Olivenöl: Nachtest

Gut gemischt

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KONSUMENT 8/2015 veröffentlicht: 30.07.2015

Inhalt

Auch wenn bei unserem Nachtest von Olivenöl ein teures Produkt aus einem Nobelgeschäft die meisten Punkte abräumte: Beim Diskonter gibt es um viel weniger Geld ebenfalls gutes Olivenöl und das noch dazu in Bio-Qualität.

In der Testtabelle unseres Nachtests finden Sie drei Olivenöle der Güteklasse nativ extra:

  • Echt Bio Olivenöl
  • Kloster Toplou
  • Planeta

Alle Öle wurden sowohl von Experten als auch Laien verkostet. Die Expertenverkostung führte das Deutsche Olivenöl Panel (DOP) durch. Im Steckbrief zu jedem Öl (S. 4) finden Sie, welchen Gesamteindruck das Produkt bei den Profis hinterlassen hat. Die Laien beurteilten bei den Ölen Aussehen, Geruch, Konsistenz sowie Geschmack nach dem Schulnotensystem und vergaben auch ein Gesamturteil.
Im Labor erfolgte eine chemische Untersuchung der Produkte. Auch die Angaben auf den Flaschenetiketten (Kennzeichnung) wurden beurteilt.


Hier der Testbericht:

18 Olivenöle der Güteklasse nativ extra ­testeten wir in diesem Frühjahr ( KONSUMENT 5/2015 ). Und wie schon so oft waren die Ergebnisse wenig berauschend. Vier Produkte fielen komplett durch, darunter so bekannte Marken wie Bertolli bzw. Carapelli. Weitere vier Öle schnitten immerhin gut ab, während der große Rest über ein mattes Durchschnittlich nicht hinauskam.

Lieblingsöl vermisst

Nach Veröffentlichung unserer Test­ergeb­nisse gab es viel Lob, aber auch Tadel. Vor allem mit der Produktauswahl waren einige Leser unzufrieden. Die meisten vermissten den Testsieger aus unserer Untersuchung in  KONSUMENT 11/2011 . Damals hatte das Echt Bio Olivenöl von Penny am besten abgeschnitten. Andere wollten ein Testergebnis zum Bio Olivenöl Natur Aktiv von Hofer. Mehrfach wurde uns auch vorgeworfen, nur billige statt hochpreisige Öle zu testen. ­Tenor: Hätten wir tiefer in die Geldbörse gegriffen, wären die Ergebnisse auch besser ausgefallen ...

Hofer-Öl nicht erhältlich

Dem Wunsch, einige Öle nachzuuntersuchen, kommen wir selbstverständlich nach. Leider konnten wir dabei nicht alle Vorschläge berücksichtigen. Das Bio-Öl Natur Aktiv (Hofer) z.B. hätten wir gerne untersucht. Da es aber nicht zum Dauersortiment des Diskonters ­gehört, steht es nur fallweise in den Regalen und war genau zum Zeitpunkt unseres Test­einkaufs unauffindbar. Wir mussten uns ­daher für ein anderes Produkt entscheiden. Die Wahl fiel auf das griechische Olivenöl ­Kloster Toplou, ebenfalls ein Bio-Produkt. Als wir es zuletzt, nämlich in  KONSUMENT 2/2012 ­unter die Lupe genommen hatten, lieferte es ein durchaus respektables Ergebnis.


Lesen Sie außerdem folgende Artikel zum Thema Olivenöl:

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Planeta Natives Olivenöl Extra, Kloster Toplou Natives Olivenöl Extra, Echt Bio Olivenöl Natives Olivenöl Extra

