vergleich zwei Dosen eines Meningokokken-Impfstoffs oder eines Scheinimpfstoffs (Placebo) aus Kochsalzlösung.

Zwischen den beiden Impfdosen lag ein zeitlicher Abstand von 4 bis 12 Wochen. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich bis 2,5 Monate nach Erhalt der zweiten Impfdosis. In dieser Zeit erkrankten trotz Verabreichung des Impfstoffes 1,2 Prozent der Testpersonen an COVID-19. In der Kontrollgruppe waren es 3 Prozent.

Die Impfung verhinderte somit 60 Prozent der COVID-19-Erkrankungen, die ohne Impfung aufgetreten wären. Man sagt auch: Die Schutzwirkung beträgt 60 Prozent. Da der Impfstoff in der EU eine bedingte Zulassung erhalten hat, ist die Herstellerfirma verpflichtet, so bald wie möglich weitere Daten vorzulegen. Die Zulassungsstudien sollen noch bis Herbst 2021 laufen, außerdem wurden zusätzliche Studien gestartet.

Schutzeffekt

Der Schutzeffekt des AstraZeneca-Serums scheint demnach niedriger zu sein als jener der anderen beiden Impfstoffe von BioNTech und Moderna. Die Angaben zur Schutzwirkung sind jedoch nicht exakt und haben eine Schwankungsbreite. Es besteht noch Forschungsbedarf, wie der Impfstoff von AstraZeneca im direkten Vergleich mit den anderen Corona-Impfstoffen abschneidet und wie verlässlich er schwere Erkrankungen verhindert.

Insgesamt erkrankten im Rahmen der Zulassungsstudie 8 Testpersonen so schwer an COVID-19, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Diese 8 Personen hatten alle die Schein-Impfung erhalten. Aus der Gruppe der mit dem Serum von AstraZeneca geimpften Personen erkrankte niemand schwer an COVID-19. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass AstraZeneca verlässlich vor schweren Verläufen oder Todesfällen schützt. Auch hier sind noch mehr Erfahrungswerte notwendig.

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Kommentare

  • Es gibt mehr offene Fragen als hier angeführt
    von theltalpha am 06.04.2021 um 21:03
    Sehr geehrte Redaktion! Es gibt noch mehr offene Fragen und Aspekte, als hier angeführt wurden. Der KONSUMENT könnte sich hier als einziges seriöses Medium hervortun und diese Punkte ansprechen. Damit könnte er einerseits den Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln nehmen, die diese Punkte auch ansprechen, aber mit so absurden weiteren Theorien vermischen, dass man geneigt ist, alle Punkte (auch die eigentlich berechtigten) als Verschwörungstheorie abzutun; andererseits könnte man die vernünftig Antwortsuchenden unterstützen, damit diese eben nicht in einen Topf mit den Verschwörungstheoretikern geworfen werden. Die für mich offenen Punkte, die der KONSUMENT im Sinne einer umfassenden Berichterstattung unbedingt ansprechen oder hinterfragen sollte, sind:

    1) Bei der Zulassungsstudie trat bei der Gruppe der mit dem tatsächlichen Wirkstoff Geimpften in zeitlichem Zusammenhang bei zwei Personen eine Rückenmarksentzündung auf (https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32661-1/fulltext). Das ist eine Person pro 2625 Personen! Gibt es Berichte über diesen adversen Effekt bei den Regelimpfungen oder war dies ein unwahrscheinlicher, aber eben doch aufgetretener statistischer Ausreißer in der Zulassungsstudie?

    2) Die Sicherheit mag für kurzfristige Nebenwirkungen gut erwiesen sein, jedoch muss man so ehrlich sein, zuzugeben, dass man über langfristige adverse Effekte noch keine Aussage treffen kann, da solche erst nach einigen Jahren auftreten können. Aus gutem Grund (und nicht nur, weil nicht so viel Geld zur Verfügung stand wie jetzt) dauern Impfstoffstudien normalerweise mehrere Jahre, bis sie abgeschlossen sind (https://www.aerztezeitung.at/fileadmin/PDF/2017_Verlinkungen/State_Entwicklung_Impfstoffe.pdf), um auch solche Effekte, die eben keine kurzfristigen Nebenwirkungen sind, festzustellen.

    3) Ein spezieller Effekt ist die Einbindung der Adeno-Vektorviren in die DNS den Geimpften. Aus der Krebstherapieforschung weiß man, dass dies in bis zu 1 % der Fälle geschehen kann (https://www.researchgate.net/publication/11269719_Adenovirus_As_An_Integrating_Vector). Ob dies einen adversen Effekt haben kann oder nicht, weiß man nicht. Leider wird es jedoch publikumswirksam als Unfug dargestellt, dass das passieren kann, obwohl es wie gesagt Forschungen dazu gibt. Das zerschlägt leider jegliches Vertrauen.

    4) Die "Mutter der mRNA-Impfstoffe" Katalin Karikó bringt in einem Interview mit der "Presse" (https://www.diepresse.com/5957908/die-mutter-des-mrna-impfstoffs-geld-war-nie-meine-motivation - kostenpflichtig) einen interessanten Aspekt auf, der auch angesprochen werden muss: Bei Impfstoffen aus Basis von Vektorviren kann der Körper eine Immunität gegen das Vektorvirus selbst entwickeln. Das bedeutet, dass Impfstoffe, die auf demselben Vektorvirus basieren, wirkungslos bleiben. Als praktisches Beispiel führt sie den Impfstoff gegen Ebola an, von dem es nur einen, und zwar auch von AstraZeneca, gebe und für den AstraZeneca denselben Vektorvirus verwende wie für die Impfung gegen COVID-19.