Bestatter: Der Tod ist immer noch ein gutes Geschäft

Kommentar von Elisabeth Spanlang

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KONSUMENT 11/2017 veröffentlicht: 25.10.2017

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Seit 2002 kann man sich bei einem Begräbnis den Bestatter aussuchen. Das Ende des Gebietschutzes sollte neben der Wahlfreiheit auch Transparenz bei den Kosten bringen. Daraus ist nicht viel geworden.

KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang (Bild: A.Thörisch/VKI)
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Elisabeth Spanlang

Wer einen Bestatter anruft und nach Preisen fragt, bekommt meist dieselbe Antwort: "Kommen Sie vorbei und wir reden darüber." Die Nerven, nach so einem Gespräch dankend aufzustehen und sich anschließend ein anderes Unternehmen zu suchen, haben wohl die wenigsten trauernden Angehörigen.

Thanner stellt Rute ins Fenster

Wer vorab im Internet recheriert, scheitert ebenfalls, denn auf den Homepages der Bestatter finden sich kaum Preisangaben. Das ist der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ein Dorn im Auge. Sie stellt nun der allzu diskreten Branche die Rute ins Fenster: Bleibt alles, wie es ist, kommt die gesetzliche Verpflichtung zur Online-Auszeichnung von Preisen. Das kündigte BWB-Chef Dr. Theodor Thanner im Gespräch mit KONSUMENT an.

Nechansky: "pauschale Preisnennung unmöglich"

Wenig überrraschend, dass der Bundesinnungsmeister der Bestatter, Franz Nechansky, davon nichts hält. Eine pauschale Preisnennung ist für ihn unmöglich. Wir sind gespannt, wie dieses Match ausgeht. Alles zu dem Thema finden Sie in unserem Artikel Bestattung 11/2017 sowie unserem Video mit Thanner und Nechansky.

Wien: massive Anhebung der Friedhofsgebühren

Den Konsumenten machen aber nicht nur die Begräbniskosten Sorgen. Was unsere Leser zum Beispiel im Raum Wien seit Längerem regelrecht schockiert, das ist die massive Anhebung der Friedhofsgebühren. Besonders bei großen Familiengräbern sind die Preissteigerungen exorbitant. Für viele ist diese Gebührenerhöhung kaum zu stemmen. Andere fürchten, dass sich ihre Angehörigen das Grab in ein paar Jahren nicht mehr leisten können.

Alternative? Gibt es keine …

Ihre Meinung ist mir wichtig: E-Mail: Dr. Elisabeth Spanlang

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Kommentare

  • Ws ist die günstigste Entsorgung des Leichnamsß
    von hans.guertl@guertl.net am 05.12.2017 um 00:02
    In Graz werden bereits 70% der Toten verbrannt. Die Erdbestattung geht weiter zurück und die Erdgräber und Gruften werden aufgelassen. Die Friedhöfe bleiben auf ihre Kosten wie Erhaltung und Reinigung der Wege, Personalkosten für Friedhofsverwalter und Angestellte sitzen. Daher steigen die Friedhofsgebühren. Die Bestatter bauen sich Verabschiedungsräume und wollen auch Krematorien errichten. Wettbewerb pur, doch mit harmonischer Preistabelle. Meine Entsorgungsmodell habe ich bei den Vorarlbergern und Schweizern gefunden. Dieses sieht so aus: 1. Der Leichnam wird sofort ins Krematorium geführt und verbrannt. Dadurch ersparen sich die Hinterbliebenen die Aufbahrung und Kränze. 2. Nach 2 bis 3 Wochen findet die Bestattung in das bestehende Erdgrab statt. Ein Parte ist nicht notwendig. 3. Ein gemeinsames Essen trägt mehr zur Trauerarbeit bei und stellt eine soziale Aktivität dar. 4. Kostenvoranschläge kann man jetzt schon einholen. Die Bestatter wollen aber die einzelnen Leistungen nicht bekanntgeben und versuchen die Kunden mit Cirkaangebote abzuspeisen. 5. Und wenn der Verstorbene in seinem Heimatort begraben werden will, ist die Urne leicht im Kofferraum eines PKWs zu verführen. Das sind meine Überlegungen.
Bild: VKI