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Kommentare

  • Zweite Klarstellung
    von marsgrude am 24.09.2015 um 00:44
    Ein milderes Olivenöl darf selbstverständlich auch "extra nativ" sein, sofern es deutlich nach gesunden Oliven riecht und schmeckt, alle Anforderungen der chemischen Analysen vollständig erfüllt und KEINE sensorischen Fehler hat! Bitterkeit und Schärfe gelten als positive Attribute, laut EU-Verordnung existiert aber kein Minimalwert. Das heißt nicht, dass die EU-Verordnung deshalb nicht streng genug ist, denn der Anbieter ist gemäß dieser Verordnung sogar VERPFLICHTET sicherzustellen, dass 18 Monate nach Abfüllung diese sehr hohe Qualität weiterhin gegeben ist! Dies zu garantieren ist nicht einfach, allein schon wenn man bspw. an hochsommerliche Umgebungstemperaturen im Laden denkt. Kaum ein Lebensmittel ist rechtlich so gut geschützt wie das extra native Olivenöl. Dennoch werden EU-weit bestehende Gesetze nicht BEFOLGT - und das ist leider die echte Katastrophe beim Thema Olivenöl!! Da ich vor einigen Wochen einen speziellen Olivenölkurs absolviert habe und mehrere Olivenöle aus unterschiedlichen Ländern probiert habe, kann ich bestätigen, dass auch hervorragende, aromatische extra native Olivenöle NICHT sehr bitter und sehr scharf sein MÜSSEN, aber KÖNNEN. Eine große Rolle spielen auch die wunderbaren Aromen von Kräutern und Pflanzen aus der freien Natur, die man mit etwas Erfahrung aufspüren kann. Bitterkeit und Schärfe (durch bestimmte, im Labor nachgewiesene Polyphenole, und nicht nur sensorisch!!) können einen ZUSÄTZLICHEN "Gesundheits-Bonus" verschaffen, den die Anbieter neuerdings EU-weit auf bestimmte Weise auf dem Etikett erwähnen dürfen. Beim Olivenöl spielt "alles" eine Rolle! Vom Anbaugebiet des Baumes bis zur Lagerung des Öls gibt es sehr vieles, was dazwischen liegt und beachtet werden sollte. Interessant ist aber doch gerade auch die NATÜRLICHE Vielfalt des guten Endprodukts! Verschiedene Böden, unterschiedliches Klima und auch viele verschiedene Olivenbaumsorten! Das ist doch schön! Vorsicht: Die GENAUE Farbe des Olivenöls ist KEIN Qualitätsmerkmal, da man der Natur keine Befehle erteilen kann!! Außerdem: Sollten es lieber gesunde grüne (d.h. unreife) Oliven sein oder gesunde schwarze (d.h. reife) ?? Im ersten Fall schmeckt das frische Olivenöl meist bitterer und schärfer (evtl. mehr Polyphenole), im zweiten deutlich milder (evtl. weniger Polyphenole). So ist es doch normal, wenn z.B. jemand der Gesundheit wegen ein "frisches Grünes" haben möchte, ein anderer hingegen des Geschmacks wegen ein "frisches Schwarzes"! Und zudem gibt es ja auch noch den goldenen Mittelweg, den goldenen Schnitt!! Sehr häufig sind auch "blends" von 2 oder mehreren Olivensorten anzutreffen, um u.a. ein interessanteres Geruch- und Geschmackserlebnis zu schaffen. Die bestehenden Gesetze sind im Falle "extra natives Olivenöl" schon eine gute Grundlage. ABER: Sie müssen auch in jeder Einzelheit BEFOLGT werden - und zwar von ALLEN Beteiligten!!!
  • Replik auf marsgrude
    von theltalpha am 04.09.2015 um 18:23
    Guten Tag! Dem zweiten Teil Ihrer Ausführungen stimme ich zu hundert Prozent zu, das ist genau das, was auch ich in den letzten Wochen hier immer wieder betont habe, worauf aber "Konsument" leider noch keine Antwort (die seriöserweise nur ein Fehlereingeständnis mit Gelobigung zur Besserung in Zukunft sein kann) gegeben hat. Der erste Teil entspricht jedoch nicht dem aktuellen Wissensstand. Jedes Olivenöl, egal welcher Sorte, schmeckt bei richtiger Verarbeitung und Lagerung scharf und bitter. Das Vorhandensein dieser Geschmacksrichtungen hängt nicht von der/den verwendeten Olivensorte/n ab, sondern vom Anteil der Antioxidantien, Polyphenole und sonstigen sekundären Pflanzenstoffe. Diese Stoffe - sie sind es, die das Olivenöl gesundheitlich so wertvoll machen - sind nur bei gut verarbeitetem Olivenöl - gute Qualität der Früchte, richtiger Erntezeitpunkt, möglichst schnelle Verarbeitung nach der Ernte, möglichst wenig Sauerstoffkontakt, möglichst schnell nach dem Pressen gefiltert, dunkel und bei optimalen Temperaturen gelagert - vorhanden. Ein Fehlen dieser Geschmacksnuancen bedeutet zwangsläufig, dass diese Stoffe nicht vorhanden sind und das Olivenöl die im zugeschriebene Wirkung nicht entfalten wird. Ein "mildes" Olivenöl ist somit definitiv ein fehlerhaftes Olivenöl.
