Impfen: Erwachsene

Alles im Plan

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KONSUMENT 12/2015 veröffentlicht: 26.11.2015

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Erwachsene müssen sich nicht nur selbst um ihre Impfungen kümmern, sondern diese auch großteils privat bezahlen.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Thema Impfen:

Impfen - Teil 1:  Kinder im ersten Lebensjahr

Impfen - Teil 2:  Impfen: (Klein-)Kinder 11/2015 bzw. Auffrischung von Impfungen

Imfpen - Teil 3: Impfungen im Erwachsenenalter

Impfen - Teil 4:  Übersicht zu Reiseimpfungen

Im dritten Teil unserer Impfserie finden Infos zu Auffrischungen von bestehendem Impfschutz sowie Impfempfehlungen und Steckbriefe zu folgenden Krankheiten: von Diphterie, Tetanus und Keuchhusten über Kinderlähmung (Polio), Pneumokokken, Varizellen (Windpocken) und Herpes Zoster bis hin zu FSME und HPV.


Hier der Bericht:

Bei Erwachsenen geht es hauptsächlich um die Auffrischung des bestehenden Impfschutzes. Wann diese fällig ist, kann anhand des Impfpasses festgestellt werden. Die jeweilige Schutzdauer ist in erster Linie von der Art der Impfung abhängig. Mit zunehmendem Alter (ab etwa 50 bis 60 Jahren) nimmt der Impfschutz bei einigen Impfungen ab. Um noch nicht erforderliche Auffrischungsimpfungen und damit theoretisch mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, kann man vom Arzt den sogenannten Impftiter bestimmen lassen. Bei diesem Verfahren – das allerdings nicht für alle Impfungen funktioniert – wird eine Blutprobe genommen und die Konzentration der Antikörper im Blut bestimmt. Teilweise lässt sich eine relativ genaue Vorhersage treffen, wie lange noch ein Schutz besteht.

Kosten privat zu leisten

Eine Titerbestimmung macht etwa im Hinblick auf Masern, Mumps oder Röteln vor einer geplanten Schwangerschaft Sinn. Gegen diese für Schwangere und den Fötus besonders gefährlichen Erkrankungen wird mit Lebendimpfstoffen geimpft, die während einer Schwangerschaft tabu sind. Für die Kosten einer Titerbestimmung muss man jedoch privat aufkommen. Auch die Impfkosten (Impfstoff und Arzthonorar) werden bei Erwachsenen – von wenigen Ausnahmen wie zum Beispiel der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln abgesehen – nicht von der Sozialversicherung übernommen.

Diphtherie

Die Krankheit ist in Europa, abgesehen von Russland und der Ukraine, weitgehend unter Kontrolle. Auch geimpfte Personen können Diphtherieerreger übertragen, werden selbst jedoch nicht krank. Bei sinkenden Durchimpfungsraten könnte sich die Erkrankung auch in Österreich wieder ausbreiten.

Tetanus

Aufgrund der guten hygienischen Bedingungen sowie des weit verbreiteten Impfschutzes treten Tetanusfälle im EU-Raum nur sehr selten auf. Am häufigsten betroffen sind Frauen über 65 Jahre.

Keuchhusten

Keuchhustenfälle treten in den letzten Jahren weltweit in allen Altersgruppen vermehrt auf. Etwa 4 bis 8 Jahre nach einer überwundenen Erkrankung sowie nach einer Impfung verliert man die Antikörper gegen Keuchhusten, sodass wieder Ansteckungsgefahr besteht. Eine besondere Impfempfehlung gilt für schwangere Frauen, Gesundheitspersonal sowie Personen, die in Einrichtungen für Kinder (z.B. Kindergärten, Schulen, Horte) arbeiten oder generell viel mit anderen Menschen zu tun haben.

Kinderlähmung (Polio)

Österreich ist poliofrei. Es besteht allerdings die Gefahr, dass Polio wieder nach Österreich eingeschleppt wird. Deshalb sollten Personen, die in Gebiete reisen, in denen Polio vorkommt, unbedingt geimpft sein. Impfung: Nach vollständiger Grundimmunisierung wird eine Auffrischung bei Erwachsenen bis 60 Jahre alle 10 Jahre, danach alle 5 Jahre empfohlen (4fach-Impfstoff mit Komponenten gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, Keuchhusten).


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Kommentare

  • FSME- Keine weitere Impfung ohne Titerbestimmung ...
    von REDAKTION am 05.01.2016 um 10:12
    Ihrer Anmerkung zur Titerbestimmung können wir nur zustimmen, aber gerade in diesem Beitrag äußern wir uns am Beispiel der MMR-Impfung genau zu diesem Thema. Da jede Impfung Nebenwirkungen haben kann (auf die wir ja auch in jedem Kapitel ausführlich eingehen), liegt es auf der Hand, dass man sich nicht unnötigerweise impfen lassen soll. Das Problem ist (wie am Beispiel MMR beschrieben), dass die Kosten für die Titerbestimmung privat zu tragen sind.
  • FSME- Keine weitere Impfung ohne Diterbestimmung ...
    von escargot am 27.12.2015 um 20:07
    Nirgends hört man davon, was eine "Überimpfung" für Auswirkungen auf den Körper hat, d.h. sich impfen zu lassen, obwohl der Diter noch ausreichend hoch ist, sodass ein Schutz gegeben ist. Ich kenne einen Fall, da war die Impfauffrischungsempfehlung für FSME noch bei 3 Jahren, wo nach 8 (!) Jahren der Diter noch immer ausreichend hoch war ... Seit dem lass ich mich nur noch nach vorangegangener Diterbestimmung impfen, das zahl ich mir echt gerne selber, meiner Gesundheit zuliebe!
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