Zucker-Ersatz

Süße Versuchungen und Alternativen

Seite 1 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 4/2018 veröffentlicht: 22.03.2018, aktualisiert: 30.04.2018

Inhalt

Kokosblütenzucker, eingedickte Pflanzensäfte und Getreidesirup zum Süßen liegen voll im Trend. Sind sie gesünder als Zucker? Und was ist von süßenden Zusatzstoffen zu halten?

Zucker-Ersatz im Vergleich: Kokosblüten, Agavendicksaft, Birkenzucker (Bild: VKI/Thörisch)

An sich wissen wir es alle: Zu viel Zucker tut auf Dauer nicht gut, sondern fördert die Entstehung von Karies, Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Erwachsene deshalb bei durchschnittlich 2000 aufgenommen Kilokalorien (kcal) pro Tag nicht mehr als 50 g freien Zucker zu sich nehmen. Das entspricht in etwa 10 Teelöffeln voll. Noch besser wäre es laut WHO aber, würden sich Erwachsene mit 5 Teelöffel Zucker pro Tag begnügen, Kinder mit entsprechend weniger.

Die gesündere Alternative?

Aber Süßes schmeckt nun einmal. „Weißer Zucker“ (Haushaltszucker, auch Saccharose genannt) hat bei den Konsumenten kein allzu gutes Image. Süßende Lebensmittel werden oft als gesündere Alternative angepriesen. Sind sogenannte alternative Süßungsmittel wie Kokosblütenzucker, eingedickte Pflanzensäfte oder diverse Sirupe tatsächlich die bessere Wahl? Und wie ist das mit Zuckeraustausch- und Süßstoffen?

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker wird aus dem angeritzten Blütenstand von Kokospalmen gewonnen. Der heraustropfende Nektar wird in einem Gefäß aufgefangen, erhitzt und gerührt, bis er eindickt und kristallisiert. Kokosblütenzucker ist hellbraun und schmeckt karamellig. Er eignet sich u.a. zum Süßen von Getränken und Süßspeisen und zum Backen. In seiner Zusammensetzung unterscheidet er sich nicht allzu sehr von Haushaltszucker. Er besteht zu ca. 70 bis 90 Prozent aus Saccharose bzw. deren Bausteinen Fruktose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker). Daneben kann er bis zu 25 Prozent Wasser enthalten. Weitere Inhaltstoffe kommen nur in sehr geringem Umfang vor.

"Health Claims" nicht belegt

Es ist immer wieder zu hören, dass Kokosblütenzucker gesünder als klassischer Haushaltzucker sei, einen höheren Nährstoffgehalt habe und den Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigen lasse. Doch all das ist nicht belegt. Dementsprechend sind bislang auch keinerlei gesundheitsbezogene Werbeaussagen („Health Claims“) für Kokosblütenzucker zugelassen.


Mehr zum Thema:

Wie lebt es sich 40 Tage ohne Zucker? Den Erfahrungsbericht unserer Kollegin Verena Madlberger-Kleinschmid finden Sie unter: blog.vki.at/zucker-fasten


Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
18 Stimmen

Kommentare

  • Xylit (Birkenzucker) ist hochgiftig für Hunde!
    von lophiomys2 am 17.11.2018 um 12:08
    ... und wahrscheinlich für andere Haustiere ebenso.

    Ein Xylit-gesüsster Kuchen, de wahrscheinlich aus geschmacklichen Gründen entorgt wird, sollte unerreichbar für Hunde bleiben.
  • Auch Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind nicht gesünder als Haushaltszucker.
    von eNTi am 17.04.2018 um 16:47
    Ist das so? Ich kann zwar bestätigen, dass die "Sucht" nach Zucker dadurch nicht gelindert wird, allerdings muss man schon ganz klar sagen, dass Gerade Xylit keine Nahrung für Karriesbakterien darstellt UND auch nicht in der Leber metabolisiert wird. Es ist also ein durchaus interessanter Ansatz, wenn man Leute vom Diabetes wegbekommen will.

    Insofern ist es meiner Meinung nach sehr wohl gesünder. Pauschal zu behaupten, dem wäre nicht so, sehe ich kritisch.
Bild: VKI