Zucker in Lebensmitteln

Versteckte Kalorienbomben

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KONSUMENT 10/2012 veröffentlicht: 21.09.2012

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In kleinen Mengen mögen wir wohl alle Zucker. Doch ohne es groß zu bemerken, nehmen wir mit verarbeiteten Lebensmitteln oft mehr davon auf, als uns lieb ist.

Ernährungsexperten wissen: Erwachsene sollten im Lauf eines Tages maximal 50 bis 60 Gramm Zucker (Rüben- oder Rohrzucker) zu sich nehmen, Kinder entsprechend weniger. Doch die Kleinen schlucken über Naschereien und Limonaden oft sogar mehr Zucker als Erwachsene. 60 Gramm Zucker entsprechen rund 20 Stück Würfelzucker.

Hoher Zuckerkonsum tut auf Dauer nicht gut

Ursprünglich hat die Süße von Früchten durchaus Sinn gemacht: Sie signalisiert, dass Obst reif und genießbar ist. Aber heute, bei unserem Überangebot an Nahrungsmitteln, verführt der Appetit auf Süßes viele, bei Schokolade und Kuchen allzu reichlich zuzugreifen. Hoher Zuckerkonsum tut auf Dauer jedoch nicht gut. Er erhöht das Risiko für die Entstehung von Übergewicht, Stoffwechselkrankheiten (z.B. Fettstoffwechselstörungen) und Karies.

Schauen Sie in die Zutatenliste

Selbst wenn die Vorliebe für Süßes wenig ausgeprägt ist, kann der Zuckerkonsum hoch sein: Zucker wird heute vor allem über verarbeitete Produkte aufgenommen. Häufig über solche, von denen man zunächst gar nicht vermutet, dass sie zuckerhaltig sind. Wer wissen will, ob einem Lebensmittel Zucker zugesetzt wurde, wird zuerst einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Je weiter vorne in dieser Liste Zucker steht, desto mehr davon steckt im Produkt.

Viele Zuckerarten

Leider ist es nicht immer so einfach, Zucker in der Zutatenliste zu erkennen. Denn mit ­„Zucker“ ist hier Haushalts- oder Kristall­zucker gemeint. Dieser kann auch als Saccharose angeführt sein. Es gibt zudem noch eine Reihe weiterer Zuckerarten, die ­Lebensmitteln zu­gesetzt werden können. Sie scheinen in den Zutatenlisten jeweils für sich auf (z.B. als Fruchtzucker oder Fruktose bzw. Fruktose­sirup, als Glukose bzw. Glukose­sirup, Traubenzucker oder Dextrose, als Maltose bzw. Malzzucker, als Laktose bzw. Milchzucker).

"Ohne Kristallzucker“ sagt gar nichts

Selbst Lebensmittel, bei denen Zucker erst gegen ­Ende oder überhaupt nicht auf der Zutaten­liste steht, können in Summe stark zucker­haltig sein. Auslobungen wie „ohne Kristallzucker“ bedeuten dement­sprechend noch lange nicht, dass keinerlei Zuckerarten zugesetzt wurden. Enden aufgelistete Zutaten auf „-ose“ oder haben sie „-zucker“ bzw. „-sirup“ im Wortstamm, ist das ein Hinweis, dass das Lebensmittel gesüßt wurde. Je mehr solche Zutaten auf­gelistet sind, desto mehr wurde gesüßt.

Wie viel insgesamt, darauf kann nur aus den Angaben in der Nährwerttabelle geschlossen werden. In dieser sind zugesetzter sowie der in Lebensmitteln natürlich enthal­tene Zucker als Gesamtwert an­gegeben. Stichwort „natürlich enthaltener Zucker“: Produkte mit der Auslobung "ohne Zucker­zusatz“ können ebenfalls (von Natur aus) einen hohen Zuckergehalt aufweisen, etwa durch natürlich vorhandenen Frucht­zucker aus Obst.

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Kommentare

  • Zucker in Lebensmitteln
    von Berthold Werner am 20.04.2014 um 16:16
    Ich stimme dem zu, dass der Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln zu hoch ist, dass ich aber jetzt mit Saccharin zwangsbeglückt werde, finde ich auch nicht richtig. Jeder, der schon versucht hat, Essig- bzw. Sauergemüse ohne den künstlichen Süßstoff Saccharin zu kaufen, wird mich verstehen. Besser wäre es, den Zuckergehalt in Lebensmitteln zu reduzieren.
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