Rapunzel Choco Zartbitter-Schoko-Creme

Tatsächlich vegan?

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veröffentlicht: 28.02.2017

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Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: als „vegan“ ausgelobte Zartbitter-Schoko-Creme von Rapunzel, in der möglicherweise Milch vorhanden ist.

 

Das steht drauf: Rapunzel Choco Zartbitter-Schoko-Creme

Gekauft bei: denn‘s Biomarkt

Das ist das Problem

Wer Süßes auf Brot oder Semmel mag, greift außer zu Honig und Marmelade auch gerne einmal zu einem Schokoaufstrich. Rapunzel Choco Zartbitter-Schoko-Creme wird in einem Glas angeboten, auf dessen Etikett ein dick mit Schoko-Creme bestrichenes Brot und zwei Stück dunkle Schokolade zu sehen sind. Die Creme ist auf dem Etikett als „vegan“ gekennzeichnet. Demnach sind in Rapunzel Choco Zartbitter-Schoko-Creme also ausschließlich pflanzliche Zutaten verarbeitet. 

Trotz "vegan" kann Milch enthalten sein

Auf der Rückseite des Glases stehen – kleingedruckt – Zutatenliste und Allergikerhinweis. Der Kennzeichnung „vegan“ entsprechend sind in der Zutatenliste keinerlei Zutaten tierischen Ursprungs angeführt. Wohl aber im Allergikerhinweis, der sich gleich unter der Zutatenliste findet: „Produktionsbedingt können Haselnüsse, Mandeln, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Walnüsse, Erdnüsse, Lupinen, Milch und Sesam enthalten sein“ heißt es hier. Wie bitte?

„Ich lebe vegan und habe mir daher die Rapunzel Choco Zartbitter-Schoko-Creme gekauft. Auf der Vorderseite des Produkts ist auch ,vegan‘ aufgedruckt. Auf der Rückseite steht dann plötzlich, dass auch Milch enthalten sein kann. Ist denn das erlaubt? Ich möchte in einem veganen Produkt keine Milch“, schrieb uns eine Kundin.

Milchpulver auf den Anlagen

Hersteller Rapunzel erklärte auf unsere Nachfrage, dass für die Rapunzel Choco Zartbitter-Schoko-Creme selbstverständlich keine Zutaten tierischen Ursprungs eingesetzt würden. Auf den Anlagen und in den Produktionshallen würden aber auch Cremes mit Milchpulver hergestellt.

Spuren von Milch möglich

Trotz gründlicher Reinigung nach jedem Produktionsgang könnten Spuren von Milch in den veganen Cremes nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Die Angabe „kann Milch enthalten“ sei für Allergiker aber sehr wichtig und dadurch auf der Verpackung notwendig. Es handle sich bei diesem Hinweis nur um mögliche Spuren. In Hinkunft werde im Etikettentext auf „Spuren" hingewiesen.

Frei von tierischen Spuren wünschenswert

Aus Konsumentenbeschwerden wissen wir: Von als „vegan“ gekennzeichneten Lebensmitteln wird in der Regel erwartet, dass sie frei von jeglichen tierischen Bestandteilen sind, also auch frei von Spuren davon. Die Auslobung „vegan“ sollte daher verlässlich sein und nicht durch einen an anderer Stelle der Verpackung angeführten Hinweis auf möglicherweise vorhandene Spuren von Rohstoffen tierischen Ursprungs relativiert werden.

Lässt sich allerdings nicht ausschließen, dass bei der Herstellung unbeabsichtigt Spuren von Rohstoffen tierischen Ursprungs in das Produkt gelangt sind, sollte auf der Verpackung gleich neben der Auslobung „vegan“ deutlich sichtbar darauf hingewiesen werden. 

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