KONSUMENT.AT - Recycling - Kreislaufwirtschaft statt Mülltransporte

Recycling

Dreckiges Geschäft

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KONSUMENT 6/2020 veröffentlicht: 28.05.2020

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Mit Müll wird international gehandelt. Es ist ein großes und auch schmut­ziges Geschäft. Die EU arbeitet mit einem Kreislaufwirtschaftspaket an einer Alternative.

Bild: MOHAMED-ABDULRAHEEM / Shutterstock.com

Recyclingquote: 66 Prozent

Konsumieren und wegwerfen, dieser Lebensstil wird zunehmend kritisiert. Zu Recht: Unser Planet kann die vom Menschen angehäuften Müllberge nicht mehr aufnehmen. Länder des Südens leiden unter den Mengen an Abfall, die von Industrieländern einfach dorthin verschickt werden.

Laut Bundesabfallwirtschaftsplan fielen in Österreich im Jahr 2017 rund 4,3 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle aus Haushalten an, das sind rund 490 kg pro Person. 2018 sammelten die österreichischen Haushalte 1,09 Millionen Tonnen Verpackungen und Altpapier, davon wurden laut ARA (Altstoff Recycling Austria) 66 Prozent recycelt. Ab 2030 müssen laut EU-Kreislaufwirtschaftspaket 70 Prozent recycelt werden.

Stopp den Mülltransporten

Müll ist ein internationales Geschäft: 2017 exportierte Österreich rund 940.000 Tonnen an Abfällen u.a. nach Deutschland und in die Slowakei und importierte etwa 953.000 Tonnen vorwiegend aus Deutschland und Italien.

Zahlreiche europäische Länder exportierten bis 2018 Müll nach China, allein aus Deutschland gingen 2016 laut dem EU-Statistikamt Eurostat 1,5 Millionen ­Tonnen Plastikabfall nach China und ­Hongkong. "Das ist mehr als die Hälfte der Gesamtmenge, die in Deutschland anfällt", schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Was passiert mit rot-weiß-rotem Müll?

Und Österreich? "Müllexporte nach China finden nicht statt, auch in der Vergangenheit nicht", heißt es aus dem Umweltministerium. Ob rot-weiß-roter Müll, der nach Deutschland exportiert wird, trotzdem seinen Weg nach Fernost findet?

Chinesisches Importverbot

2018 verhängte China ein Importverbot für Müll aus der EU, 2019 eines für alle anderen Länder. Für Plastikmüll war China bis zum Importverbot das Hauptabnehmerland; nun will die chinesische Regierung ein eigenes Recyclingsystem aufbauen.

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Kommentare

  • @Mehrwegflaschen für Milch
    von REDAKTION am 19.06.2020 um 09:51
    Die „Länger-Frisch-Milch“ wird deshalb in so großen Mengen produziert, weil die Kundennachfrage entsprechend hoch ist. Zu Frischmilch wird immer seltener gegriffen, sie verliert beim Durchschnittskonsumenten an Bedeutung. Das ist natürlich auch „praktisch“  für den Handel, weil die Länger-Frisch-Milch länger hält und nicht so viel weggeschmissen werden muss - was aber natürlich auch positiv für die Umwelt ist, denn Lebensmittel sind wertvoll, Stichwort Foodwaste. Da ist es nachvollziehbar, dass Produzenten Mehrwegflaschen, bei denen der Produktions- und Logistkaufwand doch deutlich höher ist, in einem ersten Schritt mit „Länger-Frisch-Milch“ befüllen. Ausgeschlossen ist es freilich nicht, dass auch Frischmilch in nicht allzu ferner Zukunft im Glasgebinde zu kaufen sein wird. Das hat aber in erster Linie mit gesetzlichen Rahmenbedingungen zu tun (verpflichtende Mehrwegquoten).
    Ihr KONSUMENT-Team
  • Mehrwegflaschen für Milch
    von einkauf.poelzl@gmx.at am 18.06.2020 um 08:01
    Ich würde sofort die Milch im Mehrweggebinde kaufen, ABER leider ist nur die aufwendig behandelte „länger frisch Milch“ in Glasflachen in den Regalen zu finden. Generell muss ich feststellen, dass es immer schwieriger wird, normale frische Milch im Handel zu bekommen.
    Warum produzieren die Molkereien zum großen Teil diese unnötige „länger frisch Milch“?