KONSUMENT.AT - Bioscan und Vieva Vital Analyser - "elektromagnetische Skalarwellen"

Bioscan und Vieva Vital Analyser

Gesundheitsprobleme feststellbar?

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KONSUMENT 5/2020 veröffentlicht: 30.04.2020

Inhalt

Kann man mit einem „Bioscan“-Gerät oder dem „Vieva Vital Analyser“ Mängel an Mineralstoffen und Vitaminen messen oder Gesundheitsprobleme feststellen?

Beweislage: hoch. Ein Experiment zeigt eindrücklich, dass dies mit einem „Bioscan“-Gerät oder dem „Vieva Vital Analyser“ NICHT möglich ist. KONSUMENT Fakten-Check Medizin: wissenschaftliche Beweislage (Bild: VKI)

 

Funktionsweise der Apparaturen

Mit Geräten wie „Bioscan“ oder dem „Vieva Vital Analyser“ soll sich der Gesundheitszustand eines Menschen in wenigen Augenblicken erfassen lassen. Die Apparaturen bestehen aus einem metallischen Stab, der über ein Kabel mit einem kleinen Kästchen verbunden ist. Beim Messvorgang muss man den Stab etwa zwei Minuten lang in der Hand halten, schon kann man eine Liste mit über 200 Zahlenwerten ausdrucken, die den Gesundheitsstatus des Getesteten beschreiben.

So sollen Blutwerte ablesbar sein und Rückschlüsse auf Vitamin- und Mineralstoffmängel bzw. den Gesundheitszustand vieler Organe gezogen werden können. Sollte dies funktionieren, wären etwa Blutuntersuchungen obsolet, sie könnten durch Sitzungen mit Bioscan und dem Vieva Vital Analyser ersetzt werden. Und man müsste nicht mehr tagelang auf die Ergebnisse warten, sie lägen binnen Minuten vor.

Test mit einer Leiche

Unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at haben die Faktenlage zu den „Wundergeräten“ überprüft. Dabei sind sie auf ein Experiment deutscher Wissenschaftler und Ärzte gestoßen, das Bioscan und den Vieva Vital Analyser wohl als Humbug entlarvt.

Im Experiment bescheinigte der Vieva Vital Analyser einem schwer kranken Krebspatienten, der damit getestet worden war, eine gute Gesundheit. Bei einem anderen Mann waren zwei von drei Prostata-Messwerten im grünen Bereich, obwohl dem Patienten die Prostata bereits zuvor entfernt worden war. Der Test mit dem Vieva Vital Analyser an einer Leiche ergab Messwerte, die in vielen Punkten denen eines gesunden Menschen entsprechen.

In einem weiteren Test verglichen die Forscher Bioscan- und Vieva-Vital-Analyser-Messwerte von sechs Menschen mit Werten, die die Geräte ausspuckten, als man einen feuchten Putzlappen sowie eine rohe Leberkäse-Masse testete. Die Ergebnisse unterschieden sich kaum.

Ungeeignet

Die Experimente legen nahe, dass Bioscan, der Vieva Vital Analyser sowie vergleichbare Geräte anderer Hersteller wie Quantum Resonance Magnetic Analyser, GEMRA, Bio Quantum Analyse System oder Quantum Resonance Magnetic Analyzer ungeeignet sind, um einen Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen zu diagnostizieren.

Auch andere Gesundheitsprobleme oder der Gesundheitsstatus von Menschen lassen sich damit offensichtlich nicht feststellen. Die Wissenschaftler von medizin-transparent.at konnten keine einzige Studie zu anderen Geräten außer Bioscan und dem Vieva Vital Analyser finden, in denen die Verlässlichkeit der Messungen überprüft worden wäre.

Behauptungen der Hersteller

Die Bioscan-Hersteller behaupten, dass hinter ihrer Technik wissenschaftliche Erkenntnisse aus Physik, Chemie und Elektrotechnik stünden. So soll der Bioscan mithilfe „elektromagnetischer Skalarwellen“ das „magnetische Feld von Körperzellen“ messen. Derartige Wellen sind in der Physik nicht bekannt.

Umso erschütternder ist, dass unseriöse Analysen mit Bioscan oder dem Vieva Vital Analyser sogar in manchen Apotheken angeboten werden – natürlich kostenpflichtig. Inkludiert ist häufig ein Beratungsgespräch. Dabei werden unter anderem teure Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.

Lesen Sie mehr unter Medizin-transparent: Medizin-transparent: Bioscan und Vieva Vital Analyser 1/2020

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