KONSUMENT.AT - Darbo Feiner Blütenhonig - Weit gereistes Produkt

Darbo Feiner Blütenhonig

Honig aus Übersee

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KONSUMENT 9/2021 veröffentlicht: 22.07.2021

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Was Konsumentinnen und Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Darbo Feiner Blütenhonig ist weiter gereist, als man denkt. Wo österreichische Herkunft erwartet wird, ist Honig aus Mexiko drin.

Das steht drauf: Darbo Feiner Blütenhonig

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Die Firma Darbo mit Sitz in Tirol vertreibt unter anderem verschiedene Honigsorten, darunter Darbo Feiner Blütenhonig, den ein Konsument bei uns meldete. Da er bei einem Produkt der Tiroler Firma Darbo Honig aus Österreich erwartet hatte, war er von der angegebenen Herkunft des Honigs ziemlich überrascht: Laut Etikett stammt der Blütenhonig gar nicht aus Österreich, sondern aus Ungarn, Rumänien und Mexiko!

Die Enttäuschung darüber ist so groß, dass der Konsument bis auf Weiteres keine Produkte von Darbo mehr kaufen möchte, wie seinem Schreiben zu entnehmen ist: „Darbo Feiner Blütenhonig, laut Etikett aus 3 verschiedenen Ländern: Ungarn, Rumänien, Mexiko. Man sollte meinen, dass ein in Tirol ansässiges Unternehmen mit regionalen Imkern zusammenarbeitet. Diese Fehleinschätzung habe ich leider erst nach dem Einkauf bemerkt. Solange das der Fall ist, werde ich keine weiteren Produkte der Firma Darbo kaufen. Europäische Drittländer könnte ich verstehen, aber Import von Honig aus Übersee?“

Transparenz im Sinne der Honigverordnung

Bei Honig muss das Ursprungsland laut Honigverordnung am Etikett angegeben werden. Die Verordnung besagt: „Auf dem Etikett ist das Ursprungsland, in dem bzw. sind die Ursprungsländer, in denen der Honig erzeugt wurde, anzugeben. Hat der Honig seinen Ursprung in mehr als einem EU-Mitgliedstaat oder Drittland, so kann stattdessen folgende Angabe gewählt werden:

  • Mischung von Honig aus EU-Ländern
  • Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern
  • Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern

Nachhaltigkeit gefragt

Es ist im Sinne der Transparenz erfreulich, dass Darbo die konkreten Ursprungsländer angibt. Dass ändert jedoch nichts daran, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten in den Honig-Produkten von Darbo Honig aus Österreich erwarten. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit wäre es empfehlenswert, die Transportwege so kurz wie möglich zu halten und sofern möglich heimischen Honig zu bevorzugen.

Sortimentspolitik der Supermärkte und Verfügbarkeit

Hersteller Darbo informierte in seinem Schreiben an uns über den Honigkauf von österreichischen Imkern. Den Hintergrund für das Verwenden von Honig aus verschiedenen Ländern erklärt der Hersteller so: Abgesehen davon, dass das Angebot von heimischem Honig der Sortimentspolitik der Supermärkte unterliege, könne die heimische Honigernte weniger als die Hälfte der österreichischen Nachfrage abdecken. Zudem kündigt Darbo an, daran zu arbeiten, zusätzliche Supermarktketten vom Darbo-Sortiment an österreichischem Honig zu überzeugen. Das ist erfreulich. Wir werden uns davon überzeugen und bleiben dran.

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