Wiederbefüllbare Kaffeekapseln: mühsam

Kommentar von Elisabeth Spanlang

Seite 1 von 1

KONSUMENT 12/2017 veröffentlicht: 23.11.2017

Inhalt

Wiederbefüllbare Kaffeekapseln brauchen viel Geschick und der Kaffee schmeckt nur so lala - überlegen Sie sich den Umstieg gut.

KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang (Bild: A.Thörisch/VKI)

Müll vermeiden

Kein Kaffee lässt sich so schnell und ­einfach herunterdrücken wie der aus ­einer Portionskapsel. Blöd nur, dass bei dieser Art des Kaffeegenusses viel Müll anfällt. Wer als Kaffeetrinker auch an die Umwelt denkt, kann sich zur Gewissens­beruhigung eine wiederbefüllbare Kaffeekapsel zulegen. Im Internet lässt sich nachlesen, wie einfach diese Produkte zu handhaben sind und welch tadellosen Kaffee sie liefern. Stimmt leider alles nicht.

Gut gemeint, aber mühsam

Unser Test vermittelt nämlich ein ganz anderes Bild. Vermutlich liegt es daran, dass wir pro Kapsel nicht eine Tasse ­Kaffee, sondern ganz viele zubereitet und verkostet haben. Außerdem legten wir für unseren Dauertest jedes Modell gezählte 500 Mal in die Maschine ein, um zu prüfen, ob Kapsel und Gerät diese Beanspruchung ohne Schaden überleben.

Geschmack überzeugte nicht

Ergebnis: Keine der Wiederbefüllbaren schaffte die Bestnote. Ihr Gebrauch erfordert viel Geduld sowie uneingeschränkt geschickte Finger. Und der Kaffee, den sie liefern, schmeckte meist nur so lala. Im Ansatz gut gemeint, in der Ausführung das Thema aber verfehlt, lautet unser Fazit. Wer ohne ­Aufwand ruckzuck einen guten Kaffee will, sollte sich den Umstieg gut über­legen. Sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert.

Bewertung

Wertung: 0 von 5 Sternen

Kommentare

  • Ansichtssache
    von hofmeist1 am 25.11.2017 um 20:37
    Wir haben im Büro eine Kapselmaschine von Nespresso, worüber ich nicht sehr glücklich bin. Abgesehen davon, dass mir der Kaffee nicht schmeckt, kommen die Wegwerfkapseln für mich aus ideologischen Gründen nicht in Frage. Anfangs machte ich meinen Kaffee deshalb mit dem Espressokocher, wie ich ihn zuhause verwende, aber das war mir bald zu umständlich. Als Kompromiss habe ich mir dann eine wiederbefüllbare Kapsel besorgt. Diese befülle ich mit fair gehandeltem Biokaffee, den ich zuhause für ein bis zwei Wochen im Voraus mahle. Das Ergebnis schmeckt mir persönlich besser als der originale Nespresso. Jede Mittagspause büße ich gegenüber meinen KollegInnen etwa 2-3 Minuten ein, in denen ich die Kapsel befüllen und danach entleeren und trocknen muss. Gegenüber dem Espressokocher spare ich aber immer noch Zeit. Mittlerweile ist es für mich ein Ritual geworden, das zum Kaffeetrinken dazugehört. Mein Fazit ist: Überzeugte NespressotrinkerInnen werden mit einer wiederbefüllbaren Kapsel mit großer Wahrscheinlich nicht glücklich werden, weil es vergleichbar umständlich ist und anders schmeckt. Allen anderen aber, die in einer ähnlichen Lage sind wie ich, kann ich sie absolut empfehlen! Übrigens: Den Kaufpreis meiner Kapsel hatte ich nach wenigen Wochen wieder herinnen.
KONSUMENT-Probe-Abo