Haare in Semmeln & Co

Nur ein Gerücht

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KONSUMENT 8/2015 veröffentlicht: 30.07.2015

Inhalt

"Ich habe gehört, dass in Teiglingen, die bei uns aufgebacken werden, Menschenhaar stecken soll, um die Teigstruktur zu verbessern. Stimmt das?" - In unserer Rubrik "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort – hier Mag. Birgit Beck.

Birgit Beck (Bild: U. Romstorfer/VKI)
Mag. Birgit
Beck

Einsatz von Aminosäure Cystein

Dieses Gerücht taucht immer wieder auf. Korrekt ist, dass Cystein, eine Aminosäure, für die Behandlung von Mehl eingesetzt wird. Tatsächlich enthalten Haare viel Cystein und sie wurden deshalb früher für die Herstellung dieses Hilfsstoffes verwendet.

Inzwischen erfolgt die großtechnische Herstellung von Cystein aber mittels gentechnisch veränderter Bakterien. Da die Produktion in einem geschlossenen System abläuft, ist dieses Cystein nicht als „mithilfe von Gentechnik hergestellt“ kennzeichnungspflichtig.

"Mehlbehandlungsmittel"

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, aus Schweineborsten Cystein zu gewinnen. Die Verwendung von Menschenhaar ist dagegen in der gesamten EU verboten. Bei verpacktem Brot muss Cystein als Zusatzstoff in der Zutatenliste stehen, und zwar als „Mehlbehandlungsmittel“, gefolgt von „Cystein“ oder „E 921“. Der Hilfsstoff macht Teige elastischer und leichter knetbar. Er verbessert darüber hinaus die Fähigkeit von Teigen, Gas zu halten, und sorgt so dafür, dass Gebäck lange luftig bleibt.


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