Garden Gourmet Vegane Schnitzel

Doch nicht vegan?

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veröffentlicht: 07.03.2017

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: vegane Schnitzel, in denen möglicherweise auch kleine Mengen Ei drin sind.

 

Das steht drauf: Garden Gourmet Vegane Schnitzel

Gekauft bei: Merkur

Das ist das Problem

Garden Gourmet Vegane Schnitzel aus Soja- und Weizeneiweiß werden vom Hersteller im Internet als „perfekte fleischfreie Alternative“ angepriesen und lassen sich in der Bratpfanne oder im Ofen rasch zubereiten. „Vegan, neue Rezeptur“ und „Vegane Schnitzel“ steht in großer Schrift und optisch hervorgehoben auf der Produktpackung. Zusätzlich ist das Europäische Vegetarismus-Label (V-Label) der Kategorie „vegan“ aufgedruckt.

Klein gedruckter Hinweis auf der Packungsrückseite

Dementsprechend sind auch in der Zutatenliste keinerlei Rohstoffe tierischen Ursprungs angeführt.  Eine Konsument-Leserin hatte Garden Gourmet Vegane Schnitzel auf der Homepage eines Supermarkts entdeckt, die Aufschrift der abgebildeten Produktpackung genau gelesen und war auf der Packungsrückseite über einen in kleiner Schrift gedruckten Hinweis gestolpert: „Kann Spuren von Ei, Sesam und Senf enthalten“, stand da.

Konsumenten erwarten verlässliche Angaben

Sie schrieb uns: „Auf der Verpackungsvorderseite wird gleich 3 x damit geworben, dass die Schnitzel ,vegan‘ seien. Sehr fein! Sieht man sich jedoch die Zutaten und Allergene an, so findet sich dort der Hinweis ,kann Spuren von EI, SESAM und SENF enthalten‘. Wie kann denn ein Produkt als vegan verkauft werden, wenn darin Spuren von Ei sein könnten? Ich selbst lebe zwar nicht vegan, finde es aber ungeheuerlich, wie genau man heutzutage die Zutatenlisten von JEDEM Lebensmittel durchlesen muss, um auf Nummer sicher zu gehen. Wenn etwas als vegetarisch, vegan, gluten- oder laktosefrei angepriesen wird, dann will ich mich als Konsument doch darauf verlassen können, dass sich darin tatsächlich kein Fleisch, tierische Erzeugnisse, Weizen oder Milchprodukte befinden, und nicht dennoch jedes einzelne Produkt vor dem Kauf unter die Lupe nehmen müssen.“

Restmengen anderer Zutaten können enthalten sein

In Betrieben werden üblicherweise mehrere Produkte hergestellt. Auch bei gründlicher Reinigung der Maschinen kann nicht ausgeschlossen werden, dass während des Produktionsprozesses eventuell kleinste Restmengen von Zutaten in Erzeugnisse eingebracht werden, die diese Zutaten normalerweise nicht enthalten. Die Angabe „kann Spuren von … enthalten“ erfolgt auf freiwilliger Basis und dient den Herstellern zur Absicherung.

Produzenten neigen allerdings dazu, Produkte mit umfangreichen Listen möglicher Allergenspuren zu kennzeichnen.  Durch solche Überdeklarationen wird die Produktauswahl für Allergiker, Vegetarier und Veganer unnötig eingeschränkt. An der Entwicklung von Analysemethoden zum sicheren Nachweis von Spuren unerwünschter Lebensmittel in Produkten wird bereits gearbeitet.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo