KONSUMENT.AT - Altersvorsorge: Wie gut ist die Beratung? - Erschreckend schlecht und unkreativ

Altersvorsorge: Wie gut ist die Beratung?

Schwache Performance

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KONSUMENT 8/2012 veröffentlicht: 24.07.2012

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Erschreckend schlecht und unkreativ

Dasselbe gilt für die geplante Laufzeit, und auch was bestehende Finanzierungen, Ansparo- der Vorsorgeformen betrifft, wurde nur von wenigen Beratern nachgefragt. Etwas besser das Ergebnis bei der Abfrage von "Kenntnissen bzw. Erfahrungen zu bestimmten Produkten“. Diese Frage wurde von allen zehn Vermögensberatern gestellt, Bankberater erkundigten sich nur in sechs Fällen danach, Versicherungsmakler bzw. Versicherungsberater je viermal. Offenbar haben hier aufsehenerregende Haftungsfälle aus der jüngsten Vergangenheit schon zu etwas mehr Wachsamkeit in Beraterkreisen geführt.

Schlecht: Produktempfehlung Lebensversicherungen

Berufsbezeichnungen und Bedarfserhebung lassen also ganz klar noch etliche Fragen offen. Und die Produktempfehlungen? Wenn sich beim Fundament schon so viele Löcher auftun, wird’s auch mit dem Aufbau meistens nichts: 37 von 40 Beratern (auch neun von zehn Bankberatern!) fiel nichts Besseres ein, als mit Lebensversicherungen in ihren verschiedensten Verkleidungen daherzukommen. Also neben klassischen oder fondsgebundenen Lebensversicherungspolizzen etwa auch mit einer der für viele Sparer enttäuschendsten Anlageformen der jüngsten Vergangenheit, der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge. Hier hätten wir uns mehr Vielfalt erwartet.

Viele Lebensversicherungen werden vorzeitig gekündigt

Vor allem, weil mehr als die Hälfte der Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt wird. Die durchschnittliche Laufzeit liegt bei nur sieben Jahren. Dabei braucht man, wie sich in den vergangenen zehn Jahren gezeigt hat, für das Investment in eine Lebensversicherung eigentlich keinen Berater. Denn diese konnten ihren Kunden weder ausreichend vermitteln, in was sie ihr Geld da eigentlich investierten, noch haben sich ihre Berechnungen und Prognosen hinsichtlich Ertrag bewahrheitet.

Viel weniger ausgezahlt als erwartet

Auch heute noch fallen viele Anleger aus allen Wolken, wenn sie nach zehn oder mehr Jahren Laufzeit viel weniger ausgezahlt bekommen als erwartet; oder wenn sie erfahren, dass sich der prognostizierte Ertrag leider (bei Weitem) nicht realisieren lassen wird oder gar reale Kapitalverluste drohen, weil der Aktienmarkt wieder einmal nicht so recht mitgespielt hat.

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Kommentare

  • Namen nennen
    von REDAKTION am 31.07.2012 um 14:41
    In Österreich gibt es Tausende Berater für Altersvorsorge. Würden wir nur die Namen der getesteten Berater nennen, könnte dies den Eindruck erwecken, dass andere, von uns nicht getestete Berater besser sind. Davon ist aber nach unseren Erfahrungen nicht auszugehen. Ihr KONSUMENT-Team
  • Altersvorsorge
    von adamczyk am 29.07.2012 um 14:55
    Ich kann mich der bereits formulierten Kritik am Konsument nur anschließen: Warum werden die getesteten Banken, Versicherungen und Berater nicht genannt ?
  • Pensionsvorsorgeberatung
    von Alfred2010 am 25.07.2012 um 14:04
    Bitte was soll das? Ohne detaillierte Bewertungen der geprüften Unternehmen bringt mir das jetzt ganz wenig Erkenntnisgewinn.... Ein Pauschalurteil, dass vieles schlecht sei, und ohne Namensnennung bringt mir jetzt gar nix. Wenn Fernseher oder Fahrradln getestet werden, gibts doch auch einen Gesamtüberblick. Danke vielmals! ar
  • Altersvorsorge und Lebensversicherung
    von Nachhaltigkeitsunternehmer am 25.07.2012 um 11:06
    Eine Erfassung der Ist-Situation ist zweifelsohne das Um und Auf jeder guten Beratung. Ein guter Berater weist, wenn er schon eine Lebensversicherung empfiehlt auf ungezillmerte Tarife hin. Die Kosten werden hier nicht auf die ersten fünf Jahre verteilt, sondern pro Monatsrate verrechnet. Dies ergibt wesentlich bessere Rückkaufswerte, insbesonders in den ersten Jahren.
  • Anlageberatung
    von sidestep am 24.07.2012 um 10:15
    Eine Verwandte ist öfter für ein Marktforschungsinstitut als Mystery Shopper (Testkäufer, wobei im gegenständlichen Fall nichts gekauft wird) im Bankbereich, u.a. Anlageberatung, tätig und kann Ihre Ausführungen zu 100% bestätigen - nie in "Papier"( und das sind ausnahmslos alle Wertpapiere,Aktien, Fonds Sparbücher, Prämiensparen, Lebensversicherungen etc.) anlegen, im Ernstfall ist alles futsch. Diewenigsten Bankberater kennen sich wirklich aus. Empfehlenswert ist eine bestimmte Menge Bargeld (aber nicht auf der Bank), Edelmetalle und Sachwerte (noch Immobilien, obwohl diesbezüglich wohl auch schon neue Steuern geplant sind). Lieber auch ein neues Auto etc. ums Gesparte kaufen und sich ansosnten etwas gönnen. Der Crash kommt mit Sicherheit.