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Toastbrot im Test

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Konsument 11/2009 veröffentlicht: 20.10.2009

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Kaum belastet

Zearalenon wurde in keinem Toastbrot nachgewiesen. Bei der Untersuchung auf Deoxynivalenol wurden wir ­dagegen in ­einigen Produkten fündig. Die festgestellten ­Belastungen waren aber weit unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenze. Das meiste ­Deo­xynivalenol (120 Mikrogramm pro Kilo) enthielt der Vollkorntoast von Anker. Würde eine 60 Kilo schwere Person von diesem Toastbrot an einem Tag 250 Gramm verspeisen (das ist in etwa die ­Menge Brot, die laut Ernährungsgesellschaften pro Tag gegessen werden sollte), wäre der TDI-Wert für Deoxy­nivalenol zu 50 Prozent ausgeschöpft.  

Geschnittenes Brot: anfällig für Schimmel 

Toastbrot kommt verpackt und in Scheiben geschnitten in die Verkaufsregale. An sich praktisch, doch ­dieser Komfort bringt auch Nachteile mit sich. Geschnittenes Brot ist aufgrund seiner großen Oberfläche besonders anfällig für Schimmel. Schimmelpilze, die das Brot während der Lagerung befallen, können ebenfalls Toxine bilden.

Gleich nach dem Backen ist Toastbrot schimmelfrei. Damit es länger hält, wird es bei der industriellen Erzeugung in ­einem Reinluftraum gekühlt, geschnitten und in Folie verpackt. In den Bäckereien kommt Toastbrot nach dem Ab­kühlen und Schneiden in eine Spezialfolie und meist erneut in die Backkammer, um even­tuell nach dem Backen in das Brot gelangten Keimen oder Sporen den Garaus zu machen. Bisweilen wird Toastbrot auch mit Konservierungsstoffen haltbarer gemacht. Und die ­manchen Produkten zugesetzten Säure­regu­la­toren (Natriumacetat, Apfelessig) wirken ebenfalls leicht konservierend.

Früh verschimmelt

All das vermag Schimmelbefall bzw. -vermehrung aber nicht immer zu verhindern. Wärme und Luftfeuchtigkeit während der Lagerung begünstigen zusätzlich den Verderb.

Alle eingekauften Toastbrote wurden im Labor am Ende ihrer Mindesthaltbarkeit auf Schimmelpilze und Hefen untersucht. Das unappetitliche Ergebnis: Am jeweils letzten Tag der Mindesthaltbarkeitsfrist ­waren auf Super Sandwich Weizenbrot und Breadies Butter Toast Schimmelflecken deutlich sichtbar. Diese beiden Produkte wurden daher mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet. Waldherr VKBio-Dinkel­toast schnitt dagegen aufgrund seines ­hohen Gehalts an Hefen beim Prüfpunkt Mikrobiologie „weniger zufriedenstellend“ ab. Immerhin weist ein hoher Hefegehalt auf beginnenden Verderb hin.

Keine geschmackliche Offenbarung

Guter Toast riecht und schmeckt je nach Sorte nach Getreide oder buttrig. Ob die getesteten Toastbrote munden, wurde im Rahmen einer Laienverkostung er­mittelt. Getoastet wie auch ungetoastet schmeckten nur Sammy’s Super-Sandwich Super-Soft und Super Sandwich ­Weizenbrot wirklich gut. Goldähren Toastbrot, Grafschafter Butter Toast und Waldherr VKBio-Dinkeltoast vermochten dagegen am wenigsten zu über­zeugen: „Sehr unan­­genehmer Geruch“ hieß es wenig ­schmeichelhaft über Goldähren Toastbrot, „zu intensiver Buttergeschmack bzw. -geruch“ wurde beim Grafschafter Butter Toast bemängelt, ein „fader Geschmack“ beim VKBio-Dinkeltoast von Waldherr.

Von 10 bis Cent pro 100 Gramm 

Mit 88 Cent pro 100 Gramm ist das Toastbrot von Waldherr übrigens das teuerste im Test. Die günstigsten Toastbrote kosten 10 Cent pro 100 Gramm. In diesem Segment finden sich etliche gute und sogar ein sehr gutes (Spar Toast Brot). Da lohnt sich beim Einkauf durchaus der Blick auf den Preis.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Oft bedenkliche Konservierungsstoffe enthalten!
    von escargot am 09.11.2009 um 19:48
    Schön wär's! Wenn sich wirklich nur die von Ihnen im o.a. Artikel genannten Zutaten im Toastbrot befinden würden ... Die Wirklichkeit sieht aber leider anders aus: Oft enthalten die Toastbrote z.B. (genmanipuliertes?) Sojamehl sowie E 281 - Natriumpropionat! Der umstrittene Zusatzstoff E 281 wurde in Deutschland bereits 1988 verboten, weil im Tierversuch krebsähnliche Veränderungen bei Ratten beobachtet wurden! - Leider wurde dieser Stoff durch die EU wieder zugelassen, es wird jedoch von allzu häufigem Verzehr gewarnt. - Ganz am Rande sei noch bemerkt, daß dieser Stoff auch GENTECHNISCH produziert werden kann! Es geht jedoch auch wirklich OHNE, was z.B. die ganzen Bio-Toastbrote und auch viele konventionelle beweisen. - Ich vermisse (wiedermal) etwas mehr Tiefgang: Nennen Sie die Sorten die Konservierungsstoffe u.ä. enthalten! Enthält das Toastbrot gentechnisch veränderte Bestandteile? So gesehen ist Ihr Sensoriktest zwar nett, aber ob jemandem dieser oder jener Toast zusagt bleibt doch eher Geschmackssache! Und: Bei einem lächerlichen Anteil von 3,3 % Butter gleich von "Buttertoast" zu sprechen, diese Unsitte gehört - finde ich - sowieso abgeschafft. Das sind bei einer 500 g Packung lediglich 16,5 g (!) Butter, also etwas mehr als 1 dag. Trotzdem schmeckt das Ding irgendwie nach Butter, von dem bißchen echter Butter wird's aber wohl kaum sein ... schwer vorzustellen, daß da nicht doch mit Aromen nachgeholfen wurde ...
  • Toastbrot
    von mona14laufen am 03.11.2009 um 09:44
    Habe mein Toastbrot immer in der Kühltruhe, bei Bedarf kann man es einzeln herausnehmen und aufbacken. Seither gibt es kein schimmeliges Toastbrot. Monika
  • Toastbrot in den Kühlschrank!
    von klaus3000 am 24.10.2009 um 22:59
    Toastbrot sollte nach dem öffnen nur im Kühlschrank gelagert werden - da hält es viel länger! (langjährige Sudenten-WG Erfahrung!!!)