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BAWAG-Kontobox: Entschädigung für Kunden

Klage erfolgreich, Geld zurück

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veröffentlicht: 03.10.2019

Inhalt

Aus dem billigen ins teurere Konto gedrängt: Einigung mit BAWAG P.S.K. zur Kontoumstellung 2016. Kunden erhalten eine Entschädigung und können ins alte Kontomodell zurück.

Die BAWAG P.S.K. hatte im Oktober 2016 zahlreiche Kunden in einem Schreiben informiert, dass ihr Kontomodell eingestellt wird und sie auf die neuen KontoBox-Produkte umsteigen können. Also raus aus dem billigen, rein in das teurere Konto. Sollten sie nicht freiwillig wechseln, drohte die BAWAG den Kunden das bestehende Girokonto per 31.01.2017 zu kündigen. Unternehmen dürfen Preise anheben, Leistungen ändern und Gewinne erwirtschaften ; sie müssen aber Gesetze und dem Kunden gegenüber Mindeststandards der Fairness einhalten. Betroffen waren, so help.orf.at etwa 20.000 Kunden. Wir hielten die Vorgangsweise der BAWAG P.S.K. für gesetzwidrig, klagten im Auftrag des Sozialministeriums und waren erfolgreich.

Besser, schlechter, gleich?

Anfang 2019 entschied der Oberste Gerichtshof (OGH), dass diese Änderungskündigungen unzulässig sind – Grund: intransparente Vorgehensweise. So heißt es z.B. im Urteil wörtlich: „Aus dem Konditionenblatt für die neuen Kontopakete ist nicht per se ersichtlich, ob sich mit einem Umstieg die Vertragsbedingungen verbessern, verschlechtern oder auch gleich bleiben.“ Details und Urteil lesen Sie auf www.verbraucherrecht.at OGH: BAWAG Kontoumstellung unzulässig . Wir verhandelten mit der BAWAG P.S.K., um eine Lösung für die Konsumentinnen und Konsumenten zu erzielen. Die Betroffenen erhalten nun von der Bank eine Entschädigung für die Mehrkosten und können auf Wunsch auch auf das alte Kontomodell zurück wechseln.

32 Euro für 12 Monate retour

Die BAWAG P.S.K. wird eine pauschale Ersatzzahlung für die Entgeltdifferenz zwischen altem und neuem Kontomodell leisten. Die Abgeltung beträgt 32 Euro für jeweils volle 12 Monate, in denen das neue Kontomodell zur Verrechnung kam. Sollten Kunden nach dem Wechsel im Zuge der Änderungskündigung – also nach dem März 2017 – einen weiteren Produktwechsel beauftragt haben, steht ihnen die Abgeltung entsprechend für den Zeitraum bis zu diesem zweiten Produktwechsel zu.

Zudem können betroffene BAWAG-Kunden verlangen, auf jenes Kontomodell zurück zu wechseln, das vor der Änderungskündigung vereinbart war. Die Umstellung auf das alte Kontomodell ist nur für jene Kunden möglich, die nach dem März 2017 keinen weiteren Produktwechsel auf ein anderes Kontomodell der BAWAG P.S.K. vorgenommen haben.

Onlineformular oder Filiale

Konsumentinnen und Konsumenten können die pauschalen Ersatzzahlungen und die Kontomodell-Rückstellung entweder über ein Onlineformular auf der Webseite der BAWAG P.S.K. www.bawagpsk.com/kontoumstellung oder Ulrike Wolf (Bild: U. Romstorfer/VKI) persönlich beim Betreuer in der Filiale verlangen.

"Die Einigung beseitigt die Nachteile aus der seinerzeitigen Umstellung. Konsumentinnen und Konsumenten bekommen damit eine praktikable Lösung und erhalten rasch Geld bzw. eine Gutschrift", erklärt die Leiterin der Abteilung Sammelaktionen des VKI, Ulrike Wolf.

Bis 31.5.2020 melden

Betroffene Kunden können ihre Ansprüche bis 31.5.2020 an die BAWAG P.S.K. richten. Die Einigung gilt für Konsumentinnen und Konsumenten, die von der BAWAG P.S.K. im Zeitraum August 2016 bis März 2017 eine Änderungskündigung zu ihren Girokonten erhalten haben und im Zeitraum August 2016 bis März 2017 auf ein neues KontoBox-Modell der BAWAG P.S.K. umgestiegen sind.

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