KONSUMENT.AT - Alpen Swiss Style Müsli - Herstellung weit weg von den Schweizer Alpen

Alpen Swiss Style Müsli

Alpiner Style made in England

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veröffentlicht: 29.06.2021

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Was Konsumentinnen und Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Alpen, wo gar keine sind, und Früchte, die man kaum findet. Das Alpen Swiss Style Müsli wirbt mit Schweizer Bergambiente, ist aber ein Produkt aus England.

Das steht drauf: Alpen Swiss Style Müsli

Gekauft bei:  MPreis

Das ist das Problem

Das Alpen Swiss Style Müsli sowie andere Produkte der Marke „Alpen“ erwecken mit der Abbildung schneebedeckter hoher Berge und der Aufschrift „Swiss Style“ auf der Schauseite den Eindruck, es handle sich um Naturprodukte aus alpiner Region. Es bleibt aber nur beim Eindruck, denn die (gut versteckten) Informationen auf der Rückseite geben Aufschluss darüber, woher die Zutaten des Müslis tatsächlich stammen. „Manufactured by: Weetabix Ltd. ... England“ ist hier zu lesen. Eine Konsumentin ärgerte sich über die Optik der Verpackung und schrieb uns: „Also beim letzten Müsli-Einkauf bei M-Preis habe ich mich richtig reinlegen lassen. Der erste Eindruck der Packung vermittelt mit dem Namen ,Alpen‘ eine regionale Herkunft.

Hergestellt in England

Auch das Bild mit dem Hinweis auf Blaubeeren, Kirschen und Schweizer Art war vielversprechend. Beim ersten morgendlichen Frühstück erfolgte dann bald die Ernüchterung. Das Müsli schmeckt fad, die Konsistenz ist bald schon pulverig. Also studierte ich die Verpackung. Fazit: Das Müsli ist hergestellt in England. Ein Hinweis auf die Herkunft der Zutaten sucht man auf der Packung vergeblich. Dafür stellt man bei sehr genauer Betrachtung der Packung fest, dass der Fruchtanteil der Blaubeeren und Kirschen bei sage und schreibe 1 % liegt. Bei einem Gewicht des Packungsinhalts von 560 g dürfte das Müsli ca. 3 getrocknete Blaubeeren und 2 Kirschen enthalten.“

„Alpen“-Marke versetzt keine Berge

Wir haben noch weitere Zuschriften erhalten, in denen enttäuschte Konsumentinnen und Konsumenten die angebliche alpine Herkunft des Müslis kritisierten. Das gleiche trifft auf Müsliriegel dieser Marke zu, denn die gesamte Produktpalette wird nicht einmal in der Nähe der Alpen hergestellt. Weetabix hat sich bloß die Wortmarke „Alpen“ schützen lassen! Das allein versetzt aber noch keine Berge – und uns nicht gerade in Begeisterung über diese Marketingstrategie. Die Aufmachung verspricht, was sie nicht halten kann. Bei einem „Alpen Swiss Style Müsli“ mit abgebildetem Alpenpanorama erwarten Konsumenten die Herstellung des Produkts im Bereich der Alpen oder zumindest Zutaten aus der Nähe der Alpen.

Fruchtanteil gering

Zudem beschwerten sich Leserinnen und Leser über den geringen Anteil der Früchte im Müsli, obwohl dieses mit Erdbeeren, Cranberrys und Himbeeren oder Blaubeeren und Kirschen (in englischer Sprache) beworben wird. Das Produkt enthält aber maximal 2,5 Prozent dieser Früchte. Das ist eine enttäuschend geringe Menge. Die Zugabe von mehr Rosinen macht diesen Umstand nicht wett.

Alpengratwanderung UK-Style

Wir haben die Beschwerden an den Produzenten weitergeleitet, doch dieser gibt sich von der Kritik überrascht. Die Weetabix Food Company habe den Markennamen „Alpen“ bereits in den 1970er-Jahren erfolgreich in Europa eingeführt, was zeige, dass der „typische Konsument“ sich nicht von der Alpenabbildung getäuscht sieht. Als „ready to eat“-Müsli habe das Alpen Swiss Style Müsli den Stil des Schweizer Bircher Müslis zum Vorbild. Der geschützte Markenname „Alpen“ und die demonstrativen Berggipfel bezögen sich hier nur auf den nachempfundenen alpinen Style eines Produktes made in England, wie die Verpackungsaufschrift zeige. Dennoch bleibt das für uns eine Gratwanderung, bei der die Annahmen der Kundinnen und Kunden auf die leichte Schulter genommen werden.

Hersteller argumentiert mit ausreichendem Fruchtanteil

Argument des Produzenten zum Vorwurf des geringen Früchteanteils ist, dass die gefriertrockneten Beeren so wenig ins Gewicht fielen, dass bereits ein Prozent des Gesamtgewichts eine ausreichende Menge darstelle. Offensichtlich hat diese Menge aber nicht den Erwartungen der enttäuschten Konsumentinnen und Konsumenten entsprochen.

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