  • Klarstellung
    von marsgrude am 21.08.2015 um 23:44
    Erstens: Es ist in der Tat möglich, dass ein nur schwach bitteres und nur schwach scharfes Olivenöl "extra nativ" ist, es ist dann eben einfach milder. Dieses Olivenöl kann sogar hervorragende Aromen haben und hervorragend schmecken! Es MUSS jedoch fruchtig sein, d.h. nach Oliven riechen und schmecken. Dies besagt die EU-Verordnung. Praktisch hängen Bitterkeit und Schärfe von der Olivensorte, dem Anbaugebiet der Oliven und der Frische des Olivenöls ab. Das heißt: Während der Lagerungszeit werden alle milder, aber auch ein frisches extra natives Olivenöl kann mild sein. Der Verbraucher kann je nach Speise und Geschmacksvorlieben entsprechend wählen. Wichtig ist auch: Chemische Analysen sind ebenfalls obligatorisch, da sie vieles an den Tag legen können! Zweitens: Ich möchte betonen, dass auch nur der GERINGSTE sensorische Fehler (sog. "negatives Attribut") gemäß EU-Verordnung zur Degradierung des entsprechenden Olivenöls führen MUSS - es DARF dann NICHT "extra nativ" heißen! Diese Feststellung treffen Experten, und zwar ein vom IOOC akkreditiertes Olivenöl-Panel, wie z.B. das DOP (Deutsches Olivenöl-Panel). Falls ein Konsumentenverein (was ich natürlich nicht hoffe!!!) "sehr leichte sensorische Fehler" übersieht und dennoch die Bezeichnung "extra nativ" verwendet, so handelt er NICHT im Sinne der bestehenden Gesetze, die natürlich auch in Österreich gelten.
  • Zusammenfassung
    von theltalpha am 09.08.2015 um 22:37
    Also um meine Kommentare noch einmal zusammenzufassen: Was Konsument beim nächsten Olivenöl-Test machen muss: Nicht 20 potenziell schlechte Öle und ein potenziell gutes Öl testen, sondern mit Hilfe von Experten 20 potenziell gute Olivenöle auswählen, diese testen und vielleicht zwei oder drei geläufige "Supermarktöle", um aufzuzeigen, wo diese im Vergleich dazu stehen. Das kann aber nur funktionieren, wenn der Konsument, so wie bei allen anderen Produkttests auch, bei Falschdeklarierung (jedes extra nativ vorgebende Öl, das kein "sehr gut" bei der Expertenverkostung hat, ist falsch deklariert) konsequent und deutlich abwertet.
  • Gemischte Gefühle
    von theltalpha am 07.08.2015 um 10:49
    Erst einmal freue ich mich, dass der Konsument endlich einmal ein höherpreisigeres, und damit potenziell höherwertigeres Olivenöl testen lassen hat und sich dieses prompt von den anderen absetzen konnte. Damit ist der Beweis angetreten, dass es gutes Olivenöl gibt. Trotzdem bleibt ein bitterer Nachgeschmack (und damit meine ich nicht den anstrebenswerten Geschmack des Olivenöls), als da wäre: Wie kann es sein, dass ein Expertegremium ein "leicht bitteres" und "leicht scharfes" Olivenöl als "sehr gut" einstuft? Olivenöl extra nativ muss nach gemeinhin geltender Auffassung deutlich bitter und scharf sein, da ein Fehlen dieser Eigenschaften darauf hindeutet, dass keine einwandfreien Oliven für die Erzeugung verwendet wurden und dadurch die zugeschriebenen positiven gesundheitlichen Aspekte nicht vorhanden sind. Warum wurde gerade dieses Öl vom Konsument ausgewählt? Bei professionellen Verkostungen einer bekannten Fachzeitschrift schafft es dieses Öl gerade noch so, in die Wertung aufgenommen zu werden. Es gibt deutlich bessere Öle zu einem vergleichbaren Preis. Nach wie vor ergeht an Konsument mein Vorschlag, für den nächsten Olivenöltest eine Vorauswahl mit Hilfe von anerkannten Experten zu treffen. Was ich nach wie vor nicht verstehe und was Konsument mir auch beim Test im Mai nicht erklären konnte: Wie kann es sein, dass Olivenöl, welches vom Expertengremium nicht mit "sehr gut" bewertet wurde, trotzdem "gute" und "durschnittliche" Gesamtnoten haben kann? Noch einmal: Ein Olivenöl extra nativ muss per Definition fehlerfrei sein. Ist es das nicht, liegt ein Etikettenschwindel vor. Wenn bei anderen Produkten eine Fehldeklaration vorliegt, wertet Konsument diese Produkte konsequent ab. Warum geschieht dies beim Olivenöl nicht?
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