KONSUMENT.AT - Kürbiskernöl - Pflanzenschutzmittel im Öl

Kürbiskernöl

Von wegen steirisch!

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 24.05.2012, aktualisiert: 28.06.2012

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Pflanzenschutzmittel im Öl

Alle 30 eingekauften Kürbiskernöle wurden auch auf Rückstände von Pestiziden untersucht. Ihr Vorhandensein, aber ebenso ihr Fehlen gibt wichtige Hinweise auf die tatsächliche Herkunft der verarbeiteten Kerne.

In den Steckbriefen zu den einzelnen Produkten finden Sie, welche Schadstoffe in welchen Ölen stecken.
Eine Höchstwertüberschreitung bei Pflanzenschutzmitteln fanden wir in keinem Öl. Das 100 % echte Kürbiskernöl von Birnstingl schrammte allerdings bei einem heiklen Pestizid knapp am Grenzwert vorbei. Auffallend auch: Produkte aus ausländischen oder rein chinesischen Kernen liegen in Sachen Schadstoffbelastung fast immer deutlich höher als die österreichische Konkurrenz.

Hexachlorbenzol. Kommt praktisch überall vor und bleibt lange im Boden. Kann sich als fettlösliche Substanz in Kürbiskernen anreichern. Herstellung, Verkauf und Anwendung inzwischen weltweit verboten. Am meisten problematischer Rückstand in Österreich. Geringere Rückstände an Hexachlorbenzol deuten auf China als Herkunftsland hin.

Dieldrin. Ebenfalls fettlöslich und langlebig. Wird so wie Hexachlorbenzol in Kürbiskernen angereichert. Weltweites Verbot von Herstellung, Verkauf und Anwendung. Als Rückstand auch in Österreich auffindbar.

Endosulfan. Lange im Boden nachweisbar. Herstellung, Verkauf und Anwendung in der EU verboten, in anderen Ländern dagegen nicht. Höhere Rückstände in Ölen, deren Kerne mit hoher Wahrscheinlichkeit aus China stammen.

Trifluralin. Keine Zulassung in Deutschland und Österreich. Wird in Ungarn teilweise noch verwendet. Wurde auch in Ölen aus russischen und chinesischen Kürbiskernen gefunden. In g.g.A.-Gebieten als Rückstand unüblich.

DDT. Früher auch bei uns verbreitet eingesetzt. In der EU verboten, weltweit aber immer noch in Verwendung (Malariabekämpfung). Kann in chinesischen Kürbiskernen als Rückstand vorhanden sein.

Malathion. In Österreich im Ackerbau nicht zugelassen. Als Rückstand in g.g.A.-Gebieten unüblich. Findet sich eher in Kürbiskernen aus Russland.

Isofenphos-methyl. Gilt als sehr bedenklich und ist in keinem EU-Mitgliedstaat zugelassen. Wird in China eingesetzt, obwohl keine toxikologische Bewertung, also keine Beurteilung der Giftigkeit vorliegt.

Piperonylbutoxid. Hat selbst keine insektizide Wirkung. Verstärkt aber die Wirkung von Pyrethrum (s.u.). Wird auch im Biolandbau verwendet.

Pyrethrum, Pyrethrin. Blütenextrakt aus verschiedenen Tanacetum-Arten (Wucherblumen). Im Biolandbau zugelassen.

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Kommentare

  • Irreführung
    von REDAKTION am 31.05.2012 um 14:58

    Die Juristen aus unserer Rechtsabteilung bleiben an diesem Thema natürlich dran.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Auswahl der Öle
    von REDAKTION am 31.05.2012 um 14:49

    Wir versuchen bei unseren Tests, eine möglichst große Marktabdeckung zu erreichen. Natürlich würden wir gerne auch Produkte direkt vom Kernölbauern unter die Lupe nehmen. Bei den von Ihnen angesprochenen g.g.A.-Ölen kämen dafür über 2.500 Landwirte in Frage. Leider ist das allein schon aus Kostengründen nicht möglich.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Ist das nicht Irreführung?
    von powerplana am 28.05.2012 um 15:00
    Wenn ich es richtig verstehe, werden Konsumenten damit ja getäuscht. Ist das nicht auch ein Fall für Ihre Rechtsabteilung?
  • Kürbiskernöl - von wegen steirisch
    von JoLor am 25.05.2012 um 22:39
    Das Ergebnis ist mehr als niederschmetternd! Meine subjektive Feststellung: Sie testeten hauptsächlich Öle industrieller Produktion. Meine Bitte: Haben Sie auch vor, ggA - Produkte direkt von den "Kernölbauern" unter die Lupe zu nehmen? ...fragt mit großem Interesse Josef L.