Medizinische Befunde

Erste Abklärung

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KONSUMENT 3/2017 veröffentlicht: 23.02.2017

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Harn, Speichel, Stuhl & Co ermöglichen bei richtiger Testdurchführung vielfältige Einblicke in den Körper.

Blut ist die am häufigsten untersuchte ­Körperflüssigkeit. Sie kann viel über den menschlichen Stoffwechsel verraten. Daneben gibt es aber noch eine Reihe anderer Körpersäfte und -ausscheidungen, die auf einfache und meist völlig schmerzfreie Weise einen Blick in das menschliche "System" ermöglichen.

Harnuntersuchung

Zu den ältesten medizinischen Unter­suchungsmethoden zählt die Überprüfung des Harns. Eine gesunde Niere reinigt pro ­Minute mindestens 95 Milliliter Blut und scheidet ­die herausgefilterten Stoffe über den Urin aus.

Ein mikroskopischer Blick auf die Zusammen­setzung des Harns kann ­daher ­bereits viele Hinweise auf die Vor­gänge in unserem Körper liefern: Zeigen die ausgeschiedenen Stoffe ­Anzeichen einer Fehlfunktion von Niere, Leber, Blase oder Harnwegen? Sind bestimmte Substanzen im Übermaß oder in zu geringer Menge ­vorhanden? Lassen sich im Harn Bestandteile nachweisen, die dort gar nicht sein sollten?

  • Nitrit zum Beispiel ist ein Nebenprodukt, das bei bakteriellen Prozessen anfällt und ebenso wie erhöhte pH-Werte auf einen Harnwegsinfekt hinweisen kann.
  • Auch Bakterien oder weiße Blutkörperchen (Leukozyten, im Befund oft mit LEU, Leuco oder Leukos abgekürzt) sind mög­licher­weise ein Zeichen für eine Harn­wegs­infektion.
  • Harnsäure (häufig mit "Hsre" abgekürzt) führt bei zu hoher Konzentration zu Gichtknoten in den Gelenken und zu Nieren­steinen; ein zu hoher Wert gilt daher als ­Risikofaktor.
  • Zucker (Glukose) kann auf eine Diabetes-Erkrankung hinweisen.
  • Auch Ketone (Azeton) treten bei einer Blutzuckerentgleisung vermehrt im Harn auf.
  • Blut im Harn in Form von roten Blutkörperchen (häufig mit ERY – vom medizinischen Fachbegriff Erythrozyten – abgekürzt) kann etwa bei Entzündungen der Niere und der Harnwege auftreten. Möglicherweise ist es aber auch als Folge der Regelblutung oder durch starke körperliche ­Beanspruchung im Harn messbar.

Uhrzeit entscheidend

­Daher spielt es auch eine wichtige Rolle, wann der Urin aufgefangen wird, ob morgens, über den gesamten Tag verteilt oder nur der soge­nannte Mittelstrahl, bei dem der erste Teil des Harns in die Toilette fließt, dann ­etwa 20 Milli­liter im Becher gesammelt werden und der restliche Harn wieder in die Toilette fließt. Der untersuchende Arzt liefert dazu üblicher­weise genaue Vor­gaben, an die man sich auch halten sollte, damit er weitere Untersuchungsschritte und eine gezielte Behandlung fest­legen kann.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo