Impfen: Fernreisen

Gesund nach Hause kommen

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KONSUMENT 1/2016 veröffentlicht: 23.12.2015

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Bei Fernreisen sollte man sich frühzeitig um den notwendigen Impfschutz kümmern. Viele tödlich verlaufende Krankheiten lassen sich mit einer Impfung wirksam verhindern.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Thema Impfen:

Impfen - Teil 1:   Kinder im ersten Lebensjahr

Impfen - Teil 2:   Impfen: (Klein-)Kinder 11/2015 bzw. Auffrischung von Impfungen

Imfpen - Teil 3:  Impfungen im Erwachsenenalter

Impfen - Teil 4: Übersicht zu Reiseimpfungen

Der vierte Teil unserer Impfserie beschäftigt sich mit Reiseimpfungen. Sie finden die Bereiche Impfschutz, Impfempfehlungen und Steckbriefe zu folgenden Krankheiten: von Meningokokken über Hepatitis A und B, Japanische Enzephalitis, Typhus, Tollwut und Cholera bis hin zu Gelbfieber.


Hier der Bericht:

Frau und Herr Österreicher sind reisefreudig. Für 2014 verzeichnet die Statistik Austria 5,9 Millionen Reisen ins Ausland. Die bevorzugten Destinationen liegen in Europa, aber auch Fernreisen nach Asien oder Lateinamerika sind beliebt. Wen es in ferne Länder oder die Tropen zieht, der beginnt besser früh­zeitig mit der Reiseplanung und informiert sich dabei unbedingt auch über notwendige Reise­impfungen. Dabei sollte auf ­jeden Fall kont­rolliert werden, ob ein aktueller Impfschutz gegen in Österreich verbreitete Infektionskrankheiten ge­geben ist, insbesondere gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, Pertussis, Masern, Mumps, Röteln. Viele Infektionskrankheiten, die in Österreich nur noch ­selten oder gar nicht vorkommen, sind anderswo noch weit verbreitet.

Impfungen von Land und Reiseroute abhängig

Welche Reise­impfungen sinnvoll (beziehungsweise notwendig, weil vorgeschrieben) sind, ergibt sich nicht nur daraus, welches Land bereist wird, sondern auch aus der Reiseroute. Gefährliche Tropenkrank­heiten wie Gelbfieber kommen nämlich nur in bestimmten Klimazonen vor. Ganz besonders in den Gelb­fieber-Hochburgen Süd­amerikas und Afrikas ist die Gelbfieber-Impf­indikation unter Berücksichtigung des genauen Reiseablaufes zu stellen. Einen Überblick darüber, mit ­welchen gesundheitlichen Risiken Reisen in bestimmte Länder verbunden sind, gibt es etwa auf der Homepage des österreichischen Außenministeriums oder bei auf Reisen spezialisierten Ärzten.

Zeit bis zur Entfaltung der Wirkung einplanen

Ebenfalls ausschlaggebend für die Impf­entscheidungen sind unter anderem der Gesundheitszustand des Reisenden, Reise­dauer, Reisestil (Rucksack oder Luxus­ressort) sowie das Alter der Person. Wichtig ist auch, dass man sich rechtzeitig über die notwendigen Impfungen informiert. Viele Impfstoffe benötigen eine gewisse Zeit, bis sie ihre Wirkung voll entfalten, oder müssen in mehreren Teilimpfungen verabreicht ­werden. Selbstverständlich sollten auch bei Reisen die Basisimpfungen (z.B. Polio oder Tetanus) in ausreichender Wirksamkeit vorhanden sein. Die Impfkosten sind bei privaten Reisen grundsätzlich selbst zu tragen, bei beruflichen Auslandsreisen sind die ­Kosten in der Regel vom Dienstgeber zu ersetzen.

Krankheiten und Impfungen

Meningokokken

Meningokokken verursachen bakterielle Gehirn­hautentzündung und kommen weltweit vor. Ein besonderes Risiko besteht in Afrika südlich der Sahara. Das höchste Anste­ckungsrisiko besteht während der Trockenzeit, die je nach Land bis zu zehn Monate andauern kann. Ein erhöhtes Ansteckungspotenzial ist auch in Nordafrika, im Nahen Osten, in Saudi-Arabien, Teilen Indiens, ­Nepal und Teilen Südamerikas gegeben. ­Besonders empfohlen wird eine Impfung für Pilgerreisen nach Mekka (Saudi-Arabien).

Hier ist eine Impfung gegen die Stämme A, C, W135 und Y ohnehin verpflichtend. Ebenfalls dringend anzuraten ist die Impfung, wenn man sich in epidemische Gebiete begibt und dort engen Kontakt zur Bevölkerung hat. Auch Entwicklungshelfer sollten gegen ­Meningokokken geimpft sein. Vor Reisen in Endemiegebiete, vor Gruppenveranstaltungen und Austauschprogrammen für Schüler und Studenten in Ländern mit erhöhtem ­Risiko sollte eine entsprechende Impfung ­gegen Meningokokken erfolgen (z.B. Groß­britannien, Frankreich, Malta, USA etc.).

Impfstoffe:

Bei allen in der Folge genannten Impfstoffen können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Je nach Serum können sich diese unter anderem äußern in Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Rötung, Schwellung usw.), Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Übelkeit. Seit Jänner 2013 ist in Europa ein Impfstoff gegen Meningokokken B zugelassen. Diese sind in Österreich die häufigste Ursache für Meningokokkenmeningitis.

Apothekenverkaufspreise:

Nimenrix (Meningok. ACWY): 69,25 Euro

Menveo (Meningok. ACWY): 79,10 Euro

Menjugate (Meningok. C): 51,85 Euro

NeisVac C (Meningok. C): 55,30 Euro

Bexsero (Meningok. B; der Impfstoff ist relativ neu und steht noch unter Überwachung): 140,50 Euro

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