KONSUMENT.AT - Zellcheck - Zellcheck: keine Studie zur Verlässlichkeit der Methode gefunden

Zellcheck

Verlässliche Analyse des Gesundheitszustandes?

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KONSUMENT 11/2019 veröffentlicht: 24.10.2019

Inhalt

Lässt sich der Gesundheitszustand mit einer sogenannten Zellcheck-Analyse ähnlich verlässlich beurteilen wie mit Blut- oder Harnanalysen?

Beweislage: unzureichend. Trotz aufwendiger Recherche konnte keine einzige Studie zur Verlässlichkeit der Zellcheck-Methode gefunden werden. Auch unter der Bezeichnung Oligoscan sind keine Studien auffindbar. KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Beweislage unzureichend

 

Es dauert nur einige Minuten, schon bekommt man mit der "Zellcheck"-Messung eine umfangreiche Analyse des eigenen Gesundheitszustandes. Das legt zumindest die Website zell-check.com nahe, über die diese Messmethode beworben wird. Das Verfahren ist auch unter dem Namen Oligoscan in Umlauf. Angeboten wird die Zellcheck- Messung zudem in einigen Apotheken und Arztpraxen. Vier kurze Scans der Handoberfläche sollen ausreichen, um einen Mangel an Mineralstoffen erkennen zu lassen. Das klingt verlockender, als sich einem aufwendigen Bluttest, Harnuntersuchungen und anderen Diagnose-Verfahren zu unterziehen.

Zudem soll mit dem Zellcheck angeblich erkennbar sein, ob sich in den Körperzellen giftige Metalle in bedenklicher Konzentration angesammelt haben. Zellcheck-Messungen werden auch zur Steigerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit empfohlen, sie sollen die Libido steigern und für besseren Schlaf sorgen. Es soll sich damit sogar herausfinden lassen, ob die Haut zu Falten neigt, man eine Tendenz zu Haarausfall hat oder der Blutzucker gut reguliert wird.

Keine einzige Studie gefunden

Trotz aufwendiger Recherche konnten unsere Partner von medizin-transparent.at keine einzige Studie zur Verlässlichkeit der Zellcheck-Methode finden. Auch unter der Bezeichnung Oligoscan sind keine Studien auffindbar. Als Beleg erwähnen die Anbieter lediglich ein Gutachten einer Fachärztin für innere Medizin und Herzgesundheit. Dieses wurde jedoch nie veröffentlicht. Eine Nachfrage beim Zellcheck-Anbieter verlief ergebnislos. Das Gutachten war nicht einsehbar.

Messwerte nicht nachvollziehbar

Es ist nicht nachvollziehbar, was beim Zellcheck überhaupt gemessen wird. Jedem erfassten Mineral- und Schadstoff wird in der Auswertung eine Zahl zugeordnet. Was diese Zahl bedeutet, ist unklar. Es bleibt offen, ob es sich dabei um Konzentrationen, Mengen oder ganz andere Angaben handelt. In den Zellcheck-Auswertungstabellen finden sich für jeden Mineral- und Schadstoff Angaben, ob sich der gemessene Wert im Idealbereich, darüber oder darunter befindet.

Wir bezweifeln die Vertrauenswürdigkeit dieser Angaben nicht zuletzt auch deshalb, weil auf der Unternehmenswebsite zu lesen ist, dass es der Zellcheck-Test nicht erlaube, „auf Grund der ermittelten Werte eine Diagnose zu erstellen oder Heilaussagen zu tätigen".

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Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin " finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheits-Agentur gefördert.

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