KONSUMENT.AT - Vanilleeis - Eistest fiel insgesamt gut aus

Vanilleeis

Eiskalt erwischt

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KONSUMENT 8/2012 veröffentlicht: 26.07.2012

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Made in Austria?

Faktum ist: In großem Stil wird praktisch überhaupt kein Eis mehr in Österreich produziert. Und die Zutaten dafür kommen von überall her. Die Milch für industriell hergestelltes Vanilleeis stammt hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden, der Zucker aus vielen europäischen Staaten, aber auch aus Südamerika. Echte Österreicher sind nur 2 von 22 Eispackungen: Spar Premium und Spar Natur pur werden im Inland produziert und enthalten auch heimische Rohstoffe. Spar Premium trägt das AMA-Gütesiegel, Spar Natur pur das AMA-Biozeichen. Die Fast-Food-Kette McDonald’s setzt ebenfalls auf Österreich. Und auch bei Tichy, dem Eiskaiser aus Wien-Favoriten, berühmt für Eismarillenknödel und Haselnusseis, sowie im Eissalon Schwedenplatz gibt es Eis made in Austria.

Keine gesundheitsschädliche Keime und Listerien

Da Speiseeis ein heikles Produkt ist, haben wir es natürlich im Labor mikrobiologisch untersuchen lassen. In keiner einzigen Probe fanden wir gesundheitsschädliche Keime wie Listerien oder Salmonellen, um nur die wichtigsten zu nennen. Problematische Keimzahlen wiesen lediglich zwei Produkte auf. Im Vanilleeis von Ja! Natürlich entdeckten wir Darmbakterien. Auch wenn sich bei den gefundenen Mengen niemand fürchten muss, in Eis haben sie trotzdem nichts verloren. Das Vanilleeis vom Eisgeschäft Schwedenplatz wies dagegen eine erhöhte Gesamtkeimzahl auf, was auf ein Hygieneproblem hindeutet. Dafür genügt es schon, wenn Eisportionierer nicht laufend unter fließendem Wasser abgespült, sondern nur rasch in ein Glas Wasser getaucht werden, in dem sich dann die Eisrückstände als trübe Brühe sammeln.

Üppiger Genuss

Wenig überraschend waren die Ergebnisse bei Fett und Zucker. Eis ist natürlich kein Diätessen. Das erklärt vermutlich auch den Erfolg von Frozen Yogurt, das ähnlich wie Eis schmeckt, aber mit weniger Kalorien auskommt. Wer 100 Gramm Vanilleeis löffelt – das entspricht in etwa drei Kugeln Eis – hat zwischen 3,5 (McDonald’s) und üppigen 17,3 Gramm Fett (Roggenkamp Organics) intus. Eine erstaunliche Bandbreite. Beim Zuckergehalt ist die Spanne um einiges geringer. Hier stehen 12 Gramm (Eis-Greissler) maximal 26 Gramm Gesamtzucker auf 100 Gramm Eis gegenüber. Das Vanilleeis mit diesem höchsten Zuckergehalt im Test ist übrigens ausgerechnet das Eskimo Cremissimo Leichter Genuss. Was daran „leicht“ sein soll, weiß, falls überhaupt, nur Eskimo.

Kennzeichnung muss stimmen

Schön, dass unser Eistest insgesamt recht gut ausgefallen ist: Einige Eiserzeuger hätten aber noch besser abschneiden können, wenn die Kennzeichnung gepasst hätte. Bitte hier nachjustieren! Was auf einer Verpackung steht, ist keine vernachlässigbare Größe, sondern die alleinige und daher wichtigste Information für die Käufer. Sie muss deshalb einfach stimmen.

Füllmenge und Inhalt der Eissorten ist schwer vergleichbar

Wer öfter Eis aus der Tiefkühltruhe mitnimmt, weiß: Nur wenige Erzeuger geben bei der Füllmenge neben Millilitern auch Gramm an, was den Vergleich unterschiedlicher Produkte nicht gerade erleichtert. Und: Manche Eisboxen sind klein und schwer, andere dagegen trotz ihrer Größe erstaunlich leicht. Der Grund dafür ist die sogenannte Dichte. Viel Eis um Ihr Geld bekommen Sie bei Roggenkamp Organics, Demeter und Ja! Natürlich. In diesen Produkten steckt als Zusatzstoff nur Johannisbrotkernmehl, das für mehr Cremigkeit sorgt. Andere Erzeuger blasen ihr Eis regelrecht auf. Emulgatoren und Verdickungsmittel (siehe Kasten „Schön cremig durch Zusatzstoffe“) machen diese Produkte fluffig leicht und cremig. So hat z.B. das Vanilleeis von Botterbloom, Spar und S-Budget eine wesentlich geringere Dichte. Anders gesagt: In diesen Produkten steckt vergleichsweise viel Luft.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Vanille-Aroma
    von REDAKTION am 27.08.2012 um 12:08
    Unter dem Begriff "Aroma" fallen folgenden sechs Kategorien: - Aromastoffe - Aromaextrakte - Thermisch gewonnenen Reaktionsaromen - Raucharomen - Aromavorstufen - Sonstige Aromen Zu den Aromastoffen zählt man sowohl synthetische (durch synthetische Verfahren hergestellt) und natürliche Aromastoffe (Ausgangsstoff für die Aromen-Gewinnung sind natürliche Aromastoffe). Bekanntes Beispiel für einen natürlichen Aromastoff ist natürliches Vanillin. Vanillin ist der geschmacklich wichtigste Bestandteil der Vanilleschote. Vanillin kann über Extraktion und Isolierung direkt aus der Vanilleschote gewonnen werden. Ebenso kann natürliches Vanillin aus der Ferulasäure gewonnen werden. Dabei wird diese durch Mikroorganismen in Vanillin umgesetzt. Aber auch auf synthetischen Weg kann Vanillin hergestellt werden. Synthetisches Vanillin wird zu über 90 % weltweit eingesetzt. Als Ausgangsstoff für die synthetische Herstellung dient Guajacol oder Lignin. Natürliches und synthetisches Vanillin sind geschmacklich nicht zu unterscheiden. Lediglich durch spezialisierte Analyseverfahren können Rückschlüssen auf das verwendete Ausgangsmaterial geschlossen werden. Natürliches Vanillin aus Vanilleschoten darf als "natürliches Vanille-Aroma" bezeichnet werden. Vanillin welches durch Mikroorganismen entsteht, wird als "natürliches Aroma" und synthetisch hergestelltes Vanillin als "Aroma" bezeichnet. Der Begriff "Aroma" darf immer verwendet werden, wenn das Produkt eine oder mehrerer der oben genannten sechs definierten Aromakategorien enthält. "Natürliches Vanille-Aroma" stammt daher entweder ausschließlich aus Vanille oder mindestens zu 95 % daraus. Ihr KONSUMENT-TEAM
  • Vanilleeis
    von Andi W am 05.08.2012 um 21:41
    Für mich ist der Test glaubhaft, weil er das wiederspiegelt was viele andere Tests auf dem Lebensmittelsektor schon belegt haben. Wenns darum geht Geld zu machen ist man sehr einfallsreich. Es wird getrickst wo es -dem Gesetz nach- nur geht!! Meine Meinung: Die Lebensmittelindustrie macht uns noch krank!
  • Vanille-Aroma
    von renate schachel am 31.07.2012 um 22:40
    was bedeutet genau Vanille-Aroma?