Impfen: Kinder im 1. Lebensjahr

Nutzen und Risiken

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KONSUMENT 10/2015 veröffentlicht: 25.09.2015

Inhalt

Viele gefährliche Infektionskrankheiten haben dank ­Impfungen ihren Schrecken verloren. Das Misstrauen gegenüber Impfungen sitzt bei vielen dennoch tief. Wir analysieren Nutzen und Risiken.

Mit diesem Beitrag beginnen wir eine Serie zum Thema Impfen:

Im ersten Teil unserer Impfserie finden Sie Impfempfehlungen und Steckbriefe zu folgenden Krankheiten:

2 Teilimpfungen:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln

2–3 Teilimpfungen:

  • Rotavirus – Brechdurchfall

2–3 Impfungen + Auffrischung:

  • Pneumokokken

6-fach-Impfung:

  • Tetanus – Wundstarrkrampf
  • Pertussis – Keuchhusten
  • Poliomyelitis – Kinderlähmung
  • Hepatitis B
  • Diphtherie – Krupp
  • Haemophilus influenzae Typ B

Die Impfung zählt zu den wichtigsten Errungen­schaften der Medizin. Infektionskrankheiten, die noch vor nicht allzu langer Zeit häufig den Tod bedeuteten, etwa ­Pocken, Diphtherie oder Wundstarrkrampf (Tetanus), spielen bei uns dank der "künstlichen" ­Immunisierung keine Rolle mehr.

Dennoch stehen viele Menschen einer Impfung misstrauisch gegenüber und es gibt ­Eltern, die ihre Kinder aus Furcht vor Impfschäden und im Glauben, dass die Kinderkrankheit ungefährlich sei, nicht impfen ­lassen. Krankheiten, die man bereits im Griff zu haben glaubte, verbreiten sich plötzlich wieder: Im Jahr 2015 ist es etwa zu einem starken Anstieg der Masernfälle gekommen.

Nebenwirkungen: Fakten und Vermutungen

Fakt ist: Impfstoffe können, wie jedes andere wirksame Medikament auch, Nebenwirkungen haben. Begleiterscheinungen können etwa Fieber, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Übelkeit sein. Extrem selten kann es zu Fieberkrämpfen, Nervenstörungen oder einer Über­reaktionen des Immunsystems bis hin zum allergischen Schock kommen. Dagegen sind Berichte, wonach Allergien, Autismus, Epilepsie, Multiple Sklerose oder der plötzliche Kindstod durch das Impfen verursacht ­werden können, nicht belegt.

Bei Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem (z.B. nach einer Organtransplanta­tion, bei einer HIV-Infektion, einer Chemotherapie etc.) oder bei Personen mit Allergien gegen bestimmte Inhaltstoffe können Impfungen manchmal gar nicht, erst später oder nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen verabreicht werden.

Urlaub oder Alltag

Auch wenn die Vorteile von Impfungen ­deren Nachteile bei Weitem überwiegen, bedeutet das noch nicht, dass man alle angebotenen Impfungen tatsächlich durchführen lassen muss. Es kommt auch auf die individuellen Umstände an.

Immunisierungen gegen Tropenkrankheiten wie Gelbfieber etwa machen natürlich nur dann Sinn, wenn man Gegenden bereist, in denen das Virus vorkommt. Wer in der Stadt lebt und kaum ins Grüne fährt, kann Nutzen und Risiko einer Zeckenimpfung abwägen. Anders ist die Sachlage bei gefährlichen ­Erregern, mit denen man im Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit konfrontiert ist.

Masern: die Frage ist nur, wann?

Zum Beispiel wird man, wenn man nicht ­gegen Masern geimpft oder immun ist (die Erkrankung also durchgemacht hat), bei der derzeitigen epidemiologischen Situation mit Sicherheit an Masern erkranken; es ist nur die Frage, wann. Die Erkrankung ist keineswegs harmlos. Neben Fieber, Schnupfen und einer Halsentzündung sowie dem typischen Ausschlag kann es z.B. auch zu einer Lungenentzündung und Gehirnentzündung kommen.

Masern können sogar tödlich enden, wie das Beispiel eines Kindes in Berlin Anfang 2015 zeigte. Eine seltene, aber besonders bei Säuglingen und Kleinkindern gefürchtete Spätfolge von Masern ist die "subakut sklerosierende Panenzephalitis", bei der sich Masern­viren im Gehirn einnisten. Diese Erkrankung verläuft nach Jahren immer tödlich.

