KONSUMENT.AT - 24-Stunden-Betreuung - Verträge überprüft

24-Stunden-Betreuung

Holpriger Weg zu guter Pflege

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KONSUMENT 9/2012 veröffentlicht: 28.08.2012, aktualisiert: 25.10.2012

Inhalt

Verträge überprüft

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums Verträge zur 24-Stunden- Betreuung überprüft. Dabei zeigte sich, dass einige Vermittlungsagenturen teilweise sittenwidrige bzw. sogar ungesetzliche Klauseln in ihre Verträge einbauen. Dies gilt sowohl für österreichische als auch ausländische Agenturen. Als problematisch erachten wir etwa Konkurrenzklauseln, wonach Betreuungspersonal nach Kündigung eines Vertrags mit einer Agentur vom Kunden nicht mehr beschäftigt werden darf, sowie sich daraus ergebende Konventionalstrafen.

Weiter beanstanden wir Haftungsausschlüsse, wenn sich etwa vermitteltes Personal als ungeeignet erweist sowie Kündigungsfristen von unter zwei Wochen am Ende jedes Kalendermonats. Dies ist unserer Ansicht nach ungesetzlich. Besondere Sorgfalt ist bei Agenturen mit Sitz im Ausland angezeigt, da die Durchsetzung des Rechts hier erschwert ist. Grundsätzlich sollten Verträge nur dann unterschrieben werden, wenn sie in verständlicher Sprache abgefasst sind. Empfehlenswert ist es auch, sich den zwischen Agentur und Pflegepersonal abgeschlossenen Vertrag zeigen zu lassen, da auch hier problematische Passagen (z.B. Konkurrenzklausel) eingebaut sein können.

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Kommentare

  • Verband der österreichischen selbstständigen Betreuer und Pfleger
    von tzeitz am 05.03.2017 um 11:09
    Anscheinend gibt es diesen Verband nicht mehr. Keine Homepage, nichts mehr nach 2012. Wäre toll wenn hier eine Alternative aufgezeigt werden könnte.
  • 24-Stunden-Betreuung
    von kzeilinger am 03.07.2014 um 23:36
    Der letzte Test über Vermittlungsagenturen betreffend 24-Stunden-Betreuung liegt schon etwas länger zurück, bei der Gegenüberstellung von der Ausgabe 2/2012 waren ein großer Anbieter (Hilfswerk) leider nicht bei der Auswertung dabei, weil von diesem kein Angebot gelegt wurde und andere damals kleine Anbieter (Elsner Pflege) sind mittlerweile bereits österreichweit mit besserem Service tätig. Vielleicht macht es Sinn da wieder einmal nachzufragen?
  • Fonds Soziales Wien und Sozial Global
    von Wos_wor_mei_Leistung? am 29.08.2012 um 17:19

    Meine alte Mutter brauchte nach einem Sturz Betreuung. In unserem Fall wies uns der Fonds Soziales Wien (FSW) den Anbieter Sozial Global zu. Ich frage die Dame vom FSW warum uns automatisch Sozial Global geschickt wird und nicht z.B. das Hilfswerk oder die Caritas oder eine andere Organisation. Die Frage mochte die Dame vom FSW gar nicht, da war sie irritiert. Also wenn ich garantieren könne, kam dann scharf zurück, dass die andere Organisation rasch eine Heimhilfe mit entsprechender Qualifikation in der Wohngegend stellen könne, dann wäre das schon möglich. Der Ärger über meine sachliche Frage war unüberhörbar. Nächster Schritt: Die Dame von Sozial Gobal klärt in einem Gespräch in der Wohnung meiner Mutter Ausmaß und Details der Betreuung (ich bin dabei). Das war alles ordentlich und korrekt (ist ja nicht immer leicht mit den alten Leuten). Zuletzt gibt sie meiner Mutter den Vertrag zum Unterschreiben. Jetzt braucht meine Mutter aber – schließlich ist sie die Kundin und sie unterschreibt den Vertrag – viel Zeit, bis sie was versteht. Sie ist nicht dement aber langsam. Ich hab dann gesagt: Bevor wir unterschreiben möchte ich den Vertrag lesen, verstehen und meiner Mutter erklären – und dann gibt es die Unterschrift. Wir unterschreiben ihn sicher, keine Sorge, aber ich möchte ihn erst lesen. Morgen bekommen sie ihn. Darauf hin war die Dame von Sozial Global sehr irritiert, wirklich von den Socken. Das sei das erste Mal, dass jemand das verlangt. Nein, also das sei eigentlich nicht vorgesehen. Dann kam noch was mit Fristen, was ich nicht kapiert habe. Und noch einmal: schwierig, schwierig, gerunzelte Stirn, Kopfschütteln, heftige Körperbewegungen. Die Dame war durchaus in Ordnung, die war keineswegs ungut. Ich war nicht in Ordnung, ich war ungut. Ich wollte den Vertrag lesen.