KONSUMENT.AT - Corona und Wirtschaft - Einschneidende Veränderungen

Corona und Wirtschaft

Zeit für Neues

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KONSUMENT 6/2020 veröffentlicht: 28.05.2020

Inhalt

Die aktuelle Krise wird uns noch auf Jahre beschäftigen. Neben allen negativen Folgen bietet sie die Chance, Altgewohntes zu überdenken und neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Wege einzuschlagen.

Wie viel Wachstum wird die Weltwirtschaft in Zukunft noch bewerkstelligen? Wird sich das Globalisierungskarussell immer schneller drehen? Und wie lange wird die Umwelt und werden wir alle bei diesem immer rasanteren Tempo mithalten können? Das sind Fragen, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen in aller Welt stellten. Antworten und Taten blieben aus, denn weder Politik noch Bürger waren bisher bereit, Alternativen ernsthaft anzugehen.

Stillstand und neue Helden

Und dann hat sich binnen nicht einmal 100 Tagen praktisch wie aus heiterem Himmel alles verändert. Die Wirtschaft wurde in weiten Teilen der Welt mit glühenden Bremsen auf ein Mindestmaß heruntergefahren, viele Bereiche des Handels, Dienstleistungen, Tourismus standen still. Und plötzlich waren Pfleger und Erntehelfer, Lebensmittelverkäufer und Paketzusteller die neuen Heldinnen und Helden. Tatsache ist, dass die Krise uns nicht nur die Wichtigkeit dieser Berufsgruppen vor Augen geführt hat. Auch vieles andere wird sich noch ändern (müssen).

Beispielloser Abschwung

Die Volkswirtschaften weltweit befinden sich mitten in einem beispiellosen Abschwung, ähnlich gravierend wie vielleicht in der Weltwirtschaftskrise der 1920er-Jahre, und die Aussichten auf eine V-förmige Rezession – ein jäher Absturz mit ebenso flotter Erholung der Wirtschaft – sind laut den verfügbaren Daten gering. Prognosen zeichnen eine langsame, ungleichmäßige Erholung, denn: Ein Wiederaufflammen der Infektionen ist nicht ausgeschlossen. Dementsprechend vorsichtig sind Regierungen, Verbraucher und Unternehmen.

Tief greifende Veränderungen

Hohe Arbeitslosigkeit und Unsicherheit lassen eher verhaltenen Konsum erwarten, und auch beim Reisen wird es dauern, bis sich viele sicher genug fühlen, um wieder ins Ausland zu fahren. Dazu sind tief greifende Veränderungen in der Arbeitswelt möglich, etwa noch mehr kurzfristige, prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder mehr Arbeit von zu Hause aus .

Schwächen des globalisierten Turbokapitalismus

Neben den dunklen Wolken im Corona-Zeitalter gibt es aber auch Hoffnungsschimmer. Denn die Krise hat für viele Menschen überdeutlich die Schwächen der globalisierten Wirtschaft und des turbokapitalistischen Systems aufgezeigt. Plötzlich hieß es bei Gesichtsmasken , Testgeräten und Medikamenten: Wer den höchsten Preis bezahlt, bekommt diese dringend benötigten Güter. Und man musste sich im Ausland darum bemühen, denn die vormals inländischen Produktionsstätten wurden schon vor Jahren nach Asien verlagert. Auch die hohe Sterblichkeitsrate auch jüngerer Coronavirus-Erkrankter in Italien, Spanien oder Großbritannien führte drastisch vor Augen, wohin etwa das Aushungern des Gesundheitssystems führen kann.

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Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
1 Stimme

Kommentare

  • politische Statements
    von Biene7 am 13.06.2020 um 14:22
    Sehr geehrtes Team/sehr geehrte Redaktion,

    ich bin langjährige Abonnentin und lese Ihre Publikationen wirklich sehr gerne. In der letzten Zeit sind mir öfter politische Statements aufgefallen. Natürlich weiß ich, dass jeder zu jedem Thema einen politischen Zugang hat, man kann der gleichen Meinung sein oder eben auch nicht - nur wenn ich diese Ergüsse lesen möchte, kaufe ich mir und lese ein Polit-Magazin.
    Solche "Meinungen" als redaktionelle Beiträge getarnt, wie z.B. im letzten Heft zu Corona-Bonds (drei Zeilen gegen diese, zehn Zeilen für diese [inkl. entsprechendem Wording, ausgewogen sieht eigentlich anders aus], sind für mich hart an der Grenze zum schwer Verdaubaren.
    Muss ja nicht sein, oder?

    Noch ein anderer Vorschlag betreffend Ihrer Tests: z.B. könnte man auch die tatsächliche (örtliche) Produktion und die Umhüllungen mit hineinnehmen. Denn nur weil z.B. ein großer europäischer Konzern draufsteht, heißt das nicht automatisch, dass das gegenständliche Produkt auch in Europa hergestellt wird mit allen Konsequenzen bzw. nicht wenige Verpackungen für z.B. Lebensmittel oder Kosmetika werden teils auch um den halben Erdball geschafft. Z. B. als weitere Spalte in Ihren Testberichten eingefügt, wenn das nicht allzu viel Mühe macht. Ob die Diskonterprodukte dann noch gut dastehen (würde mich jedenfalls sehr überraschen)?

    Biene7