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Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
17 Stimmen

Kommentare

  • Dass manche der Impflobby kritisch gegenüberstehen, kommt nicht von ungefähr!
    von asbachuralt am 27.10.2015 um 18:01
    Unsere Tochter hat seinerzeit die 5-fach-Impfung erhalten (heute schon 6-fach). Nach der Zeckenschutzimpfung mit TicoVac, die damals neu auf den Markt kam, bekam sie, so wie viele andere Kinder auch, starke Fieberkrämpfe - auf einmal tat´s für Kinder die halbe Dosis auch und bald darauf wurde dieser Impfstoff vom Markt genommen - was soll man sich dabei denken? Allein wenn ich an hochtoxische Inhaltsstoffe wie Formaldehyd, Aluminium und Quecksilber denke, sagt mir als Laie wohl schon der Hausverstand, dass hier, gelinde gesagt, äusserste Vorsicht geboten ist! Hinzu kommt, dass das Thema Impfen auch unter Ärzten nicht unumstritten ist und so muss man als Eltern, die für die Gesundheit und das Wohl des Kindes verantwortlich sind, nach bestem Wissen und Gewinnen entscheiden zwischen Impfen ohne Wenn und Aber oder überhaupt nicht impfen.
  • Zu den vorherigen (3) Kommentaren
    von Adi am 28.09.2015 um 06:30
    Ich möchte meinen Vorpostern widersprechen. Ich fand den Artikel wirklich gut recherchiert. Ich möchte sie weder kritisieren noch ihnen zu nahe treten. Aber ich würde ihnen wirklich empfehlen, ihre kritische Haltung gegenüber Impfungen ein wenig zu überdenken. Meiner Meinung nach ist diese Impf-Skespsis mit der Angst vor Handy-Strahlungen, Mikrowellen-Herden, Funkmasten etc. gleichzusetzen. Irgendwie sind es Ersatzhandlungen. Wir sind alle Dingen hilflos ausgesetzt, die mehr oder weniger schädlich und gefährlich für uns und unsere Kinder sind: Kernkraftwerke in unserer unmittelbaren Umgebung (im Falle einer Havarie), Feinstaub und Stickoxyde durch den Autoverkehr (aber wir sind gegen Geschwindigkeitsbeschränkungen - die eine echte Reduktion bringen würden), Benzol (Antiklopfmittel im Benzin - kann Krebs verursachen), Asbestzement (krebsverursachend - noch immer auf vielen Dächern), Rückstände von Pestiziden und Insektiziden in der Umwelt, Plastik (ist ja wirklich schon allgegenwärtig). Diese Aufzählung ist nicht vollständig und kann noch endlos weitergeführt werden. Aber es sind Dinge gegen die wir nichts tun können oder wollen. Um sich diese Ambivalenz nicht einzugestehen und ein Gefühl für Kompetenz zu behalten werden halt andere "Feindbilder" gesucht und gefunden. Tragisch wird es dann, wenn dadurch Menschen geschädigt werden. (Stichwort "subakut sklerosierende Panenzephalitis" bei Masern). Also bitte überdenken sie nochmals ihre Skepsis.
  • Schade
    von hoechs am 26.09.2015 um 12:15
    Statt des Artikels kann man gleich den österreichischen Impfplan lesen!! Der Artikel bringt mir als junge Mutter keinerlei weitere Informationen, als dass man alle empfohlenen Impfungen machen soll und es halt leider Nebenwirkungen gibt! Wo ist die ernsthafte Betrachtung der Risiken, die Warnung vor mehreren Impfungen gleichzeitig und die Beleuchtung von allerlei zusätzlichen (kostenpflichtigen) Impfungen die uns die Ärzte einreden wollen (z.B. Meningokokken)??? Schade um die Zeit!
  • Nebenwirkungen durch Zusatzstoffe - Mehrfachimpfungen
    von evamarias am 26.09.2015 um 00:12
    Impfzusatzstoffe wie Aluminium und Quecksilberverbindungen können sehr wohl Spätfolgen haben. Beim Argument der "Unschädlichkeit von Impfungen" wird so gut wie immer ausschließlich auf den jeweiligen Impfstoff verwiesen! Vielleicht kommt der Tag, an dem in Impfungen nur mehr völlig harmlose Konservierungsmittel und Wirkverstärker enthalten sind, aber zur Zeit kann das nicht garantiert werden. Die Frage, ob Eltern ihrem Kind statt einer Mehrfachimpfung eine Einfachimpfung geben lassen können, wird mit dem Argument "Bei einer Mehrfachimpfung muss das arme Kind nur einmal gestochen werden" vom Tisch gewischt. Ich kenne Eltern, die ihr Kind gegen Masern impfen hätten lassen, wenn Krankenkassen eine Einfachimpfung gegen Masern bezahlen würden. So aber heißt es: "Entweder alle oder keine". Diese Strategie scheint ja wohl nicht aufzugehen.
  • enttäuschend...
    von Cla.Ha am 25.09.2015 um 10:32
    Als ich gelesen habe Wir analysieren Nutzen und Risiken. hatte ich gehofft etwas mehr lesen zu können, als die kurze Zusammenfassung der "Beipackzettel", welche man im Internet für die jeweiligen Impfstoffe findet. Wieder einmal wurde dieses Thema nicht sonderlich objektiv betrachtet. Für jemanden, der versucht sich eine Meinung über das Impfen zu schaffen, ist mit diesem Artikel leider nicht besonders gut beraten.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo