Wasserenthärter in Waschmaschinen

Der Schmäh mit dem Kalk

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Konsument 1/2009 veröffentlicht: 12.12.2008, aktualisiert: 21.03.2013

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Ohne Zusatz von Wasser­enthärter, suggerieren uns manche Hersteller, würden die Heizstäbe verkalken und Waschmaschinen schneller schlappmachen. In letzter Zeit erhalten wir dazu wieder öfter Leseranfragen. Sind Calgon & Co wirklich immer nötig?

Dramatische Bilder

„Waschmaschinen leben länger mit Calgon“ – viele haben ihn im Ohr, diesen Werbeslogan. Die zur eingängigen Melodie präsentierten dramatischen Bilder verkalkter Heizstäbe und Waschmaschinentrommeln haben Generationen von Hausfrauen und inzwischen auch Hausmännern geprägt. So ist es kein Wunder, dass Entkalker ihren festen Platz in österreichischen Waschküchen haben.

Verkalkte Heizstäbe ab 30 Grad

Damit das so bleibt, rühren die Produzenten, allen voran Calgon-Hersteller Reckitt Benckiser, kräftig die Werbetrommel. Im Internet behauptet die Firma etwa: „Dadurch, dass sich der Heizstab bei jeder Waschtemperatur auf ca. 110 °C aufheizt, lagert sich der Kalk sofort ab und kann sich in der Maschine oder in den Kleidungsstü­cken absetzen“, und rät dazu, Calgon bereits ab Waschtemperaturen von 30 Grad Celsius anzuwenden.

Verkalkung kein Problem

Wir sind skeptisch – tritt die in der Werbung präsentierte Verkalkung der Heizstäbe unter Normalbedingungen tatsächlich ein? Nach Aussage eines in Österreich führenden Waschmaschinenherstellers machen Defekte an Heizstäben gerade einmal zwei(!) Prozent der Gesamtreparaturen aus. Ein Waschmittelhersteller mit hohem Marktanteil bestätigt uns zudem, dass bei niedrigen Waschtemperaturen nur geringe Kalkrückstände an Heizstäben auftreten. Bei der Verwendung hochwertiger Waschmittel sei demnach ein Zusatz von Wasser­enthärtern nicht notwendig.


Lesen Sie außerdem folgende Arikel zu diesem Thema: Wasserenthärtung 11/2011  und Wasseraufbereitung 5/2010.

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Kommentare

  • Die Werbung ist einfach nur Quatsch!
    von GeHuNi am 23.03.2013 um 11:05
    Ich habe an meiner 16 Jahre alten Miele W 817 beim Tausch der Stoßdämpfer extra auch noch den Heizstab zur Kontrolle mit ausgebaut. Ergebnis: dieser hatte lediglich einen leichten weißen Überzug vom Kalk. Also von wegen zentimeterdick mit Kalk bedeckt, wie in der Werbung immer visualisiert! Auch frage ich mich, wie sich Kalk - wie ebenfalls in der Werbung gezeigt - derart an der Innenseite von Gummischläuchen absetzen kann, dass diese hart werden und brechen können (in meiner Miele war auf der Innenseite der Gummischläuche keinerlei Kalk zu finden). Zur Information: die o.g. Waschmaschine wurde immer nur mit normalem Waschmittel ohne zusätzlichen Wasserenthärter betrieben, es wurde auch laufend Kochwäsche damit gewaschen, sie steht in einem 4-Personen-Haushalt und läuft damit beinahe täglich. Die Gesamtwasserhärte hier beträgt ca. 10-12°dH (es kann aus mehreren Brunnen kommen), das Wasser ist also somit als mittelhart einzustufen. Vielleicht hat ja Jemand Erfahrungswerte zum Vergleich, der in einem Gebiet mit wirklich hartem Wasser lebt.
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