Meersalz: Mit Plastik verunreinigt

Kunststoff im Salzstreuer

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KONSUMENT 6/2018 veröffentlicht: 24.05.2018

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Wer Meersalz liebt, muss mit winzigen Kunststoffteilchen im Salzstreuer rechnen.

Diese Salze haben wir getestet:

  • Alnatura Meersalz mit Jod
  • Bad Ischler Kristall Salz jodiert
  • Baron de Sel Totes Meer Salz
  • De Spar Sale Marino Iodato
  • Franzi’s Natur Fleur de Sel Fotos: VKI
  • Kania Meersalz
  • Kotányi Meersalz jodiert (Mühle)
  • Kotányi Meersalz jodiert (Sack)
  • Le Gusto Meersalz jodiert
  • Odina Feines Meersalz unjodiert
  • Saphir Meersalz
  • Schenkel’s Griechisches Meersalz

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Ein Blick in die Supermarktregale mit Salz zeigt: Meersalz boomt. Nach Steinsalz muss man inzwischen fast schon suchen. Anfang dieses Jahres rauschte es gewaltig im Blätterwald und in den sozialen Medien. Forscher der Universität in Oldenburg hatten fünf Proben Fleur de Sel untersucht, ein besonders edles und entsprechend teures Meersalz, und in jedem Produkt winzige Plastikteilchen gefunden, wie "Der Spiegel" Mitte Jänner 2018 berichtete.

Meersalz und Fleur de Sel im Test

Nur ein Zufallsfund? Wir kauften Meersalz ein und ließen es in einem darauf spezialisierten Labor untersuchen. Fast alle unsere ausgewählten Proben kommen unter der Bezeichnung "Meersalz" in den Handel. Lediglich ein Produkt wird als Fleur de Sel verkauft. Zusätzlich ließen wir als "Blindprobe" ein Steinsalz aus Österreich mittesten.

Mikroplastik in sechs Proben

Ergebnis: In sechs der elf Meersalz-Proben fanden wir Mikroplastik in Form von winzigem Plastikgranulat oder Teilchen von Plastikfolie. Das Steinsalz war, wie wir es erwartet hatten, frei von Kunststoffpartikeln. (Details zur Salzgewinnung finden Sie im Kasten "Woher das Salz kommt".)

Alle unsere Testkäufe waren in Kunststoffbeutel, Kartons, Salzstreuer oder Salzmühlen verpackt. Nur auf den wenigsten Produkten fanden wir eine Herkunftsbezeichnung. War doch eine vorhanden, wurde am häufigsten das Mittelmeer genannt.

Fasern, Granulat oder Folie

Nach der Vorbereitung der Testproben, der Reinigung und Filtration wurde per Mikroskopie nach Mikroplastik in Form von Fasern, Granulat und Folie gesucht. Bei den Fasern lagen alle unsere Salze unter der Bestimmungsgrenze. Bei den Folien wurden wir in zwei Fällen fündig. Am häufigsten fanden wir Granulat. Die meisten dieser Körnchen bzw. Kügelchen hatten eine Größe von weniger als 0,1 mm. Das entspricht in etwa der Dicke eines Blattes Papier.

Erstaunlicherweise steckten in unserem Fleur de Sel nur geringe Mengen an Mikroplastik. Meist sind in solchen Produkten höhere Be­lastungen nachweisbar. Keinen Zusammenhang konnten wir auch zwischen Mikro­plastik im Salz und der Verpackung herstellen.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Bad Ischler Kristall Salz jodiert, Alnatura Meersalz mit Jod, Baron de Sel Totes Meer Salz, Kania Meersalz, Le Gusto Meersalz jodiert, Odina Feines Meersalz unjodiert, De Spar Sale Marino Iodato, Franzi's Natur Fleur de Sel, Kotányi Meersalz jodiert, Schenkel's Griechisches Meersalz, Kotányi Meersalz jodiert, Saphir Meersalz

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Kommentare

  • Gilt das nur für Meersalz oder auch für Speisesalz?
    von 7112910 am 19.09.2018 um 22:28
    Ich kaufe das Salz beim Hofer namens SALINEN Gold (Speisesalz). Die Herkunft des Salzes habe ich auf der Verpackung nicht gefunden, es steht nur "hergestellt in Österreich".
    Kann da auch Plastik enthalten sein?
  • Mikroplastik auch in Zahnpasten?
    von REDAKTION am 19.06.2018 um 09:38
    Unseres Wissens wird bei den getesteten Produkten kein Mikroplastik eingesetzt, es werden Silikate verwendet.
    Die Redaktion
  • Mikroplastik auch in Zahnpasten?
    von volloeko am 03.06.2018 um 18:21
    In diesem Konsumentartikel wird aktuell Mikroplastik in Meersalz thematisiert.

    Auch in manche Zahnpasten sind laut WIKIPEDIA Plastikbestandteile enthalten, ich zitiere : "Mikro Kunststoffpartikel sind Bestandteil z. B. von Zahnpasta, Duschgel, Lippenstift oder Peelingmitteln. Die Hersteller fügen sie Produkten hinzu, damit die Anwender einen mechanischen Reinigungseffekt erzielen."

    Meine Frage: Wie konnte im Heft2/2018 ein solches Produkt Testsieger werden?
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo