KONSUMENT.AT - dm Bio Kokos Natur - Veganes Produkt ja, jedoch weder besonders gesund noch nachhaltig

dm Bio Kokos Natur

Was heißt da vegan?

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veröffentlicht: 22.09.2020

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: eine Joghurt-Alternative von dm Bio mit veganen Joghurtkulturen.

Das steht drauf:  dm Bio Kokos Natur

Gekauft bei: dm

Das ist das Problem

Zu herkömmlichem Joghurt aus (Kuh-)Milch gibt es bereits zahlreiche vegane Alternativen. Diese können auf Basis von Hafer, Soja, Cashew, Mandeln oder auch auf Basis von Kokos erzeugt sein, wie zum Beispiel dm Bio Kokos Natur.

„Mit veganen Joghurtkulturen“ steht vorn auf dem Becher. Diese Auslobung sorgte bei einer Kundin für Irritation. „Ich frage mich, wie man Lactobacillen als vegan bezeichnen darf“, schrieb sie, als sie uns auf dieses Produkt aufmerksam machte.    

Joghurtkulturen sind Milchsäurebakterien. Diese produzieren bei der Fermentation, durch den Abbau von Zucker und Stärke, Milchsäure. Diese Milchsäure sorgt bei Joghurtprodukten für die Konsistenz und den typischen säuerlichen Geschmack.

Auf den Nährboden kommt es an

Anders als die Bezeichnung vielleicht vermuten lässt, ist in Milchsäure aber keine Milch enthalten. Sie wird von den Bakterien produziert und ist vegan.

Ob eine Joghurtkultur vegan ist oder nicht, hängt von dem Nährboden ab, auf dem sie heranwächst. Ist der Nährboden vegan (so wie laut Hersteller bei dm Bio Kokos Natur), so kann auch die Joghurtkultur als „vegan“ bezeichnet werden. Insofern gibt es bei diesem Produkt also keinen Anlass zu Kritik.

Hoher Kalorien- und Fettgehalt

Ist das Kokos„joghurt“ nun besonders gesund und nachhaltig? Nein. Denn Kaloriengehalt (87 kcal/100 g) und Fettgehalt (ca. 6 %) sind relativ hoch und liegen über jenen von normalfettem (Kuhmilch-)Joghurt (ca. 65 kcal/100 g, ca. 3,6% Fett). dm Bio Kokos Natur enthält zudem nur halb so viel Eiweiß (1,8 g/100 g) wie reguläres Joghurt (4,1 g/100 g).

Nachhaltige Produkte aus regionalen Rohstoffen

Kokosnüsse werden vorrangig aus Südostasien importiert. Produkte aus „regionaleren“ Rohstoffen wie Hafer oder europäischem Soja sind hier eindeutig die „nachhaltigere“ Variante.

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