Direktbank N26

Kein Girokontoersatz

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veröffentlicht: 07.08.2018

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Die Direktbank N26 wirbt gerade recht aggressiv. Wir sehen die mobile Bank nur als Ergänzung zum existierenden Hauptkonto.

Mit recht aggressivem Marketing geht die Direktbank N26 derzeit auf Kundenfang: #nobullshit und Nicht die Bank deiner Oma ist zum Beispiel auf 24-Bogen-Plakaten in Wien zu lesen (wobei das "Oma" als Emoji das Bild einer älteren, weißhaarigen Dame zeigt). Wer so spritzig um neue, insbesondere junge Kunden wirbt, dem sollten wir einmal genauer auf die Finger schauen, dachten wir uns. Schließlich geht es hier nicht um Spielgeld – auch wenn das in der Werbung so rüberkommt.

Startup mit gewichtigen Partnern

Nun gut, N26. Wer oder was ist das? Die beiden Wiener Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gründeten 2013 das Start-up NUMBER26 GmbH mit Sitz in Berlin, das seit vorigem Jahr N26 Bank GmbH heißt. Ein Jahr nach der Markteinführung, 2015, erhielten sie die Vollbanklizenz. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen seit Juni 2018 mehr als 1 Million Kunden in 17 europäischen Ländern – eine Verdoppelung in knapp unter einem Jahr. N26 beschäftigt 430 Mitarbeiter mit Büros in Berlin und New York. Der Markteintritt in den USA und Großbritannien ist geplant. Das Start-up hat auch große Investoren mit an Bord, wie seit heuer z.B. die Allianz oder den chinesischen Internet-Riesen Tencent.

Ab 18, nur per Smartphone

N26 ist eine komplett "mobile" Bank, ohne Filialnetz, via Handy-App nutzbar. Hier zeigt sich schon eine Bruchstelle zur Werbelinie, die betont jugendlich daherkommt. Kunde werden kann man jedoch erst ab 18.
Alles, was das eigene Girokonto betrifft, soll bzw. muss direkt am Smartphone gemanagt werden.

Kostenlose Kontoführung und Zahlungen

Die Kontoführung ist für Kunden gratis. Dazu gibt’s eine Debit Mastercard. Auf Wunsch können heimische Kunden dazu eine Maestrocard beantragen. Zahlungen in allen Währungen sind mit Mastercard wie auch mit Maestrocard gratis. Für Onlinezahlungen kann Letztere allerdings nicht verwendet werden.

Gebühren bei Abhebungen

Auf eine Abhebung via Maestrocard fällt national wie international eine Gebühr von 2 Euro an. Bei Fremdwährungen kommen noch 1,7 % vom abgehobenen Betrag als Gebühr dazu (auch bei der Mastercard).

Vorsicht! Gebühren von Bankomatbetreibern (z.B. Euronet) sind damit noch nicht abgegolten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sehen an und für sich vor, dass der kontoführende Zahlungsdienstleister den Verbraucher von der Zahlung von Entgelten zu befreien hat, die ein Drittdienstleister vom Verbraucher für Bargeldabhebungen mit Bankomatkarte einheben will. Die aktuelle Vorgangsweise von N26 wird unsere Rechtsabteilung in den kommenden Wochen im Detail prüfen – wir werden berichten.

Überziehungen

Darüber hinaus bietet N26 die Möglichkeit zur Beantragung eines Überziehungsrahmens bis maximal 5.000 € an. Die Überziehungszinsen betragen 8,90 % p.a., sofern der Überziehungsrahmen bewilligt wurde.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
29 Stimmen
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Kommentare

  • N 26
    von sschachinger am 25.09.2018 um 10:10
    Ich nutze N26 seit 2 Jahren und bin sehr zufrieden. Der einzige Nachteil ist, dass bei Lastschriftverfahren der Bankwechsel Service für Österreich nicht funktioniert. Eine Abbuchung mit DE IBAN wird von einzelnen Lieferanten , wie z.B. Drei.at nicht akzeptiert.
  • N26-Konto
    von calipo69 am 01.09.2018 um 15:40
    DANKE den 2 kommentaren vor mir. ich habe N26 seit über einem jahr (inkl. schwarzen mastercard (+ ca. €7,- per monat-wesentlich bessere versicherungsschutz als normal) un bin sehr sehr zufrieden. wesentlich ist, dass man anstelle der maestrocard seine mastercard verwendet ohne ein disagio verrechnet zu bekommen (gilt für die EU)!
    und richtig ist, dass man über seinen PC (bzw. web) genauso auf sein konto zugreifen kann, wie über die mobil APP.
    Ich bin ein großer fan von N26. die persönliche verifizierung erfolgte direkt mit dem smartphone und dauerte max. 13 min.
    LG kurt
  • Stimmt nur teilweise
    von REDAKTION am 29.08.2018 um 08:44
    Das einloggen in die App ist nötig, um die Anmeldung durchzuführen - eine komplette Trennung ist somit nicht möglich, womit auch nicht das selbe Sicherheitsniveau erreicht werden kann, wie bei einer vollständigen Trennung.
    Die 2 € Gebühren pro Abhebung beziehen sich auf die Maestrocard.
    Ihr Konsument-Team
  • N26
    von aldrian am 28.08.2018 um 18:59
    Ich habe sehr gute Erfahrungen damit. Dass man nicht mehr unterschreiben muß ist damit begründet, dass man einen PIN festlegen muß, den man an der Kasse eingibt. Habe in Asien damit bezahlt-keine Gebühren! Ist eine vollwertige Prepaid Mastercard. Mein alten Girokonto habe ich aber belassen.
  • Stimmt nur teilweise
    von BlueJay am 28.08.2018 um 11:35
    Ich bin erst seit kurzem Kunde. Speziell zwei Dinge sind mir aufgefallen, die nicht stimmen.

    "Alles, was das eigene Girokonto betrifft, soll bzw. muss direkt am Smartphone gemanagt werden." - stimmt nicht ganz. Man kann diverse Dinge auch über die Webapp managen. zB kann man Überweisungen am Computer eingeben, muss sie dann aber über das Handy bestätigen. Dh in diesem Fall gibt es eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.

    Was auch nicht stimmt - die Gebühr von 2 Euro bei Abhebungen mit Mastercard fällt erst nach einer bestimmten Anzahl von Abhebungen an. In Deutschland sind das 3-5, in Österreich gibt es kein Limit.
    https://support.n26.com/read/000001324?locale=de

    Was mich mehr stört ist ein kleines technisches Problem bei Terminüberweisungen, aber ich hoffe, das werden sie bald gelöst haben.

    Etwas was mich gewundert hat - beim Erhalt der Mastercard stand nirgends, dass man sie unterschreiben soll. Aber vielleicht ist das sogar für junge (Erst-)Kunden heutzutage selbstverständlich